Unser Leben im Bus: Ihr fragt, ich antworte.

Am 10.12. war es soweit: Genau drei Monate leben wir nun schon auf Rädern!

Grund genug, die letzten Wochen einmal Revue passieren zu lassen und euch zu fragen:
Was brennt euch unter den Nägeln, wenn es um unser Leben im Horst geht?

Solche Ausblicke sind immer wieder schön.
Solche Ausblicke sind immer wieder schön.

In einem Wohnmobil leben

Bei Facebook habt ihr mir Feedback in die Kommentare geschrieben.
Und hier sind sie: eure Fragen und meine Antworten.

„Wie ist euer Spanisch oder schlagt ihr euch so durch?“

Ganz klar: Bisher schlage ich mich so durch.

Steve spricht kein Spanisch, abgesehen von ein paar Kraftausdrücken, die er beim Bouldern gelernt hat.

Und ich habe, als ich in Katalonien gelebt habe, Katalanisch gelernt.
Obwohl manche Begriffe gleich sind, ist es dennoch eine eigenständige Sprache und kein Dialekt.

Seit wir unterwegs sind, versuche ich konsequent Spanisch zu sprechen, verfalle aber immer wieder ins Katalanische.
Das ist aber auch verzwickt …

Da wir oft tagelang abseits in der Natur stehen, fehlen mir Übungsmöglichkeiten.
Deshalb dauert das Lernen der Sprache natürlich länger.

Horst im Nirgendwo
Horst im Nirgendwo

Ich verstehe eine Menge, aber beim Sprechen hapert es noch.
Da die Spanier in diesem Punkt aber großzügig über meine mangelnden Sprachkenntnisse hinwegsehen, kommen wir gut zurecht.

Es sei denn, Steve möchte unbedingt einen Kaltgerätestecker kaufen – da bin ich raus!

Spanisch

„Erschwert die Farbe Rot das Freistehen?“

Diese Befürchtung hatten wir im Vorfeld tatsächlich.
In der Praxis erweist sich unser rotes Horst-Mobil allerdings als absolut freihstehtauglich und recht unauffällig (abgesehen von seiner Größe).
Vielleicht harmoniert das Rot gut mit den Farben der Landschaft?

Wo isser denn?
Wo isser denn?

Ein weißes Wohnmobil wäre an vielen Stellen jedenfalls deutlich auffälliger gewesen.
Unser Fazit: Das Horst-Rot erschwert das Freistehen auf keinen Fall!

Mobil arbeiten

„Was ist besser als erwartet, was ist schlechter?“

Eigentlich ist weder etwas schlechter, noch besser, eher anders.

Das betrifft vor allem den Punkt Freizeit.
Da sich Steve aktuell eine berufliche Auszeit nimmt, hat er im Grunde Urlaub.

Ich dagegen arbeite an meinen Projekten weiter und habe zurzeit eine Menge um die Ohren.
Dass ich so viel zu tun habe, war im Vorfeld nicht abzusehen.

Steve erledigt dafür noch viele Sachen am Bus und entwickelt gerade eine grafische Anbindung an die Elektronik (also eine Anzeige für die Lade- und Batteriegeschichte).
Wir haben daher weniger gemeinsame Freizeit als wir es erwartet hätten.

Da steht schon was!
Da steht schon was!

Was besser läuft als erwartet, ist das Auffüllen des Wassers.
Wir hatten noch nie Probleme, irgendwo unseren Tank zu füllen. Es findet sich immer irgendwo ein Brunnen, selbst im entlegensten Winkel.

Und auch die Stromversorgung über die Panels klappt besser als wir es gedacht hätten.
Wir mussten noch nicht einmal auf externen Strom zurückgreifen, wobei wir uns von den Batterien mehr erhofft hätten.

Irgendwo gibt es immer Wasser.
Irgendwo gibt es immer Wasser.

