Unser holpriger Start in Griechenland

Unser holpriger Start in Griechenland

„Das kann doch nicht wahr sein, was kann denn noch alles schiefgehen?“

Seit vier Wochen ist bei uns der Wurm drin und zwar an allen Ecken und Enden.

  • Flöhe im Bus,
  • ein neuer Staubsauger, der nach zwei Tagen defekt ist,
  • unser Vakuum-WC, das den Geist aufgibt,
  • ein kaputter Beifahrersitz,
  • ein kaputter Regler für das Standgas
  • Satelliteninternet, das in Griechenland nicht funktioniert.

Bei manchen Sachen handelt es sich bloß um Kleinigkeiten, bei anderen um durchaus gravierende Störungen. Ohne Internet kann ich nicht arbeiten, ein funktionierendes WC brauchen wir auch und ohne Leerlaufregulierung können wir nicht fahren.

Kaum haben wir ein Problem gelöst, taucht ein anders auf und klatscht das vorherige ab.
Und damit es ja spannend bleibt, sorgen wir selber auch für Nachschub an Ereignissen, indem wir Horst im Sand festfahren.

Eigentlich sind wir nicht festgefahren, hier aber schon

Eigentlich sind wir nicht festgefahren, hier aber schon

Steve entwickelt sich immer mehr zum Allround-Handwerker und repariert mit einer unglaublichen Kreativität ein Teil nach dem nächsten. Aber unser Geduldsfaden wird strapaziert und auf die Probe gestellt. So haben wir uns die ersten Wochen in Griechenland nicht vorgestellt.

Steve bei der Arbeit

Steve bei der Arbeit

Verständlich, dass wir bei diesem Durcheinander den Kopf nur bedingt frei haben und uns noch nicht zu 100% auf Griechenland einlassen können.

Hallo, Griechenland

Die ersten Tage waren zumindest entspannend.
Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Campingplatz Palouki stehen wir wir zum ersten Mal frei am Strand.

Ab jetzt geht es richtig los, unser Abenteuer Griechenland.

Unsere erste Nacht freistehend

Unsere erste Nacht freistehend

Von hier geht es weiter zum Klettergebiet bei Kardamyli, 35km südlich von Kalamata.

Genau das brauchen wir jetzt:
Uns beim Klettern verausgaben und nachmittags ins glasklare Wasser springen.

Nach dem ganzen Ärger sauge ich die gelassene Atmosphäre wie ein trockener Schwamm auf.

Noch sitzt uns das ungelöste Internet-Problem im Nacken, aber jetzt wollen wir erstmal abschalten. In Kardamyli gelingt uns das bestens und deshalb feiern wir hier auch das zweijährige Horst-Jubiläum.

Neues Land, neuer Alltag

Mein letzter Griechenland-Trip liegt über 15 Jahre zurück. Damals war ich als Pauschaltouristin unterwegs und musste mich nicht um Sachen wie das Wäschewaschen kümmern – jetzt schon.

Waschsalons sind hier allerdings so gut wie keine zu finden.
Und der einzige, den wir in Kalamata ausfindig machen können, ist beim Unwetter vor zwei Wochen abgesoffen.

So ein Unwetter habe ich selten erlebt

So ein Unwetter habe ich selten erlebt

Das heißt, dass wir zum Waschen zukünftig auf einen Campingplatz fahren müssen und uns zwischendurch mit Handwäsche behelfen. Kein großer Aufwand, aber halt anders als gewohnt.

Frei stehen und wild trocknen

Neben dem Waschen stellen sich uns auch diese Fragen:

  • Wo kaufen wir am besten ein?
  • Wo können wir Wasser tanken?
  • Wie reagieren die Griechen auf Luna und Jule?
Luna und Jule in Griechenland

Luna und Jule in Griechenland

Die ersten Kontakte zu den Griechen sind positiv.
Trotz der Krise halten sie den Kopf hoch und blicken zuversichtlich in die Zukunft.

Und wer hätte gedacht, dass unser Schlappohr-Hund Jule die Herzen der griechischen Männer erweicht? Mehrfach hören wir von ihnen: Oh, what a nice dog!

Aber wir erfahren auch, dass wir wegen ausgelegter Giftköder aufpassen müssen. Dass wir die beiden nicht eine Sekunde aus den Augen lassen, versteht sich von selbst.

