Wild, grün und aktiv – Kantabrien!

Wild, grün und aktiv – Kantabrien!

„Wandern, Schneeschuhwandern, ein Klettersteig, Surfen und Kajakfahren?“
Als ich die Informationen zur bevorstehenden Pressereise nach Kantabrien lese, bin ich verunsichert. Wasser ist eigentlich nicht mein Element, weder in flüssiger noch in gefrorener Form.

Aber ich wäre nicht Nima, wenn ich deshalb kneifen würde und so sage ich der Reise zu. Wäre doch gelacht, wenn ich mich von Schneeschuhen abschrecken lassen würde, oder?

Außerdem war ich noch nie in diesem Teil Spaniens, habe aber schon so viel Spannendes davon gehört. Schauen wir mal, was mich erwartet.

Wild, grün und aktiv – Urlaub in Nordspanien

Kaum in Santander angekommen, machen wir eine Bootstour durch die Bucht.

So lasse ich mir das mit dem Wasser gefallen.

So lasse ich mir das mit dem Wasser gefallen.

Unser Guide Carlos erklärt uns die Tier- und Pflanzenwelt, während wir gemütlich über das Wasser schippern. In Somo legen wir an und vertreten uns am 2km langen Sandstrand die Beine.

Der wohl bekannteste Strand Kantabriens ist auch bei Surfern sehr beliebt, das sieht man an den Ausschilderung.

Zum Surfen immer den Schildern nach

Zum Surfen immer den Schildern nach

Zwischen den vereinzelten Spaziergängern entdecke ich Pilgerer, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Hier Surfer, da Pilgerer: eine nicht alltägliche Mischung.

Pilgerern begegnen wir auch am nächsten Morgen, als wir den Camino Lebaniego entlang fahren, einem Teilstück des Jakosweges.

Während der Fahrt bekomme ich einen ersten Eindruck von der Landschaft. Sie erinnert mich manchmal an Irland, dann wieder an Österreich, aber selten an Spanien.

„Mann, ist das grün hier?!“

Der Himmel ist heute wolkenverhangen, die Sonne kämpft sich durch sie hindurch. In Kantabrien regnet es deutlich öfter als in anderen Teilen Spaniens, deshalb ist es hier auch viel grüner.

Jetzt, im Frühling, sprießt und blüht es, wohin das Auge blickt. Die Wiesen sind so saftig grün, als hätte man sie mit Farbe besprüht.

Als wir am Aussichtspunkt „Mirador Santa Catalina“ ankommen, verschlägt es mir die Sprache. Vor mir nichts als Berge, wohin ich auch blicke.

Mit diesem Ausblick auf die Schlucht “La Hermida” wickelt mich Kantabrien um den Finger. Weniger als 40 Kilometer trennen mich vom Meer und hier hat es solche Berge?

Hier muss ich unbedingt noch einmal hinkommen, das steht fest.

Wir fahren weiter zur Teleferico Fuente Dé, einer Seilbahn in den Picos de Europa.

Noch laufen wir in T-Shirts herum, aber gleich sollen wir tatsächlich durch Schnee stapfen.

Ich weiß noch nicht so richtig, was ich davon halten soll. Das wird bestimmt kalt. Und rutschig. Aber was soll’s: Probiere ich es einfach mal aus!

Ab in die Bahn und auf geht’s nach oben.
Genauso schnell wie wir auf dem Berg stehen, haben wir dann auch die Schneeschuhe unter den Füßen.

Mir wird es beim Laufen so warm, dass ich im T-Shirt durch den Schnee stapfe. Als der Guide von mir ein Foto macht, hätte er die Schuhe allerdings gerne mit ablichten dürfen …

Und der erst recht

Nicht kopf- sondern fußlos.

Nach einer Stunden sind wir zurück an der Gondel und der Spaß steht uns in den Gesichtern geschrieben.

