Portugal mit dem Wohnmobil – Top oder Flop?

Portugal mit dem Wohnmobil – Top oder Flop?

Zu Portugal gibt es eine Menge zu sagen, gleichzeitig aber auch nicht. Das Internet ist bereits voll mit Reiseberichten über dieses Land. Während die einen Portugal in höchsten Tönen loben, bin ich allerdings etwas zwiegespalten.

Im Vorfeld hat uns fast jeder gesagt, dass wir es hier lieben und bestimmt nicht mehr weg wollen werden. Jetzt sind wir seit über sechs Wochen hier, vier weitere liegen vor uns. Fest steht, dass Portugal einige Annehmlichkeiten zu bieten hat. Dennoch will der Funke bei mir nicht überspringen.

Woran das liegt, verrate ich dir gleich. Lass mich mit den positiven Aspekten beginnen.

Eine kleine Kirche in Viana do Castelo

Portugal mit dem Wohnmobil – das ist top

Fangen wir mit den zahlreichen Stellplätzen an, die es über das ganze Land verteilt gibt. Von kostenfreien bis kostenpflichtigen ist für jeden der passende dabei. Auf einigen kostenfreien Stellplätzen gibt es sogar den Strom umsonst. Das ist ein toller Service, der auf jeden Fall zu den positiven Seiten zählt.

Auch die Ver- und Entsorgung ist denkbar einfach. Bei vielen Filialen der Supermarktkette Intermarché ist es beispielsweise möglich, den Wassertank und die Toilette zu leeren sowie das Frischwasser aufzufüllen.

Genauso unkompliziert ist das Waschen der Wäsche. In fast jedem größeren Ort gibt es es Waschsalons. Ansonsten ist auch hier Intermarché eine gute Anlaufstelle, denn dort stehen oft Waschmaschinen und Trockner.

Unsere spanische Gasflasche konnten wir an einer Tankstelle auffüllen lassen.
Offiziell ist dies offiziell verboten, wird aber dennoch von einigen Tankstellen gemacht. Wenn du dir vor Ort eine Gasflasche kaufst, solltest du dir aus Deutschland das Adapterset* mitnehmen. Nur damit kannst du die ausländische Flasche an deinen deutschen Anschluss anschließen.

Gas ist im Vergleich zu Spanien teurer. In Spanien kostet eine 11 kg Flasche ca. 14 Euro, in Portugal zahlst du um die 24€.

Coimbra

Einkaufen und Internet in Portugal

In Portugal haben viele Geschäfte jeden Tag geöffnet. Die Lebensmittelpreise sind ähnlich wie in Deutschland. Besonderen Spaß macht mir das Einkaufen auf Wochenmärkten wie diesem hier in Nazaré. Hier geht es angenehm entspannt zu.

Adresse der Markthalle: Avenida Vieira Guimarães in Nazaré

Auch die Bäckereien haben es mir angetan. Neben den berühmten Pasteis de Nata – kleinen Blätterteigtörtchen mit Vanillepudding –  gibt es noch einige Köstlichkeiten mehr.
Mein persönlicher Favorit unter den Bäckereien ist die „Pastry Arco Iris“ in Coimbra.
Adresse: Av. Fernão de Magalhães 22, Coimbra.

Ein weiterer Pluspunkt ist das Internet, das ich zwingend zum Arbeiten brauche.
Wir haben uns eine Prepaidkarte von NOS in einer ihrer Filialen geholt. Für gerade mal 15 Euro bekommst du unlimitiertes Datenvolumen für 15 Tage.

Der Tarif heißt Livre XL. Ist der Zeitraum abgelaufen, kannst du die Karte problemlos über das Internet mit einer Kreditkarte aufladen. Oder du gehst in einen Laden und lädst sie dort wieder auf.

Über den Dächern Coimbras

Landschaft, Orte und mehr

Da wir gerne für längere Zeit an einem Ort stehen, gehen sechs Wochen rum wie im Flug. Deshalb haben wir von Portugal auch nicht jeden Winkel erkundigt, sondern nur einen groben Teilausschnitt gesehen. Mir ist also bewusst, dass mir viele Regionen fehlen.

So viele leere Strände

Unsere Route hat uns überwiegend entlang der Küste geführt und da punktet Portugal mit seinen umwerfenden Stränden. Selten treffen wir bei unseren langen Spaziergängen auf andere. Das genießen die Hunde genauso wie wir. Um diese Jahreszeit können sie an den Stränden frei herumtoben und sich richtig verausgaben.

Und auch die Sonnenuntergänge sind bombastisch, das muss ich zugeben.

Um die größeren Städte haben wir einen Bogen gemacht, da ich kein Stadt-Fan bin. Nur bei Coimbra habe ich eine Ausnahme gemacht und fand es wirklich schön.
Auch der Stellplatz war vollkommen in Ordnung. Von hier aus bist du zu Fuß in knapp 10 Minuten im Zentrum.

