Leben on the road, Serie Teil 4: Runterwegs

Dieses Mal geht es mit den Bus-Nomaden auf einen anderen Kontinent.
Verena und Patrick von www.runterwegs.de sind meine neuen Interview-Partner und stellen sich euch erst einmal selber vor.

„Wir sind Verena und Patrick von runterwegs.de.

Aus Overlandern sind wir zu Digitalen Hanomaden geworden – also Digitale Nomaden, die im Allrad-LKW Hanomag A-L28 nicht nur reisen, sondern auch leben und arbeiten.

Auf unserem Blog geben wir Tipps rund ums Leben auf Rädern, Overlanding und Reisen in Afrika.“

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Wie seid ihr auf die Idee gekommen, in einem LKW zu leben?

Unseren Allrad-LKW Hanomag A-L 28 haben wir uns für eine Transafrika-Reise gekauft, die wir im August 2010 gestartet haben. Als wir unser Ziel Südafrika nach fast zwei Jahren erreicht hatten, sind wir erstmal nach Deutschland zurückgekehrt.

Aber dort haben wir schnell beschlossen, dass wir dauerhaft im LKW leben, arbeiten und reisen wollen.

Warum habt ihr euch für einen Oldtimer entschieden?

Auf jeden Fall brauchten wir ein robustes Allrad-Fahrzeug.

Außerdem sollte es für Afrika einfache Technik haben, so dass man selbst das meiste reparieren kann.

Wir hatten auch über einen Toyota Hilux nachgedacht, haben uns aber dann dagegen entschieden, weil wir erstens nicht im Dachzelt schlafen wollten und zweitens mehr Platz brauchen.
Hinzu kommt, dass ein Oldtimer nicht nur günstig in der Anschaffung ist, sondern auch im Unterhalt.

Und Euro-Diesel ist eh ein Fremdwort für unseren Hanomag Bj. 1968 – andere Overlander mit neueren Fahrzeugen hatten oft Probleme mit schlechtem Diesel in Afrika.

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Worin unterscheidet sich das Leben im LKW zum Leben in einer Wohnung/einem Haus? Gibt es etwas, das ihr vermisst?

Im LKW lebt man zwar auf engem Raum zusammen, aber dafür verbringt man viel mehr Zeit im Freien.

Wir können günstig an tollen Standorten campen und aber auch schnell umziehen, wenn es uns nicht mehr gefällt. Für uns bedeutet das Freiheit und Flexibilität.

Wirklich vermissen tun wir nichts – höchstens einen großen Backofen und ein größeres Tiefkühlfach, da wir gerne Brot backen und viele Brotaufstriche und Saucen selbst zubereiten.

Im Moment haben wir den direkten Vergleich:
Da wir seit drei Monaten temporär in einem Haus in Malawi leben, weil wir im Oktober letzten Jahres auf einem Campingplatz brutal überfallen worden sind und Verena von einer Machete schwer verletzt wurde.

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Wo seid ihr überwiegend unterwegs?

Auf unserer Transafrikatour sind wir von Berlin über die Ostroute nach Südafrika gefahren.

Von dort haben wir weiter das südliche Afrika erkundet und wollten eigentlich über Malawi und Ostafrika Richtung Asien fahren. Aber dann hat es uns so gut in Malawi gefallen, dass wir schon seit Oktober 2013 hier geblieben sind.
Wie und wann es weiter gehen sollen, entscheiden wir spontan.

Welchen Rat würdet ihr jemanden geben, der mit dem Gedanken spielt, für längere Zeit in einem Bus oder LKW zu leben?
Worauf kommt es an – in Bezug auf das Leben auf Rädern, aber auch das Gefährt?

Am Anfang ist es auf jeden Fall eine Umstellung.

So sollte jedem bewusst sein, dass ein Leben im Fahrzeug nicht nur tolle Seiten hat. Es bedeutet auch weniger Freiraum und ein enges Zusammenleben für Pärchen oder Familien und natürlich auch weniger Besitz wegen der begrenzten Staufläche.

Aber auf der anderen Seite kann es auch sehr befreiend sein, weniger zu besitzen und sich auf die wesentlichen Sachen zu konzentrieren. Bei schlechtem Wetter und Kälte ist man auch auf den Lebensraum im Fahrzeug beschränkt. In Afrika ist zwar nie kalt, aber in der Regenzeit müssen wir trotzdem viel Zeit drinnen verbringen.

Bei der Fahrzeugwahl sollte man sich überlegen, welche persönlichen Ansprüche man hat und in welche Länder man reisen/leben will. Für uns, die hauptsächlich in Afrika unterwegs sind, ist es besonders wichtig, einen zuverlässigen Allrad-LKW ohne Elektronik zu haben, da dieser schnell und einfach repariert werden kann und wir überall hinkommen.

Natürlich kommt es, wie bei Wohnungen und Häusern auch, auf das Budget an: Es gibt das Passende für jeden.

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Vielen Dank, Verena und Patrick!

Zu den vorherigen Interviews:

Leben on the road, Serie Teil 1: 14m²

Leben on the road, Serie Teil 2: Rumtreiberin

Leben on the road, Serie Teil 3: Amumot

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