Psst, Geheimtipp: Klettern bei Figueres!

Psst, Geheimtipp: Klettern bei Figueres!

Siurana, Margalef, El Chorro, Montserrat – das sind Klettergebiete, die über die spanischen Grenzen hinaus bekannt sind. Deshalb trifft man dort zur Hochsaison natürlich Kletter-Touristen aus aller Welt an, internationales Flair inklusive.

Wenn du es ein wenig ruhiger und “spanischer” angehen möchtest, dann schau mal in Beuda vorbei. Beuda ist ein kleiner Ort, bestehend aus einem Restaurant und ca. vier weiteren Häusern. Kaum ist man im Ort, ist man schon wieder draußen.
Das Dorf ist also nicht der Grund, weshalb sich für dich ein Abstecher dorthin lohnt, sondern die Felsen, an denen du dich klettertechnisch austoben kannst.

Klettern in Beuda

Ungefähr 30 km hinter Figueres – in Richtung Olot – liegt Beuda. Der nächste größere Ort ist Besalú, eine mittelalterliche kleine Stadt. Das gesamte Stadtzentrum von Besalú steht unter Denkmalschutz und ist aus meiner Sicht einen Besuch wert.
Hier gibt es alles, was du für den täglichen Bedarf benötigst, und auch einen Campingplatz. Den habe ich noch nicht persönlich besucht und kann dir daher nicht sagen, ob er gut oder schlecht ist.

Von Besalú führt eine Straße in Richtung Beuda und 8km später bist du da. Du fährst an dem Restaurant vorbei, bis nach ca. 1,5 km rechts eine kleine Parkbucht kommt. Hier heißt es aussteigen und zu Fuß weitergehen.
Gegenüber führt ein Weg in den Wald, diesem folgst du 15 Minuten, bis du oben an den Felsen ankommst.

“Ich glaub`, ich steh` im Wald”

Ja, das ist richtig, die Felsen liegen in einem kleinen Waldgebiet. Bei warmen Temperaturen kann man es sich also unter einem Baum gemütlich machen, die Kletterrouten sind aber eher auf der Sonnenseite.
Ab und zu triffst du hier, vor allem am Wochenende, ein paar Ausflügler an, ansonsten maximal einheimische Kletterer. Während der Woche ist hier tagsüber so gut wie nichts los und ihr seid vermutlich für euch.

Der Fels ist ausgezeichneter Kalkstein, der uns durch seine erstaunliche Griffigkeit beeindruckt hat. Das liegt auch daran, dass hier viele Routen noch neu und nicht abgeklettert sind. Die ersten Routen wurden im Jahr 1989 erschlossen und denen merkt man natürlich einen leichten Verschleiß an. Dieser hält sich aber noch immer in Grenzen.

Das Besondere an Beuda

Beuda ist ein ideales Gebiet für Einsteiger und für Kletterer, die sich an 6er Routen herantasten wollen. Oder einfach Genussklettern wollen. Hier findest du keine 8er, nur wenige 7er, aber umso mehr 5er und 6er Routen. Auch ein paar 4er sind dabei, so dass man hier wirklich gut üben kann. Die Routen sind allesamt sehr gut gesichert und bewegen sich zwischen 8m und 30m Länge. Wir haben hier ein paar richtig schöne geklettert, die ich jederzeit nochmal machen würde!

Insgesamt bietet dir Beuda ungefähr 80 Routen, so dass du hier durchaus für mehrere Tage etwas zu tun hast.
Infos bezüglich des Topos findest du am Ende des Artikels.

Wenn du wild zelten möchtest, ein kleiner Hinweis:
Hier gibt es einige Wildschweine, die unserem Zelt nachts einen Besuch abgestattet haben. Unsere “tapferen” Hunde haben ausgerechnet da keinen Mucks von sich gegeben, obwohl das äußerst hilfreich gewesen wäre. Stattdessen haben wir in einer Nacht- und Nebelaktion unser Zelt ab- und 30 km weiter in Darnius wieder aufgebaut.

Stell dich also ggf. darauf ein und lasse keinerlei Essensreste herumliegen. Auf dem Weg zum Felsen sieht man tagsüber sehr schön, wie die Schweine nachts den Boden umgepfügt haben.
Grundsätzlich ist Wildcampen in bzw. um Beuda herum möglich, aber du musst unter Umständen ein bisschen nach einem geeigneten Platz suchen.

 Fazit:

  • Die Nähe zu Figueres und zum Meer (ca. 60km) machen Beuda zu einem geeigneten Ziel für einen Tagesausflug.
    Durch die Nähe zu Besalú lassen sich dort aber auch mehrere Tage verbringen mit Klettern, Kultur, Natur und Ruhe.
  • Von Besalú ist es nur noch einen Katzensprung bis nach Saderness, einem weiteren großen, bekannten Klettergebiet.
  • Absolut empfehlenswert für Einsteiger und für Kletterer, die sich an Routen im 6ten Grad herantasten möchten.
  • Leichter Zustieg zu den Hauptsektoren, ein wenig mehr querfeldein zu zwei anderen Sektoren.
  • Ruhiges Gebiet, überwiegend besucht von Locals
  • Toller Fels und abwechslungsreiche Routen
  • Sehr gut gesichert
  • Kleiner Nachteil: Nachmittags nimmt die Bewölkung häufig deutlich zu und es herrscht eine etwas höhere Regenwahrscheinlichkeit. Daher lohnt es sich, vormittags nach Beuda zu fahren.

Topo:

Gegen einen einmaligen Unkostenbeitrag von 5€ sende ich dir gerne das Topo mit persönlichen Ergänzungen zu.
Bitte trage dazu bei Paypal einfach das Topo ein, das du gerne haben möchtest – gerne auch mehrere.

Psst, Geheimtipp: Klettern bei Figueres!

Ähnliche Artikel

Bouldern - was ist das?

Bouldern – was ist das?

“Bouldern ist wie klettern – nur anders” Wenn ich jemandem erzähle, dass Steve und ich …

Glücklich in Griechenland

Reisen durch Nordgriechenland: wandern, klettern und mehr

“Was, fünf Monate seid ihr schon am gleichen Ort? Wird euch das nicht langweilig?” Bei …

One comment

  1. Die Geheimtipps sind echt Gold wert!

    Ich war letztes Jahr mit meiner Familie auch in Beuda und es hat uns total mitgerissen! Was für ein wundervolles Örtchen. Sowohl zum entspannen als auch zum Klettern bestens geeignet.
    Auch die Felsen sind echt schön. Was mich ein wenig gestört hat, war, dass es teilweise einfach zu heiß zum Klettern war. Dann waren wir lieber in der Alt”stadt” unterwegs.
    Insgesamt war das echt ein Reiseziel, das wir noch häufiger aufsuchen werden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert