Willst du frei sein?

Willst du frei sein?

Auf die Frage, was es kostet, sein Leben freier und selbstbestimmter zu gestalten, antworten die meisten damit: Mut.

  • Es kostet Mut, seine Wohnung aufzugeben
  • Es kostet Mut, seinen Job zu kündigen
  • Es kostet Mut, in ein fremdes Land zu reisen

Wir alle haben allerdings unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein freies Leben überhaupt aussieht.
Für die einen ist es, ortsunabhängig zu leben, für die anderen, mehr Zeit für sich zu haben, an einen abgelegenen Ort zu ziehen oder komplett auszusteigen.

Das macht das Reden über Freiheit ein bisschen verzwickt, aber ich möchte euch trotzdem ein paar Anregungen dazu geben.

Zuerst ein kleiner Ausflug in die Tierwelt …

freier leben

Was du von Flöhen lernen kannst

Es gab einmal einen Versuch, bei dem Flöhe in einen Glasbehälter gesetzt wurden.

Sie sprangen immer wieder aus dem Glas heraus, bis dieses durch einen Deckel verhindert wurde.

Was machten die Flöhe?
Sie haben ihre Sprunghöhe angepasst, um sich nicht ihren Floh-Kopf anzuschlagen.

Dann hat man den Deckel wieder weggenommen und siehe da:

Die Flöhe sind im Glas geblieben, obwohl es keinen Deckel mehr gab, der sie am Herausspringen gehindert hätte.

Dann hat man neue Flöhe dazugesetzt und wie hoch sind die gehüpft?
Sie haben sich an den anderen Flöhen orientiert und sich einfach angepasst. Auf die Idee, aus dem Glas zu springen, sind sie nicht gekommen.

Was hat das mit dir und der Freiheit zu tun?

Wir alle wachsen – im übertragenen Sinne – in einem Glasbehälter mit einem Deckel auf:

  • mit den Regeln in unserer Familie
  • mit gesellschaftlichen Normen
  • mit Gesetzen
  • mit allgemeinen Wertvorstellungen

All das gibt uns einen Rahmen, an dem wir uns orientieren können und der das Zusammenleben erleichtert.

Die Frage ist nur:
Wie gehen wir als Erwachsene mit diesem Deckel um, der uns am Herausspringen aus der Norm hindern soll?

Was bedeutet der vermeintliche Deckel für unsere persönliche Freiheit, für unsere Entwicklungsmöglichkeiten und unsere Kreativität?

Hör auf, dich zu verstecken!

Hör auf, dich zu verstecken!

„Du deckelst dich selber“

Nachdem wir viele Jahre mit diesem Deckel großgeworden sind, ist es schwer, ihn in Frage zu stellen.

Wenn du das machst, tanzt du aus der Reihe und stellst damit das Verhalten deines Umfeldes in Frage. Dieses springt nämlich automatisch weiter nur so hoch, wie es das gewohnt ist.

Und dann kommst du auf die verrückte Idee, etwas anders zu machen.

Vielleicht haust du dir dabei den Kopf an?
Dann sagen alle: „Das hätte ich dir vorher sagen können, das bringt doch eh nichts“

Vielleicht springst du aber auch über den Rand des Glases und stellst fest, dass es dort noch viel mehr zu entdecken gibt?

Dann wirst du auf diese Reaktionen treffen:

  1. Die Bewunderer
    Sie finden dein Verhalten spannend, weil du Aufregung in ihr Leben bringst.
    Selber würden sie sich das aber nicht trauen, weil sie sich im Grunde im Glas wohlfühlen. Außerdem ist Springen mit zu viel Aufwand verbunden. Für sie ist es leichter, davon zu reden, als es selber zu tun.
  2. Die Sicherheitsfanatiker
    Hui, das ist aber gefährlich, was du da machst.
    Du könntest dich beim Springen verletzen, was dann? Und du weißt ja auch gar nicht, was dich außerhalb des Glases erwartet, das Risiko ist ihnen eindeutig zu hoch.
    Neues auszuprobieren, ist für sie mehr eine Gefahr als eine Bereichung, deshalb lassen sie lieber alles so wie es ist.
  3. Die Kritiker
    Das sind die, die sich durch dein Verhalten richtig auf den Schlips getreten fühlen.
    Sie haben den Deckel so verinnerlicht, dass jeder Versuch, in zu überwinden, an ihrem Ego kratzt. Das macht man nicht! Wenn das jeder machen würde?! Wozu gibt es denn Gesetze und Regeln?
    Du stellst für sie eine gesellschaftliche Gefahr dar – Punkt.
  4. Die kreativen Macher
    Außer dir gibt noch andere Menschen, die daran glauben, dass das Leben im Glas nicht alles gewesen sein kann. Sie suchen selber nach Möglichkeiten, ihren Horizont zu erweitern und du hast ihnen bewiesen, dass man es schaffen kann.
    Sie lassen sich von dir inspirieren und suchen nach einem eigenen Weg, um über den Glasrand zu schauen.
Trau dich, Spuren zu hinterlassen

Trau dich, Spuren zu hinterlassen

Benutze deinen eigenen Verstand“

Der erste Schritt, um freier zu leben, ist also, dass du selber denkst und eigene Entscheidungen triffst.

„Das mache ich doch“, höre ich schon einige empört aufschreien, aber dem widerspreche ich.

Ein Beispiel aus meiner Praxis als Coach gefällig?

Auf einem Seminar in Deutschland habe ich den Unterschied im Verhalten zwischen Spaniern und Deutschen angesprochen, wenn es um rote Ampeln geht.

  • Wenn in Spanien eine Fußgängerampel Rot zeigt, dann schauen die Spanier nach links und rechts, ob ein Auto kommt. Wenn alles frei ist, gehen sie auch bei Rot über eine Straße.
  • Wenn in Deutschland eine Fußgängerampel Rot zeigt, bleiben die Leute stehen. Selbst nachts um 2.00 Uhr, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist, hält man sich daran. Schließlich müssen wir Kindern ein Vorbild sein (das Totschlagargument).

Dieser Ampel-Vergleich hat unter meinen deutschen Teilnehmern dazu geführt, dass ich eine Stunde lang nicht mehr weitermachen konnte. Sie waren komplett entrüstet und haben mit allen Mitteln für die Sinnhaftigkeit dieser Regel gekämpft.

Als ich später mit Spaniern darüber gesprochen habe, mussten diese nur lachen.

In diesem politisch unkorrekten Artikel habe ich schon einmal einen Ländervergleich angestellt: Achtung, Lesen verboten!

Es gibt viele Regeln und Verbote

Es gibt viele Regeln und Verbote

Schreit bei der roten Ampel in dir jetzt alles: „Das macht man aber so“?

Dann hast du diese Vorstellung zutiefst verinnerlicht. Jedes Rütteln an dieser Denkweise stellt für dich eine Gefahr deines Weltbildes dar.

Wenn jetzt jemand kommt und es anders macht, müsstest du entweder dich in Frage stellen oder ihn.
Die meisten entscheiden sich dafür, den anderen zu kritisieren anstatt ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen.

Das gilt natürlich nicht nur für rote Ampeln, sondern für alle Lebensbereiche.
Keiner von uns kann sich davon freisprechen, bestimmte Glaubenssätze, Regeln und Normen verinnerlicht zu haben und diese zu verteidigen, auch ich nicht.

Es geht auch humorvoll

Es geht auch humorvoll

Der Preis der Freiheit

Wahrscheinlich ahnst du es schon: Auch Freiheit kostet ihren Preis!

Dabei spreche ich nicht von einem finanziellen Preis.
Es geht nicht darum, sich Freiheit in Form von einem Stück Land oder einer einsamen Insel zu kaufen.

Freiheit kostet Sicherheit
Je mehr du versuchst, dich gegen alle potenziellen Gefahren abzusichern, umso weniger frei bist du.

Freiheit bedeutet, Dinge zu hinterfragen und selber zu denken
Andere denken zu lassen, ist bequem. Wenn du frei sein möchtest, musst du selber denken und entscheiden.

Freiheit heißt, kreativ zu sein
Anstatt dich über deine Situation zu beklagen, suchst du nach Lösungen und MöglichkeitenDu bist aktiv statt passiv.

