Ein Hunderucksack für alle Felle

Man sieht es Jule auf den ersten Blick gar nicht direkt an, doch auch sie ist mit ihren über 13 Jahren inzwischen eine betagte Dame. Verständlich, dass sie lange Wandertouren deutlich mehr anstrengen als unseren Jungspund Merle.

Erst neulich kam es auf dem Pilion vor, dass sich Jule zwischendrin einfach zum Umdrehen entschieden hat. Dank Steves sportlicher Einlage konnten wir sie einholen und von ihrem Vorhaben abhalten, zurück zum Bus zu laufen.

Trotzdem soll sie natürlich dabei sein dürfen und nicht im Wohnmobil auf uns warten müssen. Aber was machen wir bei langen Wanderungen, bei denen sie irgendwann einfach k.o. ist? Schließlich kann ich keinen Bollerwagen hinter mir herziehen. „Für solche Situationen wäre ein Rucksack praktisch“, denke ich mir.

Also habe ich danach gesucht und einen gefunden: den DogCarrier. Was er kann und wie er funktioniert, erfährst du in diesem Beitrag.

Ein Hunderucksack für alle Fälle und Felle

Als ich diese Hundetragetasche* zum ersten Mal gesehen habe, musste ich ein bisschen schmunzeln. Die Bilder von den getragenen Vierbeinern sehen einfach zu lustig aus. Doch die Produktbeschreibung hat mich neugierig gemacht und klingt durchaus vernünftig. Also bestelle ich mir einen und lasse ihn mir nach Griechenland liefern.

Der erste Eindruck ist sehr positiv.
Das, was beschrieben wurde, trifft rundum zu.

  • Das Material ist stabil und sehr gut vernäht.
  • Die wichtigen Stellen sind gepolstert und fühlen sich bequem an.

Den Dogcarrier gibt es für ganz kleine Hunde ab 3 kg bis hin zu ganz großen mit bis zu 30 kg. Ob du einen 30 kg schweren Hund jedoch längere Zeit tragen kannst oder möchtest, hängt natürlich von deiner Konstitution ab. Ich würde keine 5 Meter weit kommen …

Nutzen kannst du den Dogcarrier übrigens nicht nur zum Wandern, sondern auch für Radtouren oder andere Aktivitäten.

Der Praxistest

Nun kommt die spannende Frage: was wird Jule dazu sagen?

Sie mag es überhaupt nicht, auf den Arm genommen und getragen zu werden. Umso skeptischer bin ich, ob sie sich in dem Rucksack wohlfühlen wird.

Bei den ersten Übungsmetern steht ihr die nicht vorhandene Begeisterung ins Gesicht geschrieben, doch Steve läuft mit ihr in aller Ruhe weiter. Kurze Zeit darauf entspannt sie sich tatsächlich und scheint Gefallen an der Sache zu finden.

Und weil wir gerade in Probierlaune sind, darf auch Merle den Dogcarrier testen. Im Gegensatz zu Jule ist Merle ein totaler Tragehund.

Sie liebt es, Steve oder mir in die Arme zu springen und sich wie ein Baby rumtragen zu lassen. Daher erstaunt es mich nicht, dass sie sich auch im Hunderucksack sofort heimisch fühlt.

Allerdings kann ich mir beim Anblick der beiden zu Beginn ein Lachen nicht verkneifen. Es sieht schon lustig aus, wie sie da vor sich hinschaukeln. Aber darauf kommt es letztendlich nicht an. Viel entscheidender ist, dass dieser Hunderucksack wirklich praktisch ist – für den Hund und für den Halter.

Merle liebt es, getragen zu werden.

Auch ich möchte mir einen Eindruck davon verschaffen, wie es sich mit Hund auf dem Rücken anfühlt. Bei Wandern oder Klettern haben wir  ja noch einen weiteren Rucksack mit Essen, Trinken und Ausrüstung bei uns. Entweder übernehme ich zukünftig dann diesen oder trage Jule.

Das macht aber nur Sinn, wenn ich mich mit ihr auch bewegen kann und nicht rückwärts aus den Latschen kippe. Jule wiegt 15 kg und ich stelle fest, dass dieses Gewicht mein Limit ist., wenn ich mich noch halbwegs locker fortbewegen möchte.

Doch der Rucksack selber sitzt sehr bequem und fühlt sich gut an. Sowohl Jule als auch Merle scheinen das Wippen zu genießen. Beide verhalten sich ruhig und machen einen zufriedenen Eindruck.

Wichtig: 
Der Dogcarrier eignet sich nur für Hunde, die weder Probleme mit den Bandscheiben noch Spondylose haben. Im Zweifelsfall solltest du vorher deinen Tierarzt fragen.

Um deinen Hund an den Dogcarrier zu gewöhnen, solltest du in kleinen Schritten vorgehen. Bei Jule und Merle weiß ich genau, wie weit ich beim Üben gehen kann und erkenne ihre Stresssignale sofort. Lass dir also lieber etwas zu viel Zeit, als zu wenig.

Merles erster Trageversuch

Mein Fazit zum Dog-Carrier

Sowohl die Verarbeitung als auch der Tragekomfort für Mensch und Hund haben mich von diesem Hunderucksack überzeugt. Eine schwereren Hund als 15 kg könnte ich persönlich zwar nicht tragen, aber für alle Vierbeiner bis zu dieser Gewichtsklasse finde ich ihn super! So können wir nun weiterhin ausgiebige Wandertouren machen und Jule kann ihre müden Beine schonen, wenn sie keine Lust mehr zum Laufen hat.

*werblicher Link

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3 comments

  1. Das sieht total ungemütlich für den Hund aus. Ich kann mir nicht vrostellen, dass ein Hund das mögen kann. Ich finde es exponiert den Hund total und deponiert ihn in einer unnatürlichen Haltung. Für mich käme das nie in Frage.

    • Ob sich ein Hund darin wohlfühlt oder nicht, ist dem jeweiligen Tier ja deutlich anzusehen. Wenn es einem Hund nicht gefällt, macht es natürlich keinen Sinn, ihn darin zu transportieren. Aber zwischen „ich kann es mir nicht vorstellen, dass das ein Hund mögen kann“ und der Realität ist halt ein Unterschied. Ja, es gibt definitiv viele Hunde, die das mögen.

      Viele Grüße
      Nima

  2. Für uns sicher mal eine Überlegung wert. Unser alte „Dame“ wird schließlich auch nicht jünger.

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