Wer hätte gedacht, dass ich einmal Schneeschuhwandern machen würde? Und das ausgerechnet noch in Spanien? Ich jedenfalls nicht.

Beeindruckt bin ich nach dieser Aktion auch von der umwerfenden Landschaft in den Picos de Europa. Hier gibt es sogar Braunbären und Wölfe, aber die trotten natürlich nicht einfach so herum.

Der Nationalpark Picos de Europa

Der Nationalpark Picos de Europa

Eine wilde Flussfahrt

Am nächsten Tag stehen der Klettersteig „El Caliz“ in Ramales und eine Kajakfahrt auf dem Programm.

Der Fels ist für wieder sicheres Gebiet. Da habe ich was zum Anfassen und weiß, was zu tun ist.

Ungefähr 1,5 Stunden sind wir, inklusive Rückweg, unterwegs und kommen alle unversehrt wieder an. Hier soll es in der Gegend außerdem noch zig Höhlen geben, die man besichtigen kann, aber das schaffen wir in der kurzen Zeit natürlich nicht.

Für das Mittagessen erwartet uns ein Highlight: Das 1-Sterne Restaurant La Solana in Ampuero.

Normalerweise trifft man mich in so gehobenen Restaurants nicht an. Umso neugieriger bin ich auf die vielen kleinen Gerichte, von denen sich eines köstlicher als das andere herausstellt.

Spargel vom Allerfeinsten

Spargel vom Allerfeinsten

Die Stimmung in unserer Gruppe ist ausgelassen wie bei einer Horde Fünftklässler. Und da passiert es: Ich verschlucke bei dem ganzen Gekichere eine Erbse!

Habt ihr schon mal einen Lachanfall mit einer Erbse im Hals erlebt?
Den Spaß haben in diesem Moment vor allem die anderen, während mir verzweifelt Lachtränen über das Gesicht rollen und ich um Luft ringe.

Wie gut, dass jetzt nur noch der Nachtisch kommt, den werde ich wohl ohne weitere Anfälle genießen können.

Eigentlich bin ich schon bis zum Platzen voll, aber dieser Käsekuchen ist einer der leckersten, den ich jemals gegessen habe. Ich habe keine Ahnung, wie man den so butterweich backen kann.

„Wir saufen alle ab“

Als wir uns auf dem Weg zur Kajakschule “Canoasón” machen, befürchten wir, dass wir mit unseren vollgestopften Bäuchen innerhalb von Sekunden absaufen.

Erst einmal müssen wir unsere trägen Körper jedoch in die schicken Neopren-Anzüge quetschen.

Na, wie sehen wir aus?

Na, wie sehen wir aus?

Wir bekommen eine Erklärung, wie das Paddeln funktioniert, stellen 2er Teams zusammen und ab geht’s!

Naja, zumindest für Amandine und mich geht es ab. Edwina und Jana lenken ihr Kajak nach wenigen Metern direkt vor den erstbesten Brückenpfeiler und kommen nicht weiter. Das kann ja lustig werden.

An Land klappt es schon mal gut

An Land klappt es schon mal gut

Wie lustig es dann noch wird, hätte ich im Leben nicht erwartet.
Edwina und Jana steuern zielstrebig alle Punkte an, an denen man sich festfahren kann.

Nach fünf Minuten entscheidet sich Iker, unser Guide, zum Eingreifen und wechselt die Teams.

Jana und Edwina auf Abwegen

Jana und Edwina auf Abwegen

Amandine und ich ergänzen uns dagegen prima und beobachten das Treiben mit einem dicken Grinsen im Gesicht.

Die anderen nennen uns das Barbie-Team.

Die anderen nennen uns das Barbie-Team.

Aber was ist das? Ein kleiner Wasserfall?
Iker steigt aus seinem Boot und sagt uns, wie wir uns verhalten sollen. Dann zählt er bis drei und zack – weg sind Jana und Francois.