Freiheit bedeutet, anzuecken
Wenn du aus dem üblichen Rahmen fällst, stößt du auf Kritiker.

Freiheit heißt, sich von den Erwartungen anderer zu lösen
Solange du versuchst, es allen recht zu machen, bist du nicht frei.

über das Wasser laufen

Ja, ich will frei sein

Auch ich bezahle natürlich einen Preis für meine Freiheit.

Ich habe mich zum Beispiel von vielen materiellen Dingen getrennt, an denen Erinnerungen hingen.
In unserem Bus wäre dafür aber kein Platz gewesen und sie aufzuheben, hätte mich Geld gekostet. Also habe ich diese Sachen verschenkt, verkauft und auch weggeworfen.

Außerdem sind Freundschaften auf der Strecke geblieben, weil manche Personen mit meinem neuen Lebensstil nicht zurecht gekommen sind.

Und ja, einige Schritte haben mich auch Mut gekostet, zum Beispiel als ich mich habe scheiden lassen.

Trotzdem bin ich glücklich, denn mit jeden Schritt lerne ich mich besser kennen.

Ein Spiel mit der Perspektive

Ein Spiel mit der Perspektive

Welchen Preis bist du bereit, für mehr Freiheit zu zahlen?

Vielleicht hast du Lust, meinen Blog mit einem selbstgewählten Betrag zu unterstützen? Natürlich absolut freiwillig!
Ich würde mich sehr freuen.

21 Kommentare

  1. Das hast du super geschrieben. Bei der roten Ampel musste ich lachen. Ich weiß nicht, wie viele Kommentare ich mir in Deutschland anhören musste, weil ich mit meinen Kindern ständig über rote Ampeln gelaufen bin. Die Ungarn bleiben interessanterweise auch in den allermeisten Fällen stehen. Ich bin ganz sicher nicht super mutig und ziehe es vor, viele Dinge NICHT zu machen, aber zumindest habe ich Regeln und Autoritäten immer hinterfragt. Was der Grund war, warum ich mit meiner letzten Chefin in Deutschland nicht klargekommen bin. Die war nämlich so eine typische Person, die alles abnickte und für gut befand, was von Personen in höheren Positionen kam. Ich wünsche dir alles Liebe und ein spannendes Leben mit dem Maß an Freiheit, das für dich gut ist.

    • Regeln und Autoritäten zu hinterfragen, finde ich durchaus mutig und sinnvoll!
      Das mit deiner Chefin kann ich mir daher sehr gut vorstellen 🙂

      Zu der Sache mit den roten Ampeln hat mir mal ein Deutscher, der in Spanien lebt, gesagt: „Ich erziehe meine Kinder lieber dazu, dass sie eine eigene Entscheidung treffen anstatt blind Regeln zu befolgen. Selber nach links und recht schauen und erst dann gehen – ganz einfach.“ 🙂

      Ich schicke dir sonnige Grüße aus Italien
      Nima

  2. Hi Nima,

    wie schreibt Seth Godin so schön: Freiheit ist unser größtes Problem und unsere größte Möglichkeit. Wunderbar, dass ihr beide euch so konsequent für die Möglichkeit entschieden habt.

    Auf die Freiheit und das eigene Denken!

    Dein Bruder im Geiste
    Mischa

    • Hey Mischa,
      das hat der Seth aber schön und treffend formuliert 🙂

      Ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr endlich mal wieder sehen und über unsere vielen Eindrücke austauschen können!
      Liebe Grüße von uns allen
      Nima, Steve, Luna & Jule

  3. Als jemand der gerne selber denkt, sage ich: die Floh-Geschichte ist aus einem Coaching Seminar oder Buch und wer auch immer sie zuerst erzählt hat, hat sie erfunden. 😉

    Ich versuche mich mal wieder als Philosoph…
    Der Begriff Freiheit wird ja in Zeiten wie diesen, wo der Mensch in der westlichen Welt sehr frei ist, immer inflationärer geprägt. Freiheit hat heutzutage in der westlichen Welt eine ganz andere Bedeutung, als z.B. im Mittelalter. Wir sind frei, sodass wir über unseren Geist und über unseren Körper verfügen können. Das ist so viel wert, wir wissen es gar nicht mehr zu schätzen. Wir können in unserer Welt so vieles thematisieren und frei denken, sind unseres Körpers eigener Herr/Frau. Gerade als Frauen war das ja bis vor nicht allzulanger Zeit gar nicht so und in vielen Teilen der Welt ist die Art von Freiheit (Selbstbestimmung- und Verwirklichung), wie wir sie suchen ein völllig absurder Begriff.
    Freiheit und Sicherheit bedingen eineinander. In einem System, wo die Sicherheit nicht gegeben ist, kann ich mich nicht frei verhalten (Bsp. Nordkorea *hüstel*). Gleichzeitig kann ich mir mit Freiheit Sicherheit schaffen. Freiheit braucht Grenzen, denn ohne Grenzen gäbe es keine Freiheit. Frei sein, kann man also nur, wenn man überhaupt die Möglichkeit hat zu wählen. Und wenn man die Möglichkeit hat zu wählen, ist man dann nicht schon im Geiste frei?
    Manchmal verkehrt sich Freiheit in ihr Gegenteil. Durch vermeintliche Freiheit (Selbstständigkeit zb.) mache ich mich abhängig (von Geschäftspartnern, Arbeitsgeräten etc..). Verzicht ist ein wichtiger Faktor bei der Freiheit. Denn um „frei“ zu sein, muss eventuell einiges geopfert werden. Ist man nicht nur dann wirklich frei, wenn man Entscheidungen trifft, die man auch dann teffen würde, wären sie mit persönlichen Opfern verbunden?
    Ich denke da an Freiheitskämpfer, die nicht für etwa eigennützige Dinge gekämpft haben, wie wir es heutzutage tun, sondern deren einziger Wunsch war, über ihren Körper oder ihr Denken frei entscheiden zu können. Ihr Opfer war meist ihr eigenes Leben, zum Wohle einer größeren Sache. Ich postuliere jetzt mal entgegen der Meinung Vieler, dass Menschen, die darin bestärkt werden müssen „frei zu sein“, schon zu beeinflusst sind um eine freie Entscheidung getroffen zu haben. Also jeder der Seminare, Ratgeber, Hörbücher, Blogs zum Thema „Wie werde ich wirklich frei?“ braucht, hat im Grunde seine Selbstbestimmung schon abgegeben.
    Am schönsten wäre es, wenn alle Kants kategorischen Imperativ befolgen würden. Alle wären zufrieden. 😉 Utopie?

    • Hi Dani,
      das ist in der Tat ein philosophischer Kommentar, aber das Thema verleitet natürlich auch dazu, in diese Richtung zu schweifen 😉
      Bei manchen deiner Punkte stimme ich dir zu, bei anderen nicht.
      „Durch vermeintliche Freiheit (Selbstständigkeit zb.) mache ich mich abhängig (von Geschäftspartnern, Arbeitsgeräten etc..).“ Auch hier kommt es auf den Standpunkt und das persönliche Empfinden von Freiheit an. Mich selber schränkt die Abhängigkeit von Geschäftspartnern zum Beispiel weniger ein als das Angestelltendasein mit einem Vorgesetzten. Andere mögen sich dagegen als Angestellte wohler fühlen.

      Auch das Leben in unserem Bus bringt viel Freiheit, aber auch viel Verantwortung mit sich. Würden wir uns nicht gut um die Pflege der Technik kümmern, wäre unsere Mobilität schnell dahin.
      Deshalb sage ich ja auch, dass Freiheit immer auch einen Preis kostet.

      Was die Ratgeber, Hörbucher, etc. zu diesem Thema angeht, sehe ich es so. Manche Menschen brauchen noch Impulse, um sich hin zu mehr Selbstbestimmung entwickeln zu können. Darin sehe ich erst einmal nichts Schlechtes. Was jeder daraus macht – oder auch nicht – ist natürlich seine Entscheidung. Manche nehmen ihr Leben die Hand, andere belassen es beim Jammern – so ist das Leben.