Steve und die Hunde chillen am Strand

Steve und die Hunde chillen am Strand

Neu ist für mich auch die Begegnung mit dieser Schlange, die wir beim Klettern am Fels entdecken.
Die Hornviper zählt unter den europäischen Vipern zu den giftigsten – wieder was gelernt.

Mit der will ich nicht spielen

Mit der will ich nicht spielen

Unbedingt erwähnen muss ich natürlich auch das leckere Essen und den obligatorischen Frappe.

Einmal ertappe ich mich dabei, dass ich eine Art Heimweh spüre. Nicht nach Deutschland, sondern nach Spanien.

Das liegt wohl an der besonderen Verbindung, die ich zu Spanien habe, aber auch daran, dass mir vieles in Griechenland noch nicht vertraut ist, angefangen bei der Sprache.

Umso mehr muss ich lachen, als wir dieses Schild entdecken.

Ha, das passt ja wie die Faust aufs Auge!

Ha, das passt ja wie die Faust aufs Auge!

Trotz des schwierigen Starts fühlen wir uns bisher aber in Griechenland wohl.

GruppenbildEs ist das, was wir wollten: Neue Eindrücke und neue Herausforderungen.
Allerdings würden wir die Herausforderungen jetzt gerne für eine Weile ruhen lassen. Mal sehen, ob uns das gegönnt ist …

14 Kommentare

  1. Hallo ihr 4

    Mein Hund ist 13 Jahre alt und man merkt es ihm an.
    Gerne würde er vom Kopf aus herumspringen wie ein junger Hund
    Bei euren beiden denke ich dass sie immer bei euch sind und in der Natur sind viel frischer sind obwohl sie auch schon ihr Alter haben.
    Macht weiter soo…..wir haben auf dieser Welt nur ein leben.

    Gruss Bernd Anja und my Hund Jack

    • Hey 🙂
      13 Jahre ist aber auch schon ein stolzes Alter für einen Hund! Da ist es verständlich, dass der Körper irgendwann nicht mehr so fit ist.
      Bei Luna und Jule erstaunt es uns selber immer wieder, was die beiden für ein Durchhaltevermögen zeigen. Luna nennen wir gerne liebevoll „Duracell“, weil sie manchmal in so einen „ich-laufe-jetzt-automatisch“-Modus verfällt 😉
      Liebe Grüße
      Nima & Steve

  2. Puh, das klingt mehr als abenteuerlich… Sowas kennen wir leider auch bislang auf jeder Fahrt gehabt, das Gefühl, das mit und mit das halbe WoMo auseinanderfällt… jetzt ham wir’s offiziell umgetauft auf „Instabil“ 😀 . Ist vll. so bei den alten Schätzken. Prima, wenn Ihr es aber immer wieder schafft, das ein oder andere zu richten! Das fehlt uns immer so ein bisschen „on tour“, die nötige Bastler-Fachkenntnis. Und ab jetzt fluppt es dann auch ohne größere Katastrophenstimmung – dafür drück ich Euch feste die Daumen! Habt eine schöne Zeit! LG Anja

    • Instabil? Das nenne ich mal einen originellen Namen 😉
      Ihr tragt es also auch mit Humor, wie ich deinem Kommentar entnehmen. Die Bastler-Kenntnisse eignet sich Steve gerade nach und nach an. Ich bin selber ganz erstaunt, wie er das immer hinbekommt, der Informatiker … 😉
      Liebe Grüße Nima

  3. Hallo Nima, es kommt doch irgendwie immer alles zusammen. Kopf hoch! Gut das du so einen handwerklich begabten Mann hast

  4. Huhu Nima,

    „verfolge“ Dich ja schon länger…..
    Da habt ihr einiges durch in den letzten Wochen!
    Wünsche Euch von Herzen eine ruhige Zeit jetzt!

    „Neidvolle“ Grüße

    nadja

    • Hey Nadja,
      die neidvollen Grüße beziehen sich wahrscheinlich auf die schönen Seiten von Griechenland, weniger auf das Chaos 😉
      Wir schicken dir auf jeden Fall ganz viel griechische Sonne und freuen uns, von dir verfolgt zu werden 😉

      Liebe Grüße
      Nima & Steve

  5. Huhu ihr Lieben,

    ihr wolltet Abenteuer, jetzt habt ihr Abenteuer. 😉 Was zickt denn Horst jetzt so rum? Wird der auf seine alten Tage noch zur Diva? Wobei es von euch auch nicht nett ist, den alten Herr im Sand zu versenken.

