Katalonien: Ein Traum für Mountainbiker!

Katalonien: Ein Traum für Mountainbiker!

Bisher habe ich das Land nur kletternd erkundet, aber nun haben wir uns ein paar der vielen Bike-Touren vorgenommen.

So macht man Biker glücklich – Mountainbiken in Katalonien

Die Katalanen wissen, wie es geht.
Anstatt das Mountainbiken zu verbieten, wird es hier gezielt gefördert.
Auf einem Streckennetz von mehr als 5300 km können sich MTBler auf ausgeschilderten Routen austoben.

Aufgeteilt sind die Touren in vier Schwierigkeitsgrade:

  • grün = einfach
  • blau = mittel
  • rot = schwierig
  • schwarz = sehr schwierig

Insgesamt gibt es 17 MTB-Zentren, an denen man, neben ausführlichen Infos und Karten, verschiedenste Serviceleistungen erhält.

  • Fahrradverleih
  • Waschstellen für die Bikes
  • Internetanschluss
  • Lifts
  • Umkleidekabinen

Hier bekommt ihr alle Infos online.

Ich fühle mich mit Helm vor der Kamera pudelwohl ...

Ich fühle mich mit Helm vor der Kamera pudelwohl …

Ein Königreich für eine Dusche

Für mich das absolute Highlight:
In einigen der Servicezentren kann man kostenfrei duschen!
Ihr glaubt gar nicht, wie sehr wir uns nach den teilweise anstrengenden Touren darüber gefreut haben.

Alpenlandschaft um Ripoll

Anlaufpunkt ist für Horst und uns der kostenfreie, öffentliche Stellplatz in Sant Joan de les Abadesses.
Mitten im Zentrum des kleinen alten Städtchens darf man offiziell umsonst mit seinem Wohnmobil übernachten.
Wasser gibt es obendrauf auch noch kostenlos – der Hammer!

500m entfernt liegt, integriert in eine Herberge, die Sammelstelle des MTB-Zentrums.
Von hier aus starten fünf Routen:

  • eine rote (24km/490 Höhenmeter)
  • zwei blaue (20km/650 Höhenmeter, 10km/280 Höhenmeter)
  • zwei schwarze (44km/1160 Höhenmeter, 9km/170 Höhenmeter)

Neun weitere Routen beginnen im sieben Kilometer entfernten Ripoll, 10 Routen in der näheren Umgebung.

Wir wählen zum Reinschnuppern die blaue, 10 Kilometer lange Tour „Collada del Muig“.

Zuerst geht es auf einem Radweg ca. 2 km ortsauswärts, ein leichter Einstieg.

Dann gabelt sich der Weg.
Links führt er bergauf zu zwei schwarzen Routen, aber wohin müssen wir?

Ein wenig ratlos stehen wir da und suchen das Hinweisschild: Wie vom Erdboden verschluckt!
Zum Glück hilft uns ein katalanischer Paar mit dem entscheidenden Hinweis auf die Sprünge.

Ungefähr 1 km radeln wir eine asphaltierte Straße bergauf.
Dann geht’s in einer ruhigen, ebenfalls asphaltierten Waldstraße hoch zu einem Landhaus, das man mieten kann: El Muig.

Hier werden wir mit einem Ausblick belohnt, der die Mühe wert war.
Grasende Kühe, grüne Wiesen: katalanisches Alpenpanorama!

Bergab ist auch nicht immer einfach

Über Schotter- und Wiesenwege treten wir die Abfahrt an.
Steve heizt voraus, ich komme langsam hinterher geschlichen.

Der steinige Untergrund ist ungewohnt und erfordert meine Konzentration.
Aber Luna freut sich über das entschleunigte Tempo und schnauft glücklich hinter mit her.

Obwohl blau die zweitleichteste Route ist, enthält diese einen kurzen Trailabschnitt, der recht verblockt ist.
Da ich das nicht fahren kann, schiebe ich halt.

Noch ein kurzes Stück bergab über eine Wiese, dann kommen wir wieder am Ortsrand von Sant Joan de les Abadesses an.

Die letzten zwei Kilometer lassen wir ruhig ausklingen, obwohl es auch hier nochmal leichte Anstiege gibt.

Bald sind wir wieder am Bus

Bald sind wir wieder am Bus

Heiße Pfoten und leere Mägen

Zurück am Stellplatz fallen Luna und Jule wie ein Sack um und schlafen umgehend ein.
Wir brauchen erst einmal eine Stärkung und lassen die Runde noch einmal Revue passieren.

Unser Fazit:

  • Eine schöne Tour, wobei uns der Trailabschnitt mit seiner Schwierigkeit ein wenig überrascht hat.
    Für Steve ein Klacks, für mich schon knifflig.
  • Insgesamt war die Strecke, mit wenigen Ausnahmen, sehr gut ausgeschildert.
    Mit der entsprechenden Karte, die man im MTB-Zentrum kostenfrei bekommt, aber kein Problem.
  • Landschaftlich abwechslungsreich mit tollen Ausblicken!

Über 265 offiziell ausgewiesene MTB-Strecken?
Für Freunde dieser Sportart in Deutschland noch ein Traum. In Katalonien ist das bereits gelebte Realität.

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6 Kommentare

  1. Hallo,

    wir sind auch gerade durch Ripoll gefahren und in Llanar wandern gewesen.
    Katalonien ist wirklich sehr vielseitig und optimal für Outlook-Aktivitäten. Radfahrer waten wir noch nicht. Vielleicht auf dem Rückweg aus Andalusien.
    Grüsse, Oli

    • Hey Oli,
      das ist ja lustig, dass ihr gerade in der Gegend wart.
      Wir machen uns auch bald auf den Weg nach Andalusien. Auf dem Rückweg solltet ihr das Biken wirklich im Hinterkopf behalten,
      liebe Grüße
      Nima

  2. „Steve heizt voraus, ich komme langsam hinterher geschlichen.“
    –> ich kenne das. Als ich 1x versucht habe, hinterher zu heizen, ging’s mit einem „geilen Absturz“ ab ins Unterholz… (Schlossberg).

    Also Nima, tu‘ Dir selber einen Gefallen und bleib bei „langsam hinterher“. Sobald Steve auf dem Rad sitzt, dreht er auch am Rad… *haha* 🙂

    LG

    • Besser hätte ich es nicht formulieren können!
      Aber wenigstens hat er das „am Rad drehen“ drauf 😉
      Liebe Grüße
      Nima

  3. hi Nima,
    Wenn ihr in Andalusien seid schaut’s doch mal vorbei – könnt sehr gern mal bei uns stehen.
    Wir sind in Alora – nicht weit von El Chorro.
    Ich fahre morgen hier in Innsbruck los – auch mit dem Camper – aber will Samstag eigentlich ankommen.
    Vielleicht mal eine Nacht in Ripoll.
    Danke für den Tip.
    Bis dann – allzeit gute Fahrt.
    Axel

    • Hey Axel,
      das ist ein tolles Angebot, das wir gerne annehmen – Danke!
      In Alora war ich schonmal und freue mich, wieder dort vorbeizuschauen 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

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