Amandine und ich hören lautes Gelächter, das ist schon mal ein gutes Zeichen.
Nun sind wir dran: Eins, zwei, drei – platsch!

Das war klasse!
Jetzt aber schnell ans Ufer und gespannt das letzte Team beobachten: Iker und Edwina.

Tapfer hält Edwina ihre GoPro hoch, aber ihr Gesicht drückt bei jedem Ruckler des Kajaks Anspannung aus. Und dann ist sie weg. Sie taucht ab, kommt wieder hoch und mit ihr schnellt ein Bein in die Höhe. Das Ganze sieht aus wie KungFu nur in komisch – ein Bild für die Götter!

Schaut euch das kurze Video unbedingt bis zum Ende an.

Der kleine Wasserfall bietet sich an, um von dort einen Sprung in den Fluss zu machen. Da wir alle gerade richtig in Fahrt sind, lassen wir uns den Spaß nicht nehmen.

Schnell wieder ans Ufer

Schnell wieder ans Ufer

Dumm nur, dass ich beim Abspringen ausrutsche und mit dem Hintern zuerst auf dem Fels lande statt im Fluss.

Autsch, nix passiert, alles gutgegangen. Aber eine Prellung ist das ganz sicher …

Die Chaotengruppe

Die Chaotengruppe

Ab aufs Brett

Für die anderen steht am nächsten Tag noch Surfunterricht auf dem Plan. Mir bleibt wegen der Prellung nur die Rolle der Zuschauerin, was bei den frischen 14 Grad vielleicht nicht ganz so schlimm ist.

Bei einer letzten gemeinsamen Tasse Kaffee lassen wir später die drei Tage noch einmal an uns vorbeiziehen.

Wir haben nur einen winzigen Eindruck davon bekommen, was es in Kantabrien alles zu tun gibt.

So klein dieser Landesteil sein mag, so enorm groß ist seine Vielfalt.

  • Kleine, ursprüngliche Bauerndörfer, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.
  • Gewaltige Berge, die imposant in den Himmel ragen.
  • Eine Küste, die mit ihren sandigen Buchten und grünen Klippen stark an Irland erinnert.
  • Viele gute Restaurants und traditionelle Gerichte mit frischen Zutaten aus der Region.
  • Outdooraktivitäten, die keine Wünsche offen lassen.
    Vom Surfen über Wandern, Biken, Klettern, Canyoning, Kajakfahren, Reiten bis hin zum Skifahren ist wirklich alles möglich.

Kantabrien, wir kommen!

Direkt nach meiner Rückkehr ändern Steve und ich unsere Reiseroute.

Wollten wir zuerst einen Abstecher nach Portugal machen, fahren wir nun auf direktem Weg nach Kantabrien. Drei Tage Pressereise waren bloß einen Tropfen auf den heißen Stein, jetzt will ich die Region ausgiebig entdecken.

Und dass es noch viel zu entdecken gibt, da bin ich mir sicher.

Nützliche Infos

Buchtipps:

*Die Einladung zu dieser Reise erfolgte durch das Spanische Fremdenverkehrsamt und den Tourismusverband Kantabriens.
Die beschriebenen Ansichten sind meine eigenen.

2 Kommentare

  1. Super! Wir sind dann in ca. 1,5 Wochen in Kantabrien. Ich hoffe mal, dass sich das weiße Gold bis dahin verabschiedet hat, sonst wird das nix mit der Kraxelei!
    PS: das mit dem Wasser wär auch nix für mich. Ich mag Wasser nur in einem Zustand: Fest. Als Schnee oder Eis. Letzteres kann auch ruhig mal Geschmacksrichtungen haben. ;)
    Lg
    Dani

    • Wenn die Wasserpumpe bis dahin wieder funktioniert, sind wir dann schon langsam auf dem Heimweg. Noch stehen wir an der Küste in Kantabrien. Vielleicht rollen wir uns ja tatsächlich über den Weg? Wäre lustig :-)

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