Ebenfalls hervorragend läuft es mit den Hunden.
Sie sind total tiefenentspannt, können toben, sich dreckig machen und sind immer mit uns zusammen.
Da die beiden nun ja schon im Seniorenalter sind, freue ich mich riesig, diese Zeit so intensiv mit ihnen verbringen zu können.

„Geht ihr euch manchmal auf engstem Raum auf die Nerven?“

Na klar gehen wir uns manchmal auf die Nerven. Es wäre seltsam, wenn es nicht so wäre.

Allerdings leben wir von Beginn an auf engstem Raum zusammen und sind daran gewöhnt.

Wir haben direkt nach unserem Kennenlernen in Steves Auto einen sechswöchigen Roadtrip durch Spanien gemacht.
Da bleibt einem am anderen wirklich nichts verborgen …

Auto

In Deutschland haben wir dann in einer Ein-Zimmer-Wohnung gewohnt – auch nicht viel mehr Platz.
Der mangelnde Raum ist weniger der Grund für kleine Reiberein als das ständige Zusammensein.

Wir haben aber beide ein gutes Gespür für uns selber und für den anderen.
Wenn etwas in der Luft liegt, klären wir es immer direkt oder lassen uns einfach mal in Ruhe.

Zur Ruhe kommen!
Zur Ruhe kommen!

Wichtig finde ich es auch, sich zu entschuldigen, wenn man sich mal im Ton vergriffen hat.
Genauso gehört es dazu, die Entschuldigung anzunehmen und nicht nachtragend zu sein.
Zum Glück können wir das beide gut, dafür bin ich sehr dankbar.

Rücksicht zu nehmen und Kompromisse zu finden, ist ebenfalls notwendig.
Steve ist gerne länger wach als ich und schaut manchmal noch einen Film.

Da kann ich nicht einfach sagen:
„Jetzt mach mal das Ding aus“, schließlich ist sein Bedürfnis nach Unterhaltung nicht weniger wichtig als meines nach Schlaf.

Steve entspannt am Strand.
Steve entspannt am Strand.

Für solche Dinge finden wir bisher aber immer eine Lösung.
Wir sind außerdem beide mit einer guten Portion Humor ausgesattet und können gut über uns selber lachen.
Das entspannt viele Situationen von ganz alleine.

Und wenn die Nerven doch mal blank liegen, hilft zur Not ein dickes Stück Schokolade!

Wir haben meistens was zu lachen!
Wir haben meistens was zu lachen – über und unter Wasser.

Was würdest du gerne noch über unser Leben im Bus erfahren?

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5 comments

  1. Hey Nima,
    spannend! Was mich noch interessieren würde: Was kocht ihr so? Abwechslungsreiches Essen oder ist es oft das Gleiche?

    • Hey Stefanie,
      mir ist gesundes Essen schon wichtig, deshalb versuche ich, möglichst mit frischen Zutaten und abwechslungsreich zu kochen. Allerdings esse ich lieber als dass ich koche 😉
      Deshalb ist mein Repertoire nicht unendlich groß, aber ich schaue schon, dass ich auch Neues ausprobiere.

      Obst und Gemüse gehören für mich jedenfalls täglich dazu!
      Liebe Grüße
      Nima

  2. Hallo Nima,
    sehr nett was du da wieder so von dir (euch) schreibst.
    Ganz aktuell, habt ihr vier auch einen Weihnachtsbau?

    Gruss an Steven und laßt es euch weiterhin gut gehen.

    Liee Grüße, Christoph

    • Hola Christoph,
      nein, einen Weihnachtsbaum haben wir nicht, aber Teelichte 😉
      Weihnachtsdeko hatten wir in unserer Wohnung in Deutschland allerdings auch nicht,das ist für uns nicht wichtig.
      Und bei Temperaturen um die 20 Grad vergesse ich aktuell eh immer, dass bald Heiligabend ist 😉
      Liebe Grüße
      Nima

  3. die Tastatur spinnt etwas, sorry

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