Hund frisst veganes Futter

Kann man Hunde pflanzlich ernähren? Ein spannendes Interview mit Leni Lecker

„Tierquälerei! Man kann einen Hund nicht vegan ernähren. Du stülpst deinen Tieren bloß deine Lebensphilosophie über.“

Es gibt Themen, an denen scheiden sich die Geister Während ich mich mit manchen Menschen sachlich über veganes Hundefutter austauschen kann, machen andere komplett dicht. Es ist auch nicht in meinem Sinne, jemanden überzeugen zu wollen. Mir liegt ein konstruktiver Austausch am Herzen, sonst wird so ein Gespräch schnell zu einem Bullshit-Bingo.

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Wieso überhaupt veganes Hundefutter?

Obwohl ich mich selbst schon seit fast neun Jahren vegan ernähre, habe ich Miro und Merle weiterhin Futter mit Fleisch gegeben. Ich war überzeugt, dass sie es benötigen und eine vegane Ernährung für Hunde unnatürlich sei. Dann bin ich mit Vegan4Dogs in Kontakt gekommen und dachte: „Okay, ich probiere es einfach mal aus.“

Wenn du auch erst mal testen willst, wie das Futter deinem Fellfreund schmeckt, ist ein Probierpaket dafür der entspannteste Einstieg. *

Ausschlaggebend waren unter anderem die unzähligen positiven Erfahrungsberichte, und zwar auch von Menschen, die sich selbst nicht pflanzenbasiert ernähren. Für mich war außerdem wichtig, dass ich auch für meine Hunde keine anderen Tiere leiden oder umbringen lassen will. Das kann ich nicht länger mit meinem Gewissen vereinbaren.

Dass eine pflanzliche Ernährung von Hunden möglich ist, ist inzwischen unbestritten. Umso mehr freue ich mich über das Interview mit Leni und Mattthias von Vegan4Dogs, auf deren Futter meine beiden Racker abfahren, wie ich auf Waffeln!

Für dich zur Info vorab:
Da das Thema so umfangreich ist, mache ich aus dem Interview mehrere Artikel, also verdauliche Häppchen.

Kann man Hunde pflanzlich ernähren? Ein spannendes Interview mit Leni Lecker

Pflanzliche Ernährung von Hunden – wie geht das?

Wie sind die Reaktionen auf pflanzliches Hundefutter: Gibt es häufig Vorurteile oder Missverständnisse, mit denen du konfrontiert wirst?

Inzwischen sind schon einige Jahre vergangen seit wir angefangen haben, die vegane Hundeernährung in die Welt zu tragen. Genau genommen 11. In dieser Zeit hat sich unsere Gelassenheit um einiges entwickelt und auch die Offenheit für veganes Hundefutter hat eine Kehrtwende eingelegt.

Wo früher große Unsicherheit, gar Ablehnung verbreitet war, sind nun immer mehr Menschen dem Thema gegenüber aufgeschlossen. Dafür ist Aufklärungsarbeit und Wissensvermittlung super wichtig und war immer ein besonderer Bestandteil unserer Werte. Wer gut informiert ist, kann mündige Entscheidungen treffen.

Das häufigste Vorurteil was es zu hören gibt ist, dass der Hund Fleisch braucht. Gerne auch mit dem Verweis, dass der Hund vom Wolf abstammt. Die Ähnlichkeiten von Wolf und Hund halten sich ehrlich gesagt in Grenzen. Man schaue sich nur mal die unterschiedlichen Lebensräume der beiden Spezies an. Wie viele Menschen sich wohl vorstellen können, dass ein Wolf bei Ihnen im Bett schläft? Aber bei der Ernährung sollen sie sich dann doch noch sehr ähnlich sein?

Für uns geht es aber nicht um Vermutungen, sondern wir schauen in die Wissenschaft. Ein eklatanter Unterschied zwischen Wolf und Hund ist nämlich, dass Hunde verstärkt in der Lage sind, Stärke zu verdauen und daraus Energie zu gewinnen. Das hat eine schwedische Studie aus dem Jahre 2013 herausgefunden. Das ermöglicht es Hunden auch, mit pflanzlichem Futter zu gedeihen. Wer mehr über das Thema ‘Der Hund ein Wolf! Oder doch nicht?’ erfahren möchte, kann dazu gerne in unserem Blogbeitrag nachlesen, inkl. aller Quellenangaben.

