Horst auf hoher See: Mit der Fähre von Ancona nach Patras

Es ist soweit, heute geht es endlich mit der Fähre von Ancona nach Patras. Vor genau drei Monaten haben wir die Überfahrt gebucht. Bei einer Wanderung durch die Picos de Europa in Kantabrien haben Steve und ich den Entschluss gefasst, dass Griechenland unser nächstes Reiseziel wird.

Durch den Tipp einer Reisebekanntschaft wissen wir, dass es auf der Fähre von Ancona nach Patras die Möglichkeit zum „Camping an Bord“ gibt.

Horst auf hoher See
Horst auf hoher See

Und so stöbern wir durch das Internet, um kurz darauf bei GoFerry.com die passende Fahrt zu finden.

Der Preis für den Bus richtet sich nach der Höhe und Länge, insgesamt zahlen wir 375€  inklusive eines Rabatts, den wir als ADAC Mitglied bekommen.

Aktualisierung Juni 2017:
Die Rückfahrt haben wir über diese Reiseagentur gebucht, die den absolut besten Preis ausfindig gemacht hat:

Acropolis Travel Patras
Telefon 0030-2610425272
E-Mail: acrospyr@otenet.gr
Facebook-Seite

Schöne Aussichten
Schöne Aussichten

Warum mit der Fähre nach Griechenland?

Natürlich haben wir überlegt, ob wir auf dem Landweg nach Griechenland fahren sollen, schließlich liegen dort interessante Länder auf der Strecke.

Da ich aber unbedingt den griechischen Spätsommer miterleben möchte, fällt diese Variante für die Hinfahrt weg. Wir haben nämlich keine Lust auf einen anstrengenden Fahrmarathon, nur um möglichst schnell dort unten anzukommen.

Die Alternative ist also die Fähre.
So müssen wir nur bis Ancona fahren, was vom Allgäu auch knapp 780 km sind, und lassen uns dann rüberschippern.

Camping an Bord zu machen, finden wir genial: Einfach mit dem Camper aufs Deck fahren und es sich für die Überfahrt in der gewohnten Umgebung gemütlich machen.

Ebenfalls super ist, dass die Hunde bei uns bleiben dürfen und die Fähre für sie somit überhaupt keinen Stress bedeutet.

Ein ungewohnter Anblick, die Hunde auf 'nem Schiff
Ein ungewohnter Anblick, die Hunde auf ’nem Schiff

„Das Schiff ist da“

Als wir im Hafen von Ancona ankommen, schnellt meine Aufregung in die Höhe. Noch drei Stunden, dann geht es los!
Der Check-In verläuft unkompliziert und fix. Nach weniger als zwei Minuten sind wir fertig und halten die Tickets in der Hand.

Eingecheckt :-)
Eingecheckt 🙂

Wir fahren mit Horst um die Ecke und treffen dort auf einige andere Camper, die auf die Fähre warten.

Und dann ist es soweit: Wir dürfen auf das Schiff.
Hier trällert ein Einweiser mit seiner Pfeife, dort weist der nächste die Autos und Busse in die richtige Spur.

Auf dem Deck angekommen, herrscht unter den Campern ein routiniertes Treiben. Die meisten fahren nicht zum ersten Mal mit der Fähre, schließen direkt den Strom an und richten sich häuslich ein.

Brauchen wir nicht, wir sind mit Strom versorgt, aber dafür erblickt mein geschultes Auge sofort dieses Schild.

Die Dusche direkt vor der Tür, super!
Die Dusche direkt vor der Tür, super!

Das ist ja genial, hier gibt es wirklich Duschen.
Bei über 30 Grad Außemtemperatur läuft mir der Schweiß in Strömen und die Aussicht, mich am nächsten Morgen frischmachen zu können, freut mich.

Dann besichtigen wir das Schiff.
Es gibt Restaurants und ein Café, sogar einen kleinen Swimmingpool, alles macht einen ordentlichen Eindruck.

Noch mehr Wasser ...
Noch mehr Wasser …

Kurz darauf entdecken wir das offizielle Hunde-Klo und müssen lachen: Eine Bonsai-Toilette.

Umso überraschter sind wir, als unsere Mimose Jule tatsächlich reinspringt und Pipi macht. Luna dagegen schaut ziemlich angewidert aus der Wäsche und ist froh, als wir den Ort des Grauens wieder verlassen.

Luna ist dagegen!
Luna ist dagegen!

Einen Maulkorb müssen Luna und Jule übrigens nicht tragen, obwohl es in den Fährbedingungen so aufgeführt ist. Wir können uns frei auf dem Schiff mit den beiden bewegen, wobei sich Luna dann doch im Horst am wohlsten fühlt.

Guten Morgen Griechenland

Gegen 23.30 Uhr gehen wir ins Bett und schlafen, trotz der lauten Schiffsmotoren, erstaunlich gut.

Um 5.30 Uhr entschließt sich Steve aufzustehen und möchte gerade das Frühstück machen, als es an unsere Tür klopft. Ein Ehepaar, mit dem wir den Abend verbracht haben, geht in Igoumenitsa von Board und dort sind wir in wenigen Minuten.

Der Himmel über Igoumenitsa
Der Himmel über Igoumenitsa

Mit müden Augen und einem Kribbeln im Bauch sehen wir zu, wie die Fähre in den Hafen einläuft: Griechenland!
Jetzt dauert es noch einmal sechs Stunden, bis wir in Patras ankommen und dann in unser neues Abenteuer eintauchen können.

