Bucht Griechenland Wohnmobil

Ein perfekter Tag am Meer

Neulich erreichte mich eine wütende E-Mail, in der mir vorgeworfen wurde, ich würde nicht die Realität darstellen. Niemand würde über die Schattenseiten des Lebens im Wohnmobil berichten. Und überhaupt sei alles scheiße!

Puh, eine harte Aussage. Also bin ich in mich gegangen und habe überlegt: hat diese Person recht? Zeige ich ein verfälschtes Bild meines Alltags, meiner Eindrücke, meiner Erlebnisse?

Doch selbst nach intensivem Grübeln konnte ich ihr nicht zustimmen. Zum einen erwähne ich durchaus die negativen Aspekte, die das Vanlife so mit sich bringt. Zum anderen IST das, worüber ich schreibe, meine Realität.

Als mich die Mecker-Mail erreicht hat, sind Steve und ich gerade aus einer einsamen Bucht zurückgekehrt. Dort gibt es keinen Handyempfang, keine Menschen, keinen Zivilisationslärm – nichts.

Wir hatten strahlenden Sonnenschein und es gibt sogar einen kleinen Kletterfelsen. Es war wie im Paradies. Und es war für zwei Tage meine Realität.

Ein perfekter Tag am Meer

Eine Auszeit von Leonidio

“Sollen wir nicht mal für ein paar Tage woanders hinfahren? Ich hätte Lust auf einen kleinen Tapetenwechsel.”

Ende Dezember sind wir in Leonidio angekommen und haben uns seitdem nicht wegbewegt. Doch nur 50 km weiter südlich befindet sich in Kyparissi ein weiteres tolles Klettergebiet. Also packen wir unser Zeug zusammen und machen uns auf den Weg.

Ein perfekter Tag am Meer
Auf dem Weg nach Kyparissi liegt die Bucht Fokiano.

Das Reisen, Arbeiten und die Freizeitgestaltung unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Deshalb sind wir froh Orte zu kennen, an denen wir uns länger aufhalten können. Das macht die alltägliche Organisation durchaus leichter.

Damit ich für Kyparissi und das Klettern ausreichend Zeit habe, gebe ich vorher beim Arbeiten nochmal richtig Gas und schaufle mir dadurch ein paar freie Tage raus.

Morgens gehen wir an den Fels, den Nachmittag lassen wir entspannt am Meer und im Bus ausklingen.

Ab ins Paradies

Nicht weit entfernt wissen wir von einer Bucht, die vollkommen abgeschieden liegt. Diese ist unser nächstes Ziel. Zwei Tage lang mal abtauchen und nicht erreichbar sein!

Als wir ankommen, haben wir die gesamte Bucht für uns alleine – was für ein Luxus. Die Hunde können frei herumspringen, wir können nackt baden gehen. Freiheit pur.

Ein perfekter Tag am Meer
Wer entdeckt Horst?

Den nächsten Morgen beginnen wir mit unserem üblichen ausführlichen Frühstück und setzen uns dazu bei bestem Wetter raus.

Anschließend laufen wir mit den Hunden einmal den Strand rauf und runter, bevor es dann zum Klettern geht.

Zwei Stunden später wird es am Fels schattig, also gehen wir zurück zum Bus.

Nun steht ein Sonnenbad auf dem Programm mit anschließendem Sprung ins Meer. Zum Schwimmen ist es uns noch zu kalt, ein kurzes Abtauchen muss reichen.

Ein perfekter Tag am Meer

So, was jetzt?
Marmelade machen! Wir haben von unserem griechischen Freund ca. 10 kg Orangen geschenkt bekommen und die wollen wir jetzt verarbeiten. Steve presst fleißig den Saft, ich übernehme das Einkochen.

Wo wir gerade beim Kochen sind, bereiten wir direkt auch noch was für den Abend vor. Wir wollen ein Lagerfeuer machen und dabei soll unser Waffeleisen* zum Einsatz kommen.

Wenige Stunden später ist es soweit:
Steve und ich lassen den perfekten Tag bei einem perfekten Lagerfeuer mit perfekten Waffeln ausklingen.

Schwarz oder weiß?