Grundsätzlich ist es so, dass der Hund nicht Fleisch braucht, sondern Nährstoffe. Die können auch aus pflanzlichem Ursprung stammen, solange alle Nährstoffe zugeführt werden, die der Hund braucht. Proteine kommen z.B. aus Hülsenfrüchten und Samen.

Wir haben uns im Laufe der Zeit überlegt, dass wir gerne Aufklärungsarbeit leisten, und uns dabei auf die Menschen fokussieren, die interessiert sind an dem Thema vegane Hundeernährung. Menschen, die in alten Verhaltensweisen verharren möchten, können wir sowieso nicht ändern.

Kann man Hunde pflanzlich ernähren? Ein spannendes Interview mit Leni Lecker

Was hat dich dazu inspiriert, hochwertiges pflanzliches Hundefutter herzustellen, und wie unterscheidet es sich von herkömmlichen Tierfuttersorten?

Gestartet sind wir aus Eigenbedarf. Als Eddie 2012 aus dem Berliner Tierheim zu uns kam, war ich kurz vorher vegan geworden. Matthias wollte gerne einen Hund haben und meine zwei Bedingungen waren, dass der Hund aus dem Tierheim kommen sollte und dass er vegan sein kann. Matthias war einverstanden und ich habe mich an die Recherche gemacht, ob ein Hund vegan leben kann.

Zu dem Zeitpunkt war veganes Hundefutter noch nicht wirklich verbreitet, aber ich bin trotzdem fündig geworden, dass es möglich ist. Die Auswahl an veganem Futter war überschaubar. Ich habe damals zum selber Kochen ein Supplement aus den USA benutzt. Die Verfügbarkeit war aber nur mäßig und so haben wir uns daran gemacht, selbst was auf die Beine zu stellen.

Der erste Schritt war eine Beratung an der FU Berlin bei dem Experten für Hundeernährung Prof. Dr. Zentek. Der war zwar überhaupt nicht Experte für vegan und vermutlich auch nicht so angetan von der Idee, aber es war der Grundstein für die Entwicklung von unserem Supplement zum Selberkochen V-Complete. Von da an hat sich alles gefunden.

Ich habe mich selbst in die Thematik Hundeernährung eingearbeitet und mich weiterhin von Expertinnen aus dem Bereich Hundeernährung beraten lassen, wie auch die Produktentwicklung mit ihnen zusammen umgesetzt. Ich habe vor allem den Bereich vegan abgedeckt, denn das Wissen dazu hatte damals noch niemand. Nachdem V-Complete auf den Markt kam, haben wir uns an die Entwicklung unseres Trockenfutters Greta gemacht. Denn wer hat schon Zeit, immer selbst zu kochen?

Wichtig war bei der Entwicklung, dass es ein Alleinfutter wird. Das heisst, dass alle nötigen Nährstoffe für einen ausgewachsenen, gesunden Hund enthalten sind. Im Gegensatz zu konventionellem Hundefutter ist in pflanzlichem Futter kein Fleisch als Proteinquelle enthalten, sondern Hülsenfrüchte wie Linsen und Erbsen. Auch Samen wie Sonnenblumenkerne und Leinsamen ergänzen das Nährstoffprofil. Kohlenhydrate wie Reis und Kartoffeln liefern Energie im Futter. Hunde sind nämlich in der Lage, aus Kohlenhydraten Energie zu gewinnen, durch die Verstoffwechselung von Stärke. Da liegt auch der große Unterschied zu seinem Verwandten, dem Wolf.

Abgerundet habe ich die Zusammensetzung mit leckerem Gemüse und verdauungsfördernden Gewürzen. Denn neben der Zusammensetzung, die alle Nährstoffe abdeckt, ist mir noch besonders wichtig, dass das Essen gut schmeckt. Vegan heisst ja nicht automatisch fade. Und um erfolgreich ein veganes Hundefutter einzusetzen, sollten folgende Punkte abgedeckt sein:

  1. Es muss alles enthalten sein
  2. Es muss gut vertragen werden
  3. Es muss gut schmecken.

Das ist das Erfolgsrezept, dass dein Hund das Futter gut annimmt.

Dass das Futter gut ankommt, können Miro und Merle bestätigen! Du solltest mal hören, wie Miro jeden Tag aufs Neue glücklich grunzt, wenn ich ihm das Futter gebe. 🙂

Kann man Hunde pflanzlich ernähren? Ein spannendes Interview mit Leni Lecker

Worauf sollte man bezüglich der Nährstoffe achten, wenn man seinen Hund vegan ernähren möchte?