      Liebe Grüße
      Nima

  4. Super gut ge- und beschrieben. Wir sind vor ca. 15 Jahren mit umgebautem Bus ausgewandert. Damals haben unsere gleichaltrigen Freunde und Bekannte vor unserem Entschluss gewarnt, so von wegen was alles passieren könnte und welche Sicherheiten wir aufgeben usw. Aber ältere Menschen waren begeistert und von ihnen kam immer wieder die Aussage: „Ihr macht das richtig. Wir haben unsere Träume auf das Rentenalter geschoben und als es soweit war, konnten wir unseren Traum nicht mehr leben“ (wegen Krankheit o.ä.).

    Wir haben noch keine Minute bereut und bleiben immer in Bewegung, sprich: Wenn wir merken, dass unser momentaner Lebensstil nicht mehr zu uns passt, verändern wir wieder etwas. Dabei hören wir aber immer auf unser Inneres, nicht auf andere Leute.

    • Hey Marion,
      diese Erfahrung haben wir auch gemacht, dass ältere Leute oft aufgeschlossener reagieren.
      Eure Einstellung, in Bewegung zu bleiben, gefällt mir. Genau das macht das Leben aus. Ich kann schließlich auch nicht sagen, ob ich in vier Jahren noch Lust habe, im Bus zu wohnen, aber dann ist es auch o.k, wenn ich mich für etwas anderes entscheide.

      Super, dass ihr so einen guten Bezug zu eurem Inneren habt und auch darauf hört 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

  5. Hi Nima,

    ich mache es kurz: Ein absolut toller Artikel.

    Gruß
    Andreas

  6. Hola Nima, treffender Vergleich mit den Flöhen! Und passende Gedanken zum Thema Freiheit. Ich finde es wichtig, das Thema von beiden Seiten zu beleuchten, wie du es machst. Manche sind mir da viel zu idealistisch unterwegs und reden nicht von den anderen Seiten. Freiheit hat auch ihren Preis, aber sie nicht in Anspruch zu nehmen eben auch.

    • Hey Stefanie,
      ganz genau. Sich für einen Weg zu entscheiden, der mehr Freiheit (oder Freiraum) verspricht, bringt an anderer Stelle immer auch neue Abhängigkeiten oder Einschränkungen mit sich. Davon sind manche im Nachhinein überrascht, die ihren Blick nur auf die Vorteile gelegt haben.
      Liebe Grüße
      Nima

  7. Hey Nima,

    gerade letzte Woche habe ich selbst auf meinem anderen Blog genau zum gleichen Thema geschrieben. Freiheit beginnt im Kopf und hat natürlich ihren Preis.
    Die ganzen Typen, die Du aufgezählt hast, sind mir gerade auch bei meiner Kündigung und natürlich auch vor meinen Reisen begegnet. Aber inzwischen pfeife ich darauf, was andere denken. Sie sitzen in ihrem Glas und es ist ihr Leben.
    Davon mag ich mich nicht mehr beeinflussen lassen, ich will mein Leben leben.

    Und ich laufe auch über rote Ampeln, wenn nichts kommt. Es sei denn, es stehen gerade im Ausland Polizisten herum 😉

    Liebe Grüße,
    Ivana

    • Hallo liebe Ivana,
      dass du mit diesen verschiedenen Typen zu tun hattest, kann ich mir gut vorstellen. Die kommen plötzlich aus allen Winkeln hervor, wenn sie Gefahr wittern 😉
      Toll, dass du dein Ding trotzdem so konsequent durchziehst und dich davon nicht beirren lässt.

      Für deine Pläne und die Umsetzung wünsche ich dir nur das Beste,

      liebe Grüße
      Nima

  8. Die offenen Räume für uns Freiheitsucher und -finder existieren vor allem deswegen, weil viele der anderen aus den unterschiedlichsten Gründen ungeliebten Tätigkeiten nachgehen. Würde jeder Fließbandarbeiter, Lehrer, Polizist, Müllfahrer, Arzt, Wohnmobilbauer…, der keinen Bock mehr auf seine Arbeit hat, ab sofort nur noch tun, wofür er Freude empfindet, sprangen wir zwar aus dem Glas, fänden aber keinen Landeplatz.

    Viele Grüße Robert

    • Hey Robert,
      „Was wäre, wenn …“ und „Wenn das alle machen würden“ sind Ausreden bzw. Totschlagargumente 😉

      Ich weiß letztendlich nicht, was du mit deinem Kommentar ausdrücken möchtest. Dass sich nicht jeder selber verwirklichen soll?
      Liebe Grüße
      Nima

      • Ich wollte nur auf einen Aspekt hinweisen, der in den bisherigen Kommentaren noch keine Rolle gespielt hat.