Bestimmt hätte ich an diesem Strand, an diesem Tag etwas Negatives finden können. Da war zum Beispiel der doofe Wind, der zwischendurch echt stark war. Oder die vielen Steine, wo Sand doch viel schöner ist. Oder das fehlende Handynetz. Oder oder oder …

Jeder von uns betrachtet die Welt durch seine eigene Wahrnehmungsbrille. Die einen sehen überall nur Negatives, die anderen richten ihren Fokus auf die schönen Dinge.

Eine andere Person hätte diesen Tag vielleicht nicht als perfekt empfunden – ich schon.

Ich bin dankbar dafür, solche Momente erleben zu dürfen. Und ich bin froh, mich aus dieser Negativspirale befreit zu haben, die ich selber von früher noch gut genug kenne.

Glücklich zu sein, ist eine Entscheidung!

*werblicher Link

Ähnliche Artikel

Von Stille und Stillstand: So geht es uns in der Corona-Zeit

Von Stille und Stillstand: So geht es uns in der Corona-Zeit

“Steve, sei mal ruhig. Hörst du das?” Es folgt angespanntes Lauschen. “Nein, was denn?” “Nichts. …

Mobil arbeiten - so klappt's bei mir.

Mobil arbeiten – so klappt’s bei mir.

Wenn es um unser mobiles Leben geht, steht eine Frage ganz vorne an: Die nach …

6 comments

  1. Hallo Nima
    Die Frage ist halt immer, wann ist der Mensch zufrieden 😃
    Ich würde mal sagen , geniesse dein schönes Leben und bleibe gesund 🥰
    Lg Noe

  2. Hallo in die Runde,
    in großzügiger Anlehnung an General Gordon (Khartum) möchte ich sagen: Die Verpflegung ist miserabel, die Hitze unerträglich, die Griechen barbarisch. Aber immer noch besser als ein Sonntagnachmittag in Köln.

    Ich habe mir eingebildet, die Peloponnes in-und auswendig zu kennen, aber an die Bucht da auf Euren Fotos kann ich mich nicht erinnern. Wollt Ihr die vielleicht preis geben? Evtl. per Mail ? Aber ich würde es auch verstehen, wenn Ihr die für Euch behalten wollt 😉
    Grüße
    Heinz

  3. Sand ist iiihh, Steine sind viel schöner 😉

    Im Wohnwagen aus 10 kg Orangen Marmelade zu kochen (spannend mit dem Saft, ich schneide die in Scheiben 🙂 ) stell ich mir herausfordernd vor. Aber Ihr könnt ja draußen kochen, dann ist es vermutlich einfacher.

    Viele Leute, die mit mir reden, schauen sehr ungläubig, wenn sie hören, dass ich unter der Woche in einem Wohnwagen lebe (“Ist das denn nicht schwierig mit der Temperatur?!” – “Doch, letztens hatte ich echt Probleme, auf 20 Grad von 25 Grad runterzukommen” oder “Du spinnst ja, wann kaufst Du Dir denn was gescheites?” – ach, da fällt mir ein, ich wollte ja das Spinnrad…).

    Ich finde das mangelnde Netz dort manchmal recht lästig, die Ruhe aber himmlisch und das Netz geht mir immer öfter gar nicht ab. Jede/r wiaras braucht und wenn die Leute lieber in einer lauten, stinkigen, teuren Stadtwohnung leben, bitte, das ist ihre Entscheidung.

    Es gibt glaube ich ehrlich schlimmeres, als in Griechenland in einem Wohnwagen zu leben. Man muss ja nicht im März ins Wasser hopsen, wenn man nicht mag 🙂 Es gibt Leute, die finden an allem was zu mäkeln, und zwar nur zu mäkeln, da gehe ich inzwischen recht schnell laufen.

    Genießt Euer Leben, ich freue mich an Euren schönen Bildern und hab so auch was davon 🙂

    LG
    Monika

    • Hallo liebe Monika,
      aus den 10 kg haben wir nicht nur Marmelade gemacht, sondern auch täglich Saft zum Frühstück getrunken. Sonst wären wir für die nächsten Jahre mit Marmelade eingedeckt 😉 Achja, einen Kuchen gab es auch noch!

      Liebe Grüße
      Nima

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.