    Flöhe… Schlangen… Yeah! Klo kaputt, Sitz kaputt, Standgasregler kaputt… Stevie Du Tastaturindianer, Respekt! Nicht schlecht für jemanden, der vor 15 Jahren noch Schiss vor nem Stromschlag hatte, wenn es nur ums Stecker aus der Steckdose ziehen ging. 😉

    Kein Internet: Eigentlich ja ein Segen in der heutigen Zeit, aber blöd, wenn die Arbeit davon abhängt. Drücke euch die Daumen, dass sich hierfür eine Lösung finden lässt.

    Ansonsten schaut ihr aber munter und positiv gestimmt aus. Aber das war bei euch Positronen (Positrons?) ja auch nicht anders zu erwarten.

    Wie is’n das beim Klettern, wenn man da mit so fiesen Schlangen rechnen muss? Jeder Griff ein Adrenalinkick? *gg* Ich weiß noch, dass ich damals in Thailand auch immer ein komisches Gefühl hatte… fette Spinnen, Skorpione, Schlangen, Tausendfüßler, usw… und da patscht man in Ritzen udgl. und hofft bei jeder einzelnen, dass sie unbewohnt ist… *haha*

    Ganz liebe Grüße an euch 5 (inkl. Diva-Horst),

    Die 3 vom Bodensee 😉

    • Huhu zurück 🙂
      die Adrenalinkicks sollten jetzt erst einmal für eine ganze Zeit reichen. Und was die Schlange betrifft, das schaue ich jetzt durchaus etwas genauer am Fels hin. Als hätte ich mit meiner Vorstiegsangst nicht schon genug zu tun … 😉
      Aber ansonsten kennt ihr uns ja: Irgendwas zu lachen finden wir immer, zur Not lachen wir über uns selbst!

      Liebe Grüße von der Chaostruppe
      Nima & Steve

  6. Der Horst wird noch eine Diva, na jössas…
    Aber immerhin könnt ihr einiges selber machen, stelle ich mir in Griechenland nämlich auch kompliziert vor, da sofort eine brauchbare Werkstatt aufzutreiben.

    Merkt ihr eigentlich von der Flüchtlingskrise etwas oder beschränkt sich das zur Zeit immer noch auf die griechischen Inseln? Die Griechen haben da ja auch einiges zu stemmen…

    Gutes Gelingen weiterhin und versenkt den armen Horst nicht gleich wieder am Strand… 😉 (wobei, vielleicht hat er sich ja selbst festgefahren, weil er gerne noch bleiben wollte? :P)
    Lg
    Dani

    • Hey Dani,
      Ja, im Alter werden so Busse gerne etwas eigen 😉
      Von der Flüchtlingskrise bekommen wir auf Peleponnes nichts mit, dafür aber von der Wirtschaftskrise. Die Lebensmittelpreise sind echt gesalzen, dagegen ist Deutschland ein Schnäppchenland!
      Und wie es mit der ärztlichen Versorgung steht, das testet Steve ja (ungewollt) auch gerade. Da folgt bald ein Bericht … 😉
      Liebe Grüße
      Nima

      • Oh weh, das hätt ich nicht gedacht, dass es da so teuer ist? Käse. 🙁

        Oh Mann, gut dass es dem Steve schon wieder besser geht. Diskussion mit Ärzten ist ja schon in Muttersprache schwer, da stelle ich mir das mit den Griechen etwas kompliziert vor.. 😉
        Aber naja, ihr schaukelts das schon. Wir verweilen einstweilen im herbstlich-winterlichen daheim und genießen das Schmuddel-Kuschel-Wetter. 😉 Grüsse in den Süden!
        Dani

        • Wir haben schon immer sehr bewusst eingekauft, aber hier überlegen wir bei manchen Produkten doppelt, ob wir sie brauchen. Ein Päckchen Haferflocken kostet z.B. 1,75€ …

          Macht es euch gemütlich, wir schicken euch ein wenig Sonne rüber 🙂
          Liebe Grüße
          Nima

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