Spanisch lernen in Spanien – mein Selbstversuch

Spanisch lernen in Spanien – mein Selbstversuch

„Hola, me llamo Nima y quiero aprender Español“

Ja, genau: Ich möchte Spanisch lernen!
Als ich in Katalonien gelebt habe, habe ich an drei Katalanisch-Kursen teilgenommen. Und obwohl ich diese Sprache sehr mag, hilft sie mir aktuell wenig weiter.

Noch in Augsburg habe ich einen Spanischkurs besucht.
Allerdings fällt mir das Sprachenlernen viel leichter, wenn ich direkt unter Muttersprachlern bin.

Da Steve und ich aber sehr abseits in der Natur leben, komme ich mit meinen Spanischkenntnissen nur schleppend vorwärts. Deshalb packe ich es nun anders an.

Hier lerne ich nun eine Woche lang Spanisch.

Hier lerne ich nun eine Woche lang Spanisch.

Spanisch lernen in Spanien

Meine Wahl fällt auf die Sprachschule Academia Pradoventura in Prado del Rey.

Wieso genau diese?

  • Weil mich ihr vielseitiges Angebot anspricht.
    Zusätzlich zu den Kursen gibt es eine große Auswahl an Aktivitäten, zum Beispiel kochen, klettern, canyoning, Kulturausflüge, reiten, biken und und und …
  • Weil sie in einem andalusischen Dorf liegt, nicht in einer großen Stadt.
    Da ich mich auf Dörfern wesentlich wohler fühle, kommt mir das sehr entgegen.
  • Weil mich die Landschaft reizt, in der das Dorf liegt.
    Die Sierra de Grazalema ist ein wunderschöner Teil Andalusiens, den man unbedingt besuchen sollte.
Ortseingang Prado del Rey

Der Ortseingang von Prado del Rey.

Eine Woche stehen nun täglich drei Unterrichtsstunden auf dem Plan und ich bin gespannt, was mich erwartet:

  • Wie viele Teilnehmer werden wir sein?
  • Ob im Kurs ausschließlich Spanisch gesprochen wird?
  • Werde ich am Ende der Woche wirklich etwas besser sprechen können?
Ein idyllischer Ort.

Ein idyllischer Ort.

Ab auf die Schulbank

Am 15.02. stehe ich pünktlich um 9.00 auf der Matte und bin ein wenig aufgeregt. Das ist aber gar nicht notwendig, wie sich gleich herausstellt.

Anja, die mit ihrem Partner José die Schule leitet, begrüßt mich herzlich und schon trudeln auch die anderen Teilnehmer ein.

Das ist Anja.

Das ist Anja.

Wir sind neun Personen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen.
Um die Gruppen passend zusammenzustellen, machen wir zuerst einen 30 minütigen Einstufungstest.

Einiges weiß ich, einiges nicht und so lande ich auf dem Niveau A2.
Anna und Maria, zwei Studentinnen aus Deutschland, sind mit mir in der Gruppe.

Bevor es richtig losgeht, machen wir noch eine kleine Kaffeepause in der Bar gegenüber.
Erstes andalusisches Flair für diejenigen, die gestern aus Deutschland angereist sind. Für mich eine willkommene Stärkung bei einer Tasse Café con leche.

Hier machen wir täglich Frühstückspause.

Hier machen wir täglich Frühstückspause.

„Porque quieres aprender español?“

Warum möchtest du Spanisch lernen?
Mit dieser Frage beginnt der Einstieg in unsere Lernwoche.

Anna und Maria studieren Tourismus und möchten für ein Jahr nach Teneriffa gehen. Dafür wollen sie jetzt ihre Sprachkenntnisse aufbessern.
Und ich möchte mich mit den Menschen in ihrer Landessprache unterhalten können.

Rocio, unsere Lehrerin, spricht mit uns ausschließlich Spanisch.
Das finde ich super, denn so gewöhnt man sich am besten an eine neue Sprache: Indem man sie so oft wie möglich hört und lernt, unbekannte Begriffe durch den Kontext zu erschließen.

Durch die kleine Gruppe gibt es viele Gelegenheiten etwas zu sagen, zu üben und zu fragen – muy bien!

Der Unterricht ist gut strukturiert.
Mal füllen wir Lückentexte aus, mal beantworten wir Fragen, mal machen wir zusammen kleine Spiele wie Stadt, Land, Fluss.
Die Mischung aus Theorie und Anwendung ist genau richtig.

Der EIngangsbereich der Schule.

Der EIngangsbereich der Schule.

Das Wetter klart auf und die Zeit verrinnt

Nachdem es in den letzten Tagen viel geregnet hat, kommt am nächsten Tag wieder die Sonne heraus und wirft ein klares Licht auf das weiße Dorf.

Auf der Kirche thront ein Storchenpärchen, auf dem Platz genießen ein paar alte Männer die wärmenden Sonnenstrahlen an dem ansonsten kalten Wintertag.

Ob beim Obsthändler, beim Bäcker oder in einer der vielen hübschen Bars:
Hier trifft man auf ein authentisches Andalusien. Keinerlei Stress, stattdessen spanische Gelassenheit pur.

In so einem Umfeld macht es richtig Spaß, das neu Gelernte sofort anzuwenden.
Mal mit dem Kellner schwätzen, mal ein paar Worte mit der Verkäuferin wechseln.

So lernt man Spanisch am besten: Unters Volk mischen und drauflos reden.

Da sitzt er auf der Kirche, der Storch.

Da sitzt er auf der Kirche, der Storch.

Einmal Emotionen, bitte

Sobald Emotionen mit ins Spiel kommen, prägen sich Begriffe viel besser ein.
Deshalb ist die Kombination aus Aktivitäten und Sprachkurs genial.

Einige Wanderungen und die Kulturausflüge führen Anja und José durch, die eine Ausbildung zum Aktivtourismus-Guide gemacht haben.
Bei den anderen Aktivitäten kooperieren sie mit qualifizierten Guides aus der Region.

Um seine Sicherheit muss man sich bei den Outdoorunternehmungen allerdings keine Sorge machen. Wenn es um sicherheitsrelevante Aspekte geht, werden diese auch auf Deutsch erklärt.

Auch Ausflüge nach Ronda werden angeboten.

Auch Ausflüge nach Ronda werden angeboten.

Schwupp, schon ist die Woche rum

Wenn einem etwas Spaß macht, dann verfliegt die Zeit.
So ist es auch mir in dieser Woche ergangen, die ich rundum genossen habe. Morgens in angenehmer Atmosphäre lernen, nachmittags alleine oder gemeinsam mit den anderen Teilnehmern etwas unternehmen – eine super Sache.

Mein Fazit?

Bei der Academia Pradoventura würde ich jederzeit wieder an einem Kurs teilnehmen.
Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt und mein Spanisch in dieser Woche deutlich verbessert.

Pluspunkte:

  • Sehr persönlich, da es eine kleine, inhabergeführte Schule ist.
  • Kleine Gruppen (maximal 6-7 Personen pro Gruppe, wir waren nur zu dritt)
  • Die Schule ist direkt im Ortszentrum und umgeben von Bars und kleinen Geschäften
  • Die Schule bietet ein breites Angebot an Aktivitäten an.
  • Das Dorf ist sehr authentisch und überschaubar.
  • Interessante Städte in der Nähe (Málaga, Sevilla, Ronda, Tarifa)
  • Das Meer ist nur 70 Kilometer entfernt (Cádiz, Bolonia, Tarifa, Chiclana)
  • Jeden Tag gemeinsame Frühstückspause mit den anderen Kursen, sodass man sich kennenlernen kann.
Luna und Jule am Strand von Bolonia.

Luna und Jule am Strand von Bolonia.

Für wen ist es geeignet?

  • Für Ruhesuchende, die ohne große Ablenkungen die Sprache lernen wollen.
  • Für Familien, die bei einem Urlaub gemeinsam ihre Sprachkenntnisse aufbessern wollen.
  • Für Studenten, die sich für sportliche Aktivitäten oder Kulturangebote interessieren.
  • Und natürlich für alle, die das echte Spanien erleben möchten und dazu Lust auf eine abwechslungsreiche Landschaft haben.
Natur pur!

Natur pur!

Unterkunft:

  • Die Sprachschule hat verschiedene Wohnungen, in denen man für die Dauer seines Aufenthalts ein Zimmer buchen kann. Ideal für Gruppen, die gemeinsam leben und lernen wollen, aber auch für Studenten, die das WG-Leben gewohnt sind. Man kann die Wohnung aber auch komplett für sich alleine mieten.
  • Man kann bei einer spanischen Familie wohnen, was natürlich besonders authentisch ist.
  • 15 Kilometer entfernt liegt die umweltfreundliche Unterkunft von Camino Verde.
  • Hotels (bei Buchung in Kombination mit einem Sprachkurs sind Rabatte möglich).

Eine spannende Woche ist vorbei und ich nehme eine Menge an neuem Wissen mit.
Nun heißt es für mich dran zubleiben und zu üben, was das Zeug hält. Aber was wäre Abenteuer Spanien ohne neue Herausforderungen …

Hast du schonmal an einem Sprachkurs in Spanien teilgenommen?

 

Gefällt dir der Artikel? Das freut mich sehr.
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6 Kommentare

  1. Hola Nima,

    He aprendido Español a la universidad popular. Pero eso fue hace años. ¡Puedo casi nada!
    Damals im Urlaub holte ich mir morgens an einem Kiosk immer eine Zeitung. Die Kioskspanierin hat mir jeden morgen was Neues beigebracht. Die zwei Wochen hatten sich echt gelohnt.

    Also wenn du ne Zeitungsfrau siehst… aprovechar la oportunidad

    ¡Hasta la próxima vez!

    Dieter

    • Haha, das ist ein guter Tipp 🙂 Bisher quatsche ich ja wirklich jeden Verkäufer mit meinem Halbwissen zu, demnächst dann auch noch die Frau am Kiosk 🙂
      Liebe Grüße y hasta luego
      Nima

  2. Ich habe noch nicht an einem Intensiv-Sprachkurs teilgenommen, stelle mir das aber echt schön vor, vor allem wenn die Mischung so gut passt.
    Als du geschrieben hast „bevor es losgeht sind wir erst einmal Kaffee trinken gewesen“ musste ich lachen, ist beim Klettern dort ja nicht anders! Erst einmal einkehren und sich stärken, danach nochmal. Aber hat schon was! Die Fotos sind schön, Andalusien hat echt was Besonderes.
    Zum Dranbleiben bzw. Vokabular aufbauen: http://www.veintemundos.com/de/ die Online-Zeitschrift mit Vokabeln hatte ich eine Zeit regelmäßig gelesen. Das fand ich viel einfacher, weil da die Texte doch angepasster sind als richtige Zeitungen. Ich habe auch mit einem Audio-Kurs ohne Buch weitergemacht, den ich dir empfehlen kann falls du der auditive Typ bist.

    • Hey Stefanie,
      Danke für den Tipp mit veintemundos!
      Ich bin, was das Sprachenlernen betrifft, auf jeden Fall eher der auditive Typ. Ich habe jedenfalls keinen Spaß daran, mich mit einem Lernbuch hinzusetzen …
      Mal sehen, wie ich das mit dem Lernen und meinen ganzen Projekten unter einen Hut bekomme 😉
      Liebe Grüße
      Nima

  3. Hallo Nima
    Danke für deinem Bericht und die schönen Fotos.
    Sie wecken den Drang und Wunsch in mir auch wieder einen Spanien-Sprachaufenthalt zu machen um mein eingerostetes Spanisch ein wenig aufzufrischen.
    Was mich noch interessieren würde, wo und welche Unterkunft hast du gewählt? Denn ich gehe mal davon aus, deine Hunde waren mit dir. Wo waren sie während deinem Unterricht?
    Ich frage deshalb so genau nach, weil zu mir auch so eine liebenswerte Fellnase gehört und ich sie für die Zeit nicht in eine Hundepension in der Heimat geben mag.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Ramona

    • Hallo Ramona,
      wegen der Unterkunft würde ich direkt mal mit den Machern von der Sprachschule sprechen. Sie sind beide total tierlieb und können dir bestimmt weiterhelfen! Ca. 30 Kilometer entfernt (ich bin mir nicht 100% sicher, vielleicht sind es auch ein paar weniger) liegt auch das Haus von Sascha und Nina, beide sind ebenfalls tierverrückt 😉
      https://www.camino-verde.net/deutsch/haus-und-apartment/

      Wir waren mit unserem eigenen Haus auf Rädern dort, also unserem Wohnmobil.
      Liebe Grüße
      Nima

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