Unsere Erfahrungen mit der Trenntoilette

Unsere Erfahrungen mit der Trenntoilette

So häufig wie in den letzten 1,5 Jahren habe ich noch nie über Toiletten gesprochen. Kaum lernt man andere Camper kennen, ist das stille Örtchen schnell ein Gesprächsthema.

  • „Habt ihr eine Toilette im Bus?“
  • „Wozu braucht ihr denn eine Toilette?“
  • „Was für ’ne Toilette benutzt ihr denn?“

Als wir Horst gekauft haben, war bereits eine Toilette eingebaut, ein Vakuum-WC. Damit waren wir im Grunde auch zufrieden, bis sich das Teil in Italien entschlossen hat, den Geist aufzugeben.

Steve haben das defekte Fußpedal notdürftig repariert

Steve hat das defekte Fußpedal notdürftig repariert

Spätestens da habe ich gemerkt, wie angenehm es ist, ein eigenes WC an Bord zu haben. Ich habe nämlich keine Lust, mich nachts bei Wind und Wetter hinter irgendeinen Busch zu hocken oder auf öffentliche Toiletten angewiesen zu sein.

Nachdem also unser Vakuum-WC hinüber war, haben wir nach einer Alternative gesucht. Da wir auch zukünftig keine Chemie verwenden wollen, haben wir uns für eine Trenntoilette entschieden.

Ganz nach dem Motto: Je weniger Technik, desto weniger kann kaputtgehen!

Vor- und Nachteile einer Trenntoilette

Vor acht Wochen hat Steve in einer kniffligen Umbauaktion das Vakuum-WC rausgerissen und die Trenntoilette eingebaut. Ursprünglich haben wir uns für das Modell Separett Villa interessiert, aber das ist für unseren Raum zu groß.

Jetzt steht dort das Separett Weekend*.

separett weekend

Und weil wir das Bad eh in ein komplettes Chaos verwandelt haben, hat es auch noch einen neuen Anstrich bekommen – ein kräftiges Rot.

Am Anfang war es ein wenig ungewohnt die neue Toilette zu benutzen, aber das ist normal, wenn etwas neu ist.

Das Flüssige läuft nun direkt in einen Tank, das Feste landet im Sammelbehälter und wird mit etwas Streu (Kompost- oder Kleintierstreu) bedeckt – fertig.

Die größte Umstellung war, dass wir nun nicht mehr abziehen müssen. Da hat mir die Macht der Gewohnheit mehrfach einen Streich gespielt …

Und damit komme ich direkt zu den Vorteilen der Trenntoilette.

Vorteile der Trenntoilette

  • Sie verbraucht kein Wasser
  • Sie ist ruhig
  • es gibt keine Elektrik, die kaputtgehen kann
  • Hinterlassenschaften sind biologisch abbaubar
  • chemiefrei
  • einfache Entsorgung
  • langer Leerungs-Rhythmus

Im Vergleich zum Vakuum-WC ist für mich ein sehr angenehmer Nebeneffekt, dass das Trennklo keine Geräusche macht.
Das Abziehen und der anschließende Pumpvorgang bei der Vakuum-Toilette waren so laut, dass von stillem Örtchen nicht die Rede sein konnte.

Während das Vakuum-WC zwar nur wenig Wasser benötigt hat, braucht die Trenntoilette nun gar keines mehr. Auch das gefällt mir sehr gut, denn wieso sollte ich kostbares Wasser wegspülen, wenn es auch ohne geht?

Die Entsorgung der Hinterlassenschaften ist außerdem total einfach. Ungefähr alle acht Tage nehmen wir den Beutel aus dem Sammelbehälter und werfen ihn in den Müll. Den Tank mit dem Flüssigen entleeren wir alle vier Tage.

Was wir also für die Trenntoilette benötigen, sind Beutel für den Sammelbehälter und etwas Streu, mehr nicht.
Als Urin-Tank benutzen wir weiterhin den, der vorher an das Vakuum-Klo angeschlossen war. Der Umbau hat Steve zwar ein paar Nerven gekostet, aber der Einsatz hat sich gelohnt.

Was sind die Nachteile der Trenntoilette?

Nach ca. einer Woche beginnt es leicht zu müffeln, aber dann leeren wir den Behälter einfach.

Die Geruchsbildung liegt zurzeit daran, dass wir noch keinen Lüfter und Kamin eingebaut haben. Sobald das geschehen ist, ist auch dieser kleine Nachteil behoben.

„Trennst du schon oder spülst du noch?“

Wir haben uns bewusst zwei Monate Zeit gelassen, bevor wir unsere Erfahrungen mit der Trenntoilette schildern. Obwohl wir vorher schon viel Positives darüber gelesen haben, wollten wir uns selber von ihr überzeugen.

Inzwischen würden wir uns jederzeit wieder für die Trennklo-Variante entscheiden, weil sie so unkompliziert ist.

Neuer Anstrich und neues Klo

Neuer Anstrich und neues Klo

Fazit

Da ich in allen Lebensbereichen zum „keep it simple“ Prinzip tendiere, bekommt die Trenntoilette von mir ein klares Ja!