Koordinaten Stellplatz: N 40°11’55“,  W 8°25’41“

Noch besser hat mir Alcacer do Sal gefallen.
Der Ort ist weitaus kleiner und somit beschaulicher. Dort gibt es auch eine kleine Markthalle, die montags bis samstags von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr geöffnet hat.
Adresse: Largo da Ribeira Velha, 7580-246 Alcácer do Sal

Ebenfalls auf die Positiv-Liste gehört das gute Wetter.
An Heiligabend sind wir im T-Shirt über den Strand gehüpft und haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Als Sonnenjunkie liebe ich das!

Steve springt im T-Shirt durch die Dünen

Meine persönlichen Eindrücke

Portugal mit dem Wohnmobil zu bereisen, ist aus meiner Sicht denkbar einfach. Vor allem als Camping-Neuling ist es leicht, hier erste Erfahrungen zu sammeln.

Ich weiß die vielen Annehmlichkeiten zu schätzen und doch zählt Portugal nicht zu meinen Favoriten.

  • Auf mich wirkt das Land einschläfernd.
    Die Portugiesen sind in ihrer Art weitaus ruhiger als beispielsweise die Spanier. Ruhe mag ich grundsätzlich zwar sehr gerne, aber in Portugal fehlt mir irgendwie die Lebendigkeit und das Temperament.
  • Mir ist es hier zu voll.
    Besonders die Algarve platz vor lauter Touristen aus allen Nähten. Von portugiesischem Flair ist für mich hier nichts mehr zu spüren.

Unsere Zeit war bisher schön und entspannt. Ich konnte ohne Probleme arbeiten und mich ausgiebig am Strand erholen. Genau dieses Seichte ist auf längere Sicht aber nicht mein Ding. Sowohl Griechenland als auch Spanien haben mich weitaus mehr begeistert. Deshalb geht es Ende Januar ohne Wehmut weiter zur nächsten Etappe: Marokko!

Buchtipps*

Wie hat es dir in Portugal gefallen?

 

*werbliche Links

 

6 Kommentare

  1. Hallo,

    mir geht es da ganz ähnlich. Ich war im Winter 2016/17 da und fand die Gegend (vorwiegend Algarve) schpn, wenn auch ziemlich zersiedelt. Voll waren die populären Stellplätze auch fast immer. In Silves bin ich, trotz drei Stellplätzen, nur noch mit Glück untergekommen.
    Freistehen geht natürlich, ist aber verboten und man guckt immer etwas ängstlich, wenn die GNR-Streife kommt.
    Im Alentejo war es nicht so voll, die Gegend war auch hübsch, aber irgendwie hat irgendwas gefehlt, ich kann es gar nicht so genau beschreiben.
    Im Winter davor war ich in Italien, dort waren kaum andere Womos, ich hab oft allein irgendwo direkt am Meer gestanden oder winklige Städte angeguckt.
    Besser an Portugal war die Gesellschaft durch andere Überwinterer, die hat in Italien gefehlt.
    Aber den Unterschied in der Mentalität der Einheimischen sehe ich ähnlich. Gegenüber den quirligen Italienern sind die Portugiesen direkt phlegmatisch. Nur nicht im Verkehr, da bolzen sie ganz ordentlich. Ich habe dazu auch im Blog was geschrieben, schaust du dort:
    https://www.leben-unterwegs.com/2017/06/portugal-oder-italien-hauptsache-warm/

    Gruß
    Henning

    • Hey Henning,
      einen super Beitrag hast du dazu geschrieben 🙂 Mir gefällt dein Schreibstil eh sehr gut!
      Der Punkt mit der Gesellschaft ist tatsächlich noch zu erwähnen. Wir treffen hier so viele Leute, das ist unglaublich und macht total Spaß.
      Und das mit dem Fahrstil kam uns auch so vor 🙂

      Sonnige Grüße

      Nima

  2. Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr und weiter schöne Reisen.
    Liebe Grüsse Petra&Uwe
    Ps.Ihr findet uns auch bei Instagram
    PetraUwe

  3. Wenn man ans Meer fährt und an den Strand, dann will man doch Baden und Schwimmen- Aber dafür wart ihr nicht in der richtigen Jahreszeit unterwegs, im Dezember & Januar ist es in Portugal immer viel zu kalt zum Baden. Nicht nur der kalte Wind am Strand, besonders die Wassertemperatur passt nicht im Winter, dafür fahr ich dann lieber auf die Kanaren.
    In Morro Jable auf Fuerteventura hatte ich Anfang Dezember noch 23 °C Wassertemperatur und wie ich wieder wegfuhr Anfang Januar waren es immer noch 20 °. Das lässt man sich gefallen, war auf jeden Fall besser wie in Portugal.
    Portugal im Mai/ Juni, oder im September/ Oktober, das wäre etwas anderes, aber nicht im Winter

    • Hallo Klaus,
      wir sind weder im Sommer noch im Winter die großen Schwimmer und trotzdem ab und zu gern am Meer 🙂
      Portugal lag für uns günstig auf der Route nach Marokko. Da wir bisher noch nie hier waren (also in Portugal), wollten wir uns das Land unbedingt einmal ansehen.

      Liebe Grüße
      Nima

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