Grundsätzlich hat man mehrere Möglichkeiten, seinen Hund vegan zu füttern. Die einfachste Weise ist es, ein Alleinfutter zu nehmen. Das gibt es z.B. in Trocken- und Nassfutter, wie Greta und Pauline. Alleinfutter heißt hierbei, dass alle Nährstoffe enthalten sind und nichts extra zugeführt werden muss. Das gilt für ausgewachsene, gesunde Hunde.

Wenn du dir das Sortiment in Ruhe anschauen willst, findest du im Shop alle Infos und Produkte auf einen Blick..*

Auch Hunde im Wachstum können vegan gefüttert werden, da sollten bei einem Alleinfutter für ausgewachsene Hunde allerdings die fehlenden Nährstoffe ergänzt werden, denn in der Wachstumsphase ist der Nährstoffbedarf höher als im Erhaltungsstoffwechsel. Die fehlenden Nährstoffe lässt man sich am besten bei einer Ernähungsberatung berechnen und ergänzt diese dann gezielt.

Eine weitere Möglichkeit, seinen Hund vegan zu füttern, ist das Selbstkochen. Das hat den Vorteil, dass man auf besondere Ernährungsbedürfnisse eingehen kann, wie Unverträglichkeiten und Allergien. Auch den geschmacklichen Vorlieben des Gefährten kann besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden und eine regionale und saisonale Küche ist sehr gut möglich.

Beim Selberkochen sollte ein Supplement verwendet werden, um die Mahlzeit zu komplettieren. Dafür haben wir V-Complete entwickelt. Es enthält Nährstoffe wie Vitamin B12 und D, aber auch z.B. Calcium und andere Mineralstoffe. V-Complete wird zu dem selbstgekochten Futter dazu gegeben und rundet das Essen zu einer Komplettmahlzeit ab.

Bei der Zusammenstellung von selbstgekochten Rationen sollte Sorgfalt an den Tag gelegt werden, damit es zu keinen Mangelerscheinungen kommt. Dafür haben wir eine allgemeine Fütterungsempfehlung für V-Complete erstellt, die die Zusammensetzung von Proteinquelle, Kohlenhydratquelle, Gemüse/Obst, Fett und Supplement angibt. Diese ist auf den Bedarf von ausgewachsenen, gesunden Hunden ausgelegt.

Kann man Hunde pflanzlich ernähren? Ein spannendes Interview mit Leni Lecker

Wer für seinen Hund im Wachstum selbst kochen möchte, sollte auch hier wieder eine Rationsberechnung machen lassen. Auch bei Hunden mit Krankheiten ist eine solche Berechnung sinnvoll, da diese auf die individuellen Bedürfnisse maßgeschneidert ist.

Beim Kochen kannst du dich auch gerne von unseren Rezepten inspirieren lassen. Diese sind alle bedarfsdeckend berechnet für ausgewachsene Hunde.

Was anfangs vielleicht noch überwältigend erscheint, wird mit der Zeit und den Erfahrungen immer leichter ins Leben integriert. Das kennen wir auch von anderen neuen Dingen, die wir lernen. Also keine Angst.

Trockenfutter, Nassfutter und Selbstgekocht lassen sich im übrigen auch sehr gut kombinieren. So bleibt der Speiseplan abwechslungsreich.

Wenn ich meinen Hunden euer Alleinfuttermittel Greta gebe, muss ich nichts mehr ergänzen, richtig?

Genau. Alleinfutter hat die rechtlichen Vorgaben, dass es alle Nährstoffe für die vorgesehene Tierart enthalten muss. Greta ist ein Alleinfutter für ausgewachsene, gesunde Hunde. Sie enthält alle nötigen Nährstoffe. Du brauchst also nichts weiter hinzuzufügen, es sei denn, du möchtest z.B. einen Extra Boost geben mit unserem DHA Algenöl Curly. Sie kann dabei helfen, die Haut- und Fellqualität sichtbar zu verbessern, die Gelenkgesundheit zu unterstützen und die allgemeine Vitalität deines Hundes zu fördern.

Und falls du noch mehr suchst: Bei Vegan4Dogs findest du auch die Kekse “Lorelai” und die vegane Zahnpflege “Olaf”.*

Kann man Hunde pflanzlich ernähren? Ein spannendes Interview mit Leni Lecker

Bis zum nächsten Artikel hast du die Möglichkeit, deine Fragen in die Kommentare zu schreiben, damit ich sie beim nächsten Interview mit aufnehmen kann.

Was brennt dir rund um vegane Hundeernährung unter den Nägeln?

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