Rund um Horst leert es sich
Rund um Horst leert es sich

Horst auf hoher See war auf  ein Erlebnis und Camping ab Bord würde ich jederzeit wieder machen. Sowohl für uns als auch für die Hunde war die Überfahrt absolut entspannt.

Um 11.30 Uhr kommen wir in Patras an und haben nun noch den ganzen Tag vor uns – auf geht’s!

Welche Erfahrungen hast du mit Camping an Bord gemacht?

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10 comments

  1. Erstaunlich gut berichtet
    Weiter so wir bleiben dran

    Gruss
    Bernd Siffrin

  2. Hallo liebe Nima!
    Na, dann seid ihr also endlich dort…. Habs ja schon in facebook geschrieben: Lang ists her (zum letzten Mal mit dem Motorrad)…. Sooooo schöne Erinnerungen! Bin voll am Mitfiebern und Miterleben. Und könnte gleich selbst endlich mal wieder losziehen! Bin allerdings im Moment zu sesshaft hier auf Sardinien mit Pferd und Kind und (grins) sardischem Partner, der überhaupt kein Reisegen in sich trägt. Ja, das gibts auch – hahaha!
    Grüßt mir Griechenland und viel Spaß&Abenteuer!
    Christine
    PS: ….wen es interessiert: Von meiner Fährüberfahrt mit den Pferden nach Sardinien könnt ihr hier lesen: http://inseltraumleben.de/zwei-pferde-auf-hoher-see/

    • Hey liebe Christine,

      na, du hast es auf Sardinien ganz sicher auch wunderschön! Ich war einmal dort und kann mich noch sehr gut an die traumhafte Landschaft erinnern.
      Aber klar, jedes Land hat seinen eigenen Reiz … 🙂

      Seit vier Tagen sind wir süd-östlich von Kalamata und absolut begeistert von der Region. Heute geht es erst einmal zum Klettern, genaue Berichte folgen dann bald 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

  3. Liebe Nima,

    sehr interessanter Bericht! Schön, dass die Überfahrt für Euch und Eure Hunde so entspannt war. Die Bonsai-Toilette ist ja zum totlachen 😉 Ich glaube, dass mit dem Maulkorb steht immer nur in den offiziellen Bestimmungen und meist braucht man keinen.
    Auf meinem Blog gibt es ein Interview mit Regina, die jeden Winter mehrere Monate mit ihrem Hund in Griechenland verbringt, vielleicht sind da ein paar interessante Tipps für Euch mit dabei. http://www.urlaubstipps-mit-hund.de/urlaub-mit-hund-in-griechenland-langzeitreise/

    Einen schönen Aufenthalt in Griechenland! Ich freue mich auf die kommenden Berichte 🙂
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Hey, hallo Miriam,
      die Bonsai-Toilette war wirklich der Brüller, zumindest für uns 😉 Aber die Hunde haben es vorbildlich gemeistert!
      Lieben Dank für den Link zu dem Artikel, den lese ich mit direkt durch.

      Sonnige Grüße von uns allen
      Nima

  4. Susanne Heiland

    Guten Tag, KALHMERA auf Griechisch, das war unser erstes Wort in dieser schwierigen Sprach. Wir sind vorgestern hier auf der Peloponnes angekommen und können auch nur Gutes von der Überfahrt mit SUPERFAST berichten. Camping on Bord, mit Dackel und Womo plus Trailer. Wir kamen eine Stunde vor Abfahrt in Ancona an, um Tickets für den nächsten Tag zu kaufen, dort zu ermutigte man uns , wenn wir uns beeilen könnten wir schon heute mit. Klasse, Wir schnell zur Fähre und dort ankommend gab es noch ein kurze Diskussion ob wir noch mitkommen, da die Rampe zum C in Bord schon zu war, Schreck. Doch ein Offizier winkte uns rein und wir bekamen einen Top Platz im mittleren Teil der Fähre direkt an mehreren offen Fenstern. So hatten wir eine traumhafte Aussicht aus unserem Womo. Nach 23,5 Stunden liefen wir entspannt und gleichzeitig aufgeregt in Patras ein. Uns sind andere Fähren aus Überfahrten bekannt, dieses Mal waren wir so positiv überrascht. Die Superfast hat sehr Schöne Restaurationen und Aufenthaltsräume, Pool war allerdings geschlossen, sehr gepflegt und freundliches Personal. Ich wünsche allen Reisenden eine gesegnete Zeit.
    Susanne

    • Kalimera Susanne,
      lieben Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst! Toll, dass alles so gut geklappt hat und ihr zufrieden seid 🙂
      Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit und schicke sonnige Grüße aus Spanien

      Nima

  5. Danke für den Bericht. Standen alle mit Camping an Bord auf einem nach oben offenen Außendeck? Habt Ihr Fahrzeuge mit Aufstelldach gesehen? Könnte mir vorstellen, dass es dafür evtl. zu windig ist!?

    • Hey Marcus,
      ja, es gibt nur ein Deck, das für Camping an Bord vorgesehen ist.
      Auf Fahrzeuge mit Aufstelldach habe ich ehrlich gesagt nicht geachtet. Frag doch einfach mal bei der Reederei oder dem Reisebüro nach, das ich im Artikel genannt habe. Die können das bestimmt beantworten.

      Liebe Grüße
      Nima

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