„Mach dich zum Affen“ – mein 1.Bikekurs

„Mach dich zum Affen“ – mein 1.Bikekurs

„Ellenbogen nach vorne. Noch weiter“ ruft Dirk mir zu. „Stell dir einen Gorilla vor“

Ich sitze auf meinem Bike und versuche, Dirks Anweisungen umzusetzen, während er mich und die anderen Teilnehmer filmt.

Und damit bin ich unterwegs - unser rotes Norco Hardtail.

Damit bin ich unterwegs – unser rotes Norco Hardtail.

Biken ist nicht Fahrradfahren

Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal auf einem Mountainbike gesessen und mich nach wenigen Trail-Metern gefragt: „Will ich mir das wirklich antun?“
Über rutschige Wurzeln fahren, steile Passagen oder geröllige Abschnitte bewältigen – das soll Spaß machen?

Obwohl ich damals wirklich alles versucht habe, war ich kurz davor, das Biken wieder aufzugeben. Meine Angst war einfach zu groß.
Biken ist eben nicht Fahrradfahren …

Sicherheit kommt nur durchs Üben

Fahrtechnik ist bei mir bisher nur wenig vorhanden.
Zwar bin ich mit Steves Hilfe Trails irgendwie runter gefahren und irgendwie komme ich auch unten an – zur Not zu Fuß.
Jetzt möchte ich aber aus dem „irgendwie“ ein „gewusst wie“ machen und die Grundlagen vernünftig lernen.

Deshalb nehme ich heute an einem Fahrtechnik-Kurs bei Dirk von der Mountainbike-Schule Schurwald teil.

Der gut gelaunte Peter fährt schon länger MTB

Der gut gelaunte Peter fährt schon länger MTB

Wie prüfe ich denn den Dämpfer?

Wir sind an diesem Tag zu sechst und haben alle ein Ziel: Sicherheit durch Fahrtechnik gewinnen!
Aber bevor wir uns aufs Rad schwingen, steht zuerst ein ausgiebiger Bