Update: herzlich willkommen, kleine Sofie

Update: herzlich willkommen, kleine Sofie

***Update***

Was so begonnen hat, ging leider nicht ebenso gut weiter. Leider kam Sofie mit dem Leben auf so engem Raum wie in unserem Bus nicht zurecht. Die vielen neuen Geräusche, der begrenzte Platz, dazu das enge Zusammensein mit Merle und uns: all das war für sie zu viel. Sofie fing nach ein paar Tagen an, Merle heftig zu attackieren.

Sie war dabei so gestresst, dass sie auch auf uns nicht mehr reagiert hat. Die Situation wurde für uns alle täglich angespannter und gefährlicher, denn wir wollten auf gar keinen Fall, dass es eskaliert und Sofie beißt.

Daher haben wir uns entschieden, zurück zu unserer Freundin zu fahren, Sofie auf ihr Grundstück zu bringen und nach einer Lösung zu suchen. Dazu haben wir uns auch den Rat zweier sehr kompetenter, einfühlsamer Hundetrainerinnen eingeholt, um wirklich alle Möglichkeiten zu bedenken.

Gemeinsam sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass Sofie eine andere Lebensweise braucht, die ihr mehr Freiraum zum Ausweichen bietet: eine Wohnung mit Garten oder ein Haus. Nach intensivem Suchen haben wir für sie einen Platz in Deutschland gefunden, zu dem sie Anfang August mit unserer Freundin reist.

Steve und ich sind sehr traurig, dass es nicht geklappt hat. Wir haben uns diesen Schritt nicht leicht gemacht, doch er war zu Sofies, Merles und unserem Wohl notwendig.

Hier kannst du ihre Geschichte nachlesen.

Sofies (alte) Welt

Wir machen gerade Haus- und Hundesitting bei einer Freundin in einem kleinen Bergdorf in der Nähe von Leonidio. Kurz nach unserem Einzug ins vorübergehende Heim ruft mich eine griechische Bekannte an, die sich in Leonidio um den Tierschutz kümmert. Sie wurde von der Nachbarin eines alten Mannes kontaktiert, der seit kurzem im Krankenhaus ist und drei Hunde hat, die versorgt werden müssen. Ob Veta – unsere Bekannte – da etwas machen könne?

Da wir nur 300 Meter entfernt vom Grundstück dieses Mannes wohnen, fragt Veta uns und wir sagen sofort zu. Wir bräuchten den Hunden nur Futter und Wasser geben, sie könnten wohl auf dem Grundstück frei laufen.

Veta selbst kennt die Bedingungen vor Ort nicht und weiß nur das, was ihr die Nachbarin erzählt hat. Diese holt mich 30 Minuten später ab und zeigt mir, wo die Hunde leben. Sie habe sich in den letzten Tagen um sie gekümmert, aber das ginge jetzt nicht mehr.

Was ich sehe, verschlägt mir die Sprache: 

  • ein vollkommen verdrecktes und vermülltes kleines Grundstück, auf dem es übel stinkt.
  • zwei angekettete Hunde ohne Wasser
  • einen freilaufenden Hund, der aber extrem scheu ist und sofort wegläuft.
  • Berge an leeren Futterdosen und Chaos pur.

Einer der beiden angeketteten Hunde liegt apathisch unter einem Strauch. Er ist übersät mit Zecken, reagiert nicht auf unsere Anwesenheit. Mir ist klar, dass wir ihn schnellstens mit Parasitenmitteln behandeln und zum Tierarzt bringen müssen.

Update: herzlich willkommen, kleine Sofie
Lisa sucht noch ein Zuhause

Ich gehe zurück zu Steve und berichte ihm die katastrophalen Zustände. Wir telefonieren mit Veta, um ein Spray gegen die Zecken zu besorgen, denn den Tierarzt ist nur einmal pro Woche im Ort. Eine Stunde später gehen Steve und ich zusammen zum Grundstück, um den Hunden Wasser zu bringen und zu schauen, wie es dem schwachen Tier geht. Als wir ankommen, ist er bereits gestorben.

Wir beide sind vollkommen geschockt. Doch bevor wir die Eindrücke verdauen können, müssen wir erst einmal den toten Hundekörper beseitigen. Lisa, die angekettete Hündin, trinkt drei Liter Wasser auf einmal. Sie hat vermutlich in den letzten Tagen nichts bekommen und das bei Temperaturen über 30 Grad.

Eine untragbare Situation

Der alte Mann soll für ca. vier Wochen im Krankenhaus bleiben, solange kümmern wir uns nun zweimal am Tag um die beiden verbliebenen Hunde. Zuerst befreien Veta, eine weitere Bekannte und ich das Grundstück vom gröbsten Schmutz und lassen die angekettete Hündin frei. So können nun beide herumrennen und bekommen von uns Wasser sowie Futter.

Beide woanders unterzubringen, ist nicht möglich, da es dazu keine Kapazitäten gibt. In solchen Fällen heißt es, aus dem Schlimmen das Beste zu machen. Angedacht ist, dass sich der Besitzer wieder um seine Hunde kümmert, sobald er zurück ist.

In den folgenden vier Wochen blühen beide ein wenig auf. Sie legen an Gewicht zu, das Fell bekommt Glanz, sie sind frei von Parasiten. Und dann kommt der alte Mann zurück. Zuerst sieht es so aus, als können die beiden weiterhin frei laufen. Doch nach zwei Tagen sagt mir mein Bauchgefühl, wir sollen nochmal nach ihnen schauen.

Als wir ankommen, sind beide wieder an einer jeweils einen Meter langen Kette befestigt. Überall liegt frischer und alter Kot, es stinkt erbärmlich und beide sind total dreckig. Steve und ich sind ratlos. Es folgt für mich die schlaflose Nacht …

Update: herzlich willkommen, kleine Sofie

Sofies (neue) Welt

Sofie hat sich in den vier Wochen nicht einmal anfassen lassen. Sie hat sich zwar gefreut, wenn wir kamen und war total freundlich, aber uns nahe kommen, das wollte sie nicht. Und doch hat sie uns mit ihrem lieben Wesen jeden Tag zum Lächeln gebracht. Obwohl wir nicht geplant hatten, einen zweiten Hund aufzunehmen, kam nun der Gedanke auf. An diesem Ort wollten wir sie nicht lassen.

Also haben wir sie morgens heimlich zu einem Spaziergang abgeholt und geschaut, wie Merle auf sie reagiert. Entgegen meiner Befürchtung war die erste Begegnung absolut entspannt. Daraufhin haben wir Veta gebeten, den alten Mann zu fragen, ob er Sofie abgeben würde. Und ja, damit war er einverstanden.

Er ist geistig beeinträchtigt und weder finanziell noch körperlich in der Lage, sich angemessen und seine beiden Hunde zu kümmern. Auch für die zweite Hündin suchen wir nun mit vereinten Kräften nach einem schönen Zuhause. Zuerst muss sie jedoch tierärztlich untersucht und kastriert werden.

Sofie haben wir am gleichen Tag zu uns genommen und sind mit ihr direkt zum Tierarzt gefahren, um ein Blutbild machen zu lassen. Sie hat durch die Zeckenbisse Erlichiose und Anaplasmose, ist aber ohne Symptome. Leishmaniose wurde keine bei ihr festgestellt. Nun werden die beiden Erkrankungen mit Antibiotika behandelt und in einigen Wochen sollte es überstanden sein.

Update: herzlich willkommen, kleine Sofie

Die ersten Tage in Sofies neuem Leben

Für Sofie war und ist alle neu: das Autofahren, in einem Haus zu sein, eine eigene Decke zu haben, in Ruhe schlafen zu können und und und … Entsprechend aufgeregt war sie am ersten Tag, da sie zusätzlich ja auch noch von der anderen Hündin getrennt wurde. Tatsächlich ist sie uns einmal entwischt und zurück zu ihrem vertrauten Platz gelaufen.

Update: herzlich willkommen, kleine Sofie

Doch mit jeder Stunde wurde Sofie entspannter. Sie hat abends vor lauter fröhlichem Schwanzwedeln bestimmt Muskelkater. Mit Merle kommt sie super zurecht und wir sind überrascht, wie gut es in dieser kurzen Zeit schon alles klappt.

Für Sofie beginnt nun eine neue Welt mit ganz viel Liebe und Abenteuer. Es ist schön, dass du bei uns bist ❤

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One comment

  1. Hallo Nima,
    alles richtig gemacht 🙂

    Liebe Grüße
    Petra

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