        An irgend welchen Werten richten die meisten von uns ihr Leben aus. Möchte man ohne Religion auskommen, bietet sich, wie oben schon gesagt wurde, der kategorische Imperativ an. Insofern ist „Wenn das alle machen würden…“ kein Totschlagargument, sondern eher ein Hinweis darauf, dass manche Lebensentwürfe nur umsetzbar sind, weil andere, warum auch immer, ihre eigenen Bedürfnisse hintenan stellen.

        Um Missverständnissen vorzubeugen, ich zähle mich zu denen mit den „manchen Lebensentwürfen“. Deshalb habe ich vor den „Anderen“ allergrößten Respekt. Ihrer Selbstverleugnung verdanke ich zu großen Teilen meine Freiheiten.

        Viele Grüße, Robert.

        • Danke, dass du auf meine leicht provokante Antwort nochmal geantwortet hast 😉
          Jetzt verstehe ich dich auch besser.
          Die Frage „was wäre wenn …“ lässt sich immer stellen. Was wäre, wenn auf einmal alle zum Vegetarier werden würden? Was wäre, wenn alle nur noch im Wohnmobil reisen? Und so weiter …

          Es machen nicht alle. Genauso wenig setzen alle ihre persönlichen Lebensentwürfe um, was ich dennoch schade finde.

          Ich weiß aber, worauf du hinaus möchtest und finde deinen Kommentar eine gute Anregung, über diesen Punkt mal nachzudenken.

          Viele Grüße zurück
          Nima

  9. An genau dieser Frage (und der Antwort darauf) scheiden sich die nichtreligiösen Geister. Woran soll man sein Handeln ausrichten, wenn man eine religiöse Intendierung seines Lebens ablehnt? Da bleibt nur die Vernunft und weil der Mensch als soziales Wesen auf eine erfolgreiche Vergesellschaftung mit seinesgleichen angewiesen ist, muss er sich fragen bei dem, was er tut, ob die Maxime seines handlungsantreibenden Willens als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung dienen kann (Kant).

    Lautet die Antwort „Nein“, das tut sie bei mir leider viel zu oft ;-), ist man im Begriff, etwas eher … Fragwürdiges, weil im besten Falle lediglich Egoistisches zu tun.

    Ich bin sehr für Selbstverwirklichung, stolpere aber dabei immer wieder über die Frage nach ihrer Grenze.

    Viele Grüße, Robert.

  10. Ich bin (noch) aus der Kategorie „Bewunderer“ und finde es immer spannend zu lesen wie es andere machen. Es ist schon viel wahres dran, sich aus dem Korsett befreien zu können. Als freiheitsliebender Mensch und Wassersportler fühle ich mich auch nur richtig wohl, wenn ih am oder auf dem Wasser bin. Eine Lösung von den Zwängen, die UNSER Einkommen sichert, aber besser zu meinem Lebensstil passt, suche oder ich zwar, kann Sie aber noch nicht sehen. Nicht zuletzt kostet die persönliche Lebensvorstellung aber auch finanziell! Freiheit hin oder her wäre für mich ALLEIN gar keine Frage, aber mit 2 kleineren Kindern sehe ich die gleichen Möglichkeiten gar nicht (allein schon wgn. Schulpflicht etc.). Ich wäre froh darüber, wenn es irgendwo mal zu lesen gäbe, wie es Familien schaffen, individueller zu leben. Liebe Grüße!

    • Es gibt inzwischen einige Familien, die anders leben und sich von den Zwängen gelöst haben, zum Beispiel die SundanceFamily oder die Ökofamilie.de
      Vielleicht findest du bei ihnen ein paar Anregungen, wie du dein Leben mit Kindern freier gestalten kannst?

      Natürlich kostet jede Lebensweise Geld, die eine mehr, die andere weniger. Für uns war es entscheidend, mehr Zeit für Dinge zu haben, die wir gerne machen. Indem wir weniger ausgeben, müssen wir weniger verdienen 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

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