Sie zu benutzen, ist weder eklig noch unhygienisch. Aufs Klo gehen kann so einfach sein, ohne Chemie und ohne Wasser – bloß trennen und gut!

Welche Erfahrungen habt ihr mit einer Trenntoilette gemacht?

 

*Diese Toilette wurde uns vom Separett Vertriebspartner in Deutschland kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wir danken Herrn Hoffmann für die unkomplizierte Abwicklung und den Versand nach Griechenland.

Der Bericht gibt ausschließlich unsere persönliche Erfahrung wieder.

15 Kommentare

  1. Hallo Ihr Zwei,

    wir haben unsere Trenntoilette seit etwa 5 Wochen drin. Wir haben nur den Sitz von Separett genommen und den Rest selbstgebaut.

    Ich mache es kurz: Wie konnten wir nur ohne leben? Welch eine phänomenale Erleichterung.

    Gruß
    Andreas

    • Huhu 🙂
      das geht uns ganz genauso: So ein Trennklo ist wirklich super!
      Die Selbstbau-Variante ist auf jeden Fall auch eine gute Lösung, die wir in Betracht gezogen haben. Aber da bei uns zu dieser Zeit ja alles gleichzeitig den Geist aufgegeben hat, war Steves Bastelleidenschaft irgendwann erschöpft 😉
      Liebe Grüße
      Nima

  2. Ernst Tollknaepper

    Hallo zusammen,
    wir hatten das Glück, dass die Villa bei uns passt. Seit 7 Monaten haben wir die im Betrieb. Und es ist einfach genial. Durch den Lüfter brauchen wir auch kein Streu. Es riecht absolut nichts.
    Ich weiß auch nicht, warum diese Form der Toiletten nicht Standard wird im Womo. Etwas Besseres gibt es nicht.

    Liebe Grüsse
    Ernst

    • Hey Ernst,
      warum das kein Standard ist oder wird, erschließt sich mir auch nicht. Aber manche Leute denken noch immer, dass so eine Trenntoilette eklig sei, vielleicht liegt es daran.

      Liebe Grüße
      Nima

  3. Hallo Nima,
    kurz am Rand erwähnt, tolle Seite werd wohl öfters mal reinschauen.
    Zum Thema: hab vor ca 15Jahren auch so ein tolles Chemieklo von einem Kollegen gekauft der es nie benutzt hatte, um es in meinem damligen Ducato in der kleinen Nasszelle zu benutzen. Das eine Toilette in den Bus muß, war mir nach einem kurzen Städtetrip in Amsterdam ganz klar. Finde mal Morgens im Wohnbereich von Amsterdam eine Möglichkeit dich zu erleichtern!
    Nachdem ich dieses Klo hatte, fragte ich mich nach 2maligem benutzen mit der Chemie was das ganze soll, da ich ja nach 2Wochen die Flüssigkeit wegwerfen sollte und manchmal nur am Wochenende unterwegs war. Bin dann über einen Campingartikelhersteller auf einen Eimer mit Plastiktüte gestoßen und fand das sehr praktisch. Bin anschließend hergegangen und hab das PortaPorti umgebaut. Hab einfach den unteren behälter mit einer Plexiplatte um den Rand geschlossen und hab eine Mülltüte in die Schüssel gelegt. Dazu kam ein Lutdichter Lebensmitteleimer in dem ich meine Mülltüten bis zum nächsten Müllcontainer aufbewahre. Einfach, praktisch und gut.
    Liebe Grüße
    Stefan

    • Hallo Stefan,
      es ist schon seltsam, dass es da von den großen Herstellern keine guten Lösungen gibt. Das, was du selber gebastelt hast, hört sich jedenfalls sehr praktisch an 🙂

      Beste Grüße
      Nima

  4. Hallo Nima,

    irgendwie ist mit meinem letzten Post etwas schief gelaufen und der Post ist verschwunden. Warum auch immer… also nochmal:

    wir haben im Februar auch umgebaut und eine Trenntoilette eingebaut. Aus Zeitmangel haben wir auch eine fertige Toilette verbaut. Und wie immer, wenn man etwas sensationelles geändert hat fragt mich sich eins: Warum nicht schon früher? Wir sind jedenfalls begeistert.

    Wenn einer deiner Leser Interesse an einem zweiten Erfahrungsbericht hat, kann er gerne bei mir auf der Seite vorbei schauen. Im Gegensatz zu euch haben wir die Toilette von Nature’s Head verbaut.

    Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt durch Griechenland
    Christa

    • Haha, die Frage „Wieso sind wir da nicht früher drauf gekommen“ kennen wir 😉 Wir finden das Trennklo weiterhin eine super Sache! Danke für deinen Hinweis zu eurem Erfahrungsbericht. Das ist für viele bestimmt als Entscheidungshilfe nützlich.
      Liebe Grüße
      Nima

  5. Ich habe Separett Privy verbaut, aber für Weibchen klappt das Treffen der Urinabscheidung nicht, sondern fließt in den Sammelbehälter. Was soll ich ändern?
    Ist die Sitzhöhe mit 45 cm zu hoch? hilft ein Hocker? oder gibt es wo eine Sitzanleitung für Weibchen?
    Bitte um ernstgemeinte Ratschläge

    • Sorry, aber da kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Frag doch am besten beim Hersteller mal nach oder bei einem Trenntoilettenhersteller?
      Viele Grüße
      Nima

  6. Hallo,
    die Idee mit der „Trenntoilette“ hatte ich schon lange.
    Ich war schon mal vom 42. – 53. Lebensjahr in einem umgebauten MB 508 on the road.
    Runter bis Dakhla und rüber bis auf die Kanaren. Schwerpunkt waren „Themenreisen“ durch touristisch wenig erschlossene Gegenden Süd-West-Europas.
    Zu meiner Überraschung gibt es solche Gegenden ohne Ende.
    Z.B. die vielen heissen öffentlichen Quellen im weiteren Umfeld der Sierra Nevada und die Höhlenmenschen in der Gegend um Purullena / Guadix in Spanien.
    Früher gab es die hochgiftige Chemikalie Formaldehyd, die unsere „Mischtoiletten“ gewissermaßen sozialverträglich gemacht haben. Allerdings auf Kosten der Umwelt. Weil da einiges an Gift und Dreck in die freie Landschaft gekippt wurde. Viele Camper halten es bekanntlich nach dem Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn. Diese „Sorglosigkeit“ hat uns viel Kredit gekostet und immer mehr schöne Buchten sind für Camper inzwischen verboten worden. Das wäre nicht nötig gewesen.
    Ich als Mann habe natürlich gut reden !!
    Ich kann leicht „trennen“ und brauche nicht einmal eine teure „Trenntoilette“.
    Ich habe lediglich zwei kostengünstige „Porta-Pottis“ aus dem Reich der Mitte angeschafft.
    Kosten knapp über 40,- € inkl. Versandkosten.
    Ich benütze die Pottis ohne Spülwasser und mit weit offener Öffnung nach oben !
    Vor dem Einsatz kommen ca. 200 gr. selbst hergestellter „Mulch“ in den Fäkalientank. Das bindet Restfeuchte und Gerüche.
    In den Tank kommen nur die festen Hinterlassenschaften ohne Klopapier und ohne „feuchte Tücher“.
    Letztere kommen separat in einen Beutel und werden kontinuierlich an geeigneter Stelle entsorgt. Oder in einem Lagerfeuer verbrannt.
    Die flüssigen Hinterlassenschaften werden grundsätzlich in einer „Flasche“ mit großer Öffnung gesammelt und kommen nicht in den Fäkalienbehälter. Das klappt auch bestens, während Mann den „Porta Potti“ benützt.
    Ohnehin sehe ich nicht ein, mühsam aus meinem Alkoven zu klettern, wenn mich nach dem einen oder anderen kühlen Bierchen des Nachts die Blase drückt.
    Bei jeder passenden Gelegenheit werden dann die flüssigen Hinterlassenschaften 1 zu 1 mit Wasser verdünnt (!!!) und einem durstigen Baum gespendet. Wenn Bäume Dankesbriefe schreiben könnten …
    Bei diesem Prinzip der konsequenten Trennung hält der Fäkalienbehälter eines „Ports-Potti“ locker 14 Tage.
    Hinzu kommt, dass man den absolut vollbiologischen Inhalt guten Gewissens auch im Wald und in der Heide vergraben kann. Unmittelbar vor dem Entleeren wird natürlich reichlich Flüssigkeit in den Tank gegeben, damit die Dinge auch auskippbar werden. Das klappt problemlos.
    Das wäre mein Beitrag zu diesem „anrüchigen“ Thema.
    Ich wünsche noch einen sonnigen Tag und viel Vergnügen unterwegs.
    Grüße vom Mainzer Lerchenberg
    Nik

    • Hey Nik,
      besten Dank für deinen ausführlichen Kommentar 🙂 Das stimmt schon, dass du es als Mann etwas einfacher hast. Deine Lösung klingt auf jeden Fall sehr pragmatisch, ist doch super!

      Das mit der Sorglosigkeit unter einigen Campern bezüglich dieses Themas finde ich auch sehr schade bzw. ärgerlich. So schwer ist es ja nun nicht, seine Hinterlassenschaften vernünftig zu entsorgen oder wegzuräumen.
      Danke für deine Anregungen,
      liebe Grüße
      Nima

      • Hallo, Nima,
        wenn man 11 Jahre am Stück on tour war, hat man viele Menschen getroffen, die ihr Leben in Autos und „unterwegs“ gelebt haben. Viele hatten sich den Anstrich von „Ökos“ gegeben. Am Ende wollten sich aber viele davon keinen Kopf darüber machen, was mit ihren Hinterlassenschaften geschieht. Der Einbau eines elektromagnetischen Ventils am Fäkalientank, bedienbar vom Fahrersitz aus, ist mir öfters begegnet, als mir lieb war. Manche Fahrer haben sich damit gebrüstet, dass sie das Ventil in voller Fahrt bedient haben. Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie gesagt: „Aus den Augen, aus dem Sinn“.

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