Die Steinbrücke in Kleidonia aus dem Jahr 1853

Griechenland hat uns wieder!

Anfang September ist es soweit. Wir fahren mit Horst in Ancona auf die Fähre und los geht unsere Reise nach Griechenland.

Unter die Vorfreude auf die Rückkehr mischt sich Aufregung.
Wie wird es sich anfühlen, wieder dort zu sein? Werde ich mich nach der langen Zeit in Spanien fremd fühlen oder springt der Funkte direkt wieder über?

Da sind sie wieder, die Schildkröten

Wir überwintern wieder in Griechenland

Nach über 20 Stunden auf der Fähre kommen wir mitten in der Nacht in Igoumenitsa an. Hier habe ich im letzten Jahr mit Tränen in den Augen Abschied von Griechenland genommen. So viel habe ich hier erlebt, Schönes und Trauriges. Was erwartet mich dieses Mal?

Schon als ich auf der kurzen Fahrt zu unserem Übernachtungsplatz die ersten Schilder mit griechischer Schrift sehe, macht mein Herz einen Hüpfer.

„Steve, wir sind wieder da!“ Ich habe keine Ahnung, wie oft ich ihm das sage, aber Steve freut sich genauso.

Erster Halt am Drepano Beach

Am nächsten Morgen schlendern wir kurz durch Igoumenitsa, um ein paar Einkäufe zu erledigen und ich bin ganz aus dem Häuschen.

  • Ich freue mich, wieder Griechisch zu hören.
  • Ich liebe den köstlichen Geruch von frischem Gebäck, der aus den kleinen Bäckereien strömt.
  • Ich freue mich über den Anblick der alten Herren, die in den Kafenions sitzen.
  • Und ich freue mich über die herzliche, freundliche Art der Griechen, die mir entgegenschlägt.

Ja, ich bin zurück und es fühlt sich großartig an!

Entschleunigen – wir reisen langsam

Nach der doch recht anstrengenden Zeit in Deutschland und der vielen Fahrerei der letzten Wochen gehen wir es ruhig an. Unser erstes Ziel ist ein Stellplatz am Voidomatis.

Ankommen, durchatmen, runterkommen.

Das Wetter ist hervorragend, das Wasser des Voidomatis mit knapp 9 Grad so kalt wie eh und je. Lange Spaziergänge, kurze Abkühlungen im Fluss und viel Ruhe sind der ideale Einstieg.

Nach einer Woche nehmen wir Abschied und ziehen zum nächsten Ort weiter, der uns damals so tief beeindruckt hat.

Von Kapesovo steigen wir über die berühmten 1000 Stufen hoch bis nach Vradeto und laufen von dort zum Aussichtspunkt Beloi. Und wieder bin ich sprachlos von der umwerfenden Szenerie der Vikos-Schlucht.

Koordinaten Aussichtspunkt Beloi: 39°54’19.8″N 20°45’58.1″E

Ist das zu glauben?
Da treffen wir an diesem abgelegenen Platz doch tatsächlich einen der Rafting-Guides, mit denen wir im Vorjahr eine Tour gemacht haben. Die Welt ist klein, besonders hier in Griechenland.

Den Abend lassen wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und einem erfrischenden Bier in Kapesovo ausklingen. Ich fühle mich wie im Urlaub und mache mir bewusst: nein, das ist kein Urlaub, das ist mein alltägliches Leben. Dafür bin ich zutiefst dankbar.


Mit einem Abstecher nach Ioannina geht es nun nach Pramanta. Dort freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Babis und Pola vom Pramanta Refugio. Die beiden gehören zu den Menschen, die wir auf unserer letzten Reise ins Herz geschlossen haben. Deshalb ist die Wiedersehensfreude natürlich riesig!

Die nächsten Tage sind gefüllt mit Wandern, gemeinsamen Essen, Geselligkeit und dazu ganz viel Ruhe.

Nach Pramanta führt unser Weg nach Glyki zum Flusswandern und von dort zum Alonaki Strand. Dieser ist nach der Saison leider komplett verdreckt, so dass wir uns Müllsäcke schnappen und so gut es geht aufräumen.

Und dann zieht Aurelian für eine Woche bei uns ein. Ihn haben wir im Vorjahr in Griechenland kennengelernt und eine tolle Zeit mit ihm verbracht.

Dass zwischen ihm und mir 20 Jahre Altersunterschied liegen, ist vollkommen wurscht. Davon ist rein gar nix zu merken.

Im Gegenteil, Aurelian ist ein so aufgeschlossener, interessierter und weltoffener Mensch, dass die Gespräche mit ihm eine echte Bereicherung sind. Sein trockener Humor setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Auf seinen Vorschlag hin fahren wir in die Berge und zwar nach Pades zum Klettern. Dort befindet sich ein kleines Refugio mit einem kostenfreien Stellplatz.

Schon nach einem Tag ist klar, dass dieser Ort der Hammer ist!
Nicht nur das Refugio selbst strahlt eine unglaubliche Gemütlichkeit aus, sondern auch die Landschaft ist fantastisch.

Zwischen den Refugio Betreibern – Kostas, Dimitris und Akis – und uns entwickelt sich eine Freundschaft. Tagsüber macht jeder, wozu er Lust hat, zum Beispiel wandern, klettern oder biken, abends sitzen wir zusammen und reden oder spielen.

Es ist eine inspirierende Mischung aus den unterschiedlichsten Leuten, von alten und jungen, von Veganern, Abenteurern, Kurzurlaubern und Einheimischen. Die gesamte Atmosphäre ist geprägt von Offenheit und genau das ist es, was ich liebe.

So wundert es auch nicht, dass aus der geplanten einen Woche plötzlich drei werden.

Hinweis:
Der Stellplatz ist kostenfrei, aber für mich ist es eine Sache der Höflichkeit, als Dankeschön wenigstens eine Kleinigkeit im Refugio zu konsumieren. Hier gibt es nicht nur Getränke, sondern auch sehr leckeres Essen (auf Wunsch sogar vegan).

Dimitris, Akis, Kostas und Hektor – der Hund.

Und auch das bleibt uns in dieser Zeit nicht erspart: der erste tierische Notfall. Wir finden wir fünf auf den Müll geworfene Welpen, knapp 4 Wochen alt.

Dass wir sie nicht sich selbst überlassen, steht für Steve, Mandy und mich sofort fest. Doch mit diesem Entschluss beginnt eine zweitägige Odyssee, um die Winzlinge an eine Tierschutzorganisation zu übergeben.

Solche Erlebnisse gehören in Griechenland leider dazu, das wissen wir bereits. Und auch zukünftig schauen wir in solchen Momenten nicht weg, sondern versuchen, eine tragbare Lösung zu finden.

Rückblicke und Ausblicke

Seit sieben Wochen sind wir nun zurück in Griechenland. Keine Sekunde habe ich gefremdelt, sondern mich vom ersten Moment an wie Zuhause gefühlt. Meine Liebe zu Griechenland lässt sich nicht rational begründen. Das lässt sich die Liebe zu einem Menschen auch nicht, deshalb versuche ich es gar nicht erst.

Bald brechen wir auf in Richtung Süden. Es gibt noch viele unbekannte Orte, die wir entdecken möchten und bestimmt genauso viele Menschen, die neu in unser Leben treten werden.

Empfehlungen und Buchtipps: 

*werblicher Link

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6 comments

  1. Vielen Dank Nima,
    für Deine tollen Bilder & deine lustigen Kommentare. Ich muss gestehen, nach Nordgriechenland habe ich es auch noch nicht geschafft, ich war nur in den großen Häfen & auf Kreta.
    Ich wünsch Dir weiterhin eine gute Reise & pass auf Dich auf, liebe Grüße von Klaus

  2. Deine Gefühle zu Griechenland teilen wir auch. Es muss einfach jedes Jahr eine Reise dorthin sein. Entweder mit dem Womo oder dem Flieger.
    Grüße Peter

  3. Hallo nochmal,

    nur eine kurze Frage.
    wenn ich Mitte Dezember von Ancona aus rüberfahren möchte, meinst Du ich sollte vorher buchen oder gibts noch genug freie Plätze auf der Fähre?

    Grüße, von einem nach Griechenland hungernden ….
    Christian

    • Hey Christian,
      falls du Camping an Bord nutzen willst, geht das nur bis Ende Oktober. Ansonsten denke ich nicht, dass du für diese Zeit vorher buchen musst. Das ist ja keine Hauptreisezeit.
      Beste Grüße
      Nima

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