Warum ich meine Jogginghosen liebe

Am 21. Januar war der Tag der Jogginghose. Das es sowas gibt, ist an sich schon unglaublich.
Was noch unglaublicher ist? Dass ich prompt an diesem Tag eine Jeans trage!

Ich gebe zu, dass ich gar nichts über diesen Jogginghosen-Tag wusste.
Bei mir ist fast jeder Tag einer. Meine Jogginghosen und ich sind ein eingeschweißtes Team.

Du kannst sie auch als Yoga- oder Sporthose bezeichnen, als Freizeithose oder was auch immer. Tatsache ist, dass ich dieses Kleidungsstück liebe.

Mit Jogginghose am Strand

Nach dem Aufstehen hüpfe ich rein und fühle mich wohl. Sie kneift nicht, sie ist bequem und ich kann in allen möglichen Position rumfläzen. Nicht, dass ich das tue, aber ich könnte es.

Fürs Spazierengehen mit den Hunden ist sie ebenfalls prima. Und wenn ich lange vor dem Laptop hocke, engt sie mich nicht ein.

Ich gehe sogar in meiner Jogginghose einkaufen.
Was andere dabei von mir denken? Das ist mir ziemlich wurscht. Wem es nicht gefällt, der kann einfach wegschauen. Ich finde ja auch nicht alles schick, was die Leute so tragen.

Ein Symbol für Freiheit

Bin ich durch das Leben im Bus total verlottert? Habe ich jeglichen Bezug dazu verloren, was sich gehört und was nicht?

Nein, im Gegenteil.
Mir ist in den letzten Jahren erst richtig bewusster geworden, was ich will und was nicht. Dazu gehört auch, mich so zu kleiden, wie es mir passt.

  • Bei einem Supermarkt-Einkauf stört mich mein Freizeitlook nicht. Ich will dort einkaufen, mehr nicht.
  • Mache ich hingegen einen Ausflug in die Stadt, ziehe ich mir andere Klamotten an.
    Es kann sein, dass ich etwas besichtigen oder Essen gehen möchte. Dafür finde ich Jogginghosen unpassend.
  • Auch wenn ich Coachings geben, lümmle ich nicht in einer Freizeithose herum.
    Zum professionellen Arbeiten gehört für mich, dass ich mich entsprechend kleide – sowohl für den anderen, als auch für mich selber. Mit meiner Kleidung schlüpfe ich in eine andere Funktion bzw. Rolle.

„Oh, du liebe Jogginghose“

Wieso ich diese Hosen so liebe, hat einen einfachen Grund: sie sind für mich ein Symbol der Freiheit.

Ich bin nicht mehr gezwungen, mich durch Kleidung an gesellschaftliche Vorgaben anzupassen wie es zu meinen Konzern-Zeiten noch der Fall war. Selbst da habe ich es schon locker gehandhabt, dennoch musste ich mich einfügen.

Während viele Frauen tierischen Spaß daran haben, sich schick anzuziehen und sich für Kleidung interessieren, ist das bei mir nicht so. Kleidung ist für mich in erster Linie Mittel zum Zweck. Ich bin relativ uneitel und lege keinen Wert darauf, modisch up to date zu sein.

Natürlich gibt’s durchaus Momente, in denen ich mich rausputze.
Im Sommer laufe ich zum Beispiel oft und gerne in einem luftigen Kleid rum. Da haben die gemütlichen Jogginghosen häufiger Sendepause.

An anderen Tagen kann es dafür passieren, dass ich – Achtung, Zitat von Steve – aussehe „wie ein rosa Kaninchen ohne Schwanz“.

Grund dafür waren eine hellrosa Flausche-Jogginghose stilgerecht kombiniert mit einer cremeweißen Flausche-Jacke. Alles weich, alles kuschelig, alles bequem. Nur alles nicht besonders stylisch.

Hat mich Steves Bemerkung gekränkt?
Nein, absolut nicht. Wir mussten beide laut lachen. Ich kann sein, wie ich will und das fühlt sich perfekt an.

Damals wäre ich im Boden versunken

Vor ungefähr sechs Jahren wäre ich in der Kombination nicht einen Zentimeter vor die Haustür getreten.
Wenn mich SO jemand sieht? Das geht gar nicht. Im Haus ist das ja in Ordnung, aber draußen müssen angemessenere Klamotten her.

Dahinter steckte die Angst, aufzufallen. Ich mochte es grundsätzlich nicht, im Mittelpunkt zu stehen – weder positiv noch negativ.

„Wenn ich so leger rumlaufe, dann ziehe ich garantiert Aufmerksamkeit auf mich“.
Genau das wollte ich nicht. Ich wollte gemocht und akzeptiert werden. Das Risiko unangenehm aufzufallen, war mir zu hoch.

Wir alle werden von gesellschaftlichen Normen geleitet, das ist nicht ungewöhnlich. Mir ist es jedoch immer wichtiger geworden, diese zu hinterfragen und zu schauen, ob ich mich mit ihnen wohlfühle.

Heute lasse ich mich sogar vom Profi knipsen

Und heute?

Heute handhabe ich es nach dem Leitsatz, dass ich alles machen darf, wodurch ich anderen nicht schade.

So gehe ich sogar im rosa Kaninchen-Look mit den Hunden spazieren. Wenn ich Fußgängern begegne, grüße ich sie freundlich.
Komische Blicke ernte ich selten und wenn, stören sie mich nicht mehr.

  • Es kann sein, dass mich Leute dafür verurteilen.
  • Es kann aber auch sein, dass sie es insgeheim gut finden.
    Vielleicht wünscht sich manch einer, sich das auch zu trauen?

Wie auch immer, all das hat nichts mit mir zu tun. Ich bin meinem Anspruch treu, sauber angezogen zu sein und somit mir mit im Reinen.

Wenn ich andere Kleidung trage, mache ich es auch nicht allen recht.
Einem ist das Kleid zu bunt, dem nächsten zu kurz und wieder einer Person zu weit ausgeschnitten – so ist das Leben.

Ich kann auch anders

Ich höre einfach auf das, was mir mein Bauch sagt.
Fühle ich mich im Freizeit-Outfit unwohl, weil ich es selber unpassend finde? Dann trage ich was anderes.

Wozu also auf einen speziellen „Tag der Jogghinghose“ warten, wenn ich ihn jeden Tag feiern kann?

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One comment

  1. Peter Kompmann

    Hallo Nima;
    ich lese immer wieder gerne in deinem Blog und geniesse es sehr euer interessantes Leben gedanklich zu begleiten.
    Manchmal komme ich mir ein wenig parasitär vor, weil ich all diese schönen Geschichten und Bilder ganz umsonst geniessen kann.
    Ich würde Euch gern einen kleinen Betrag überweisen und Euch somit ein wenig unterstützen, aber ich hab keine Kto.daten gefunden. Also gib mir die Gelegenheit Euch ein wenig zu unterstützen und verrate mir wie das geht. Ich habe mal irgendwo eine Kto Nr gesehen aber nicht wiedergefunden. Mach bitte weiter so ,ich glaube, dass du vielen Menschen gute vibrations vermittelst. Liebe Grüße aus Norddeutschland, Und alles Gute weiterhin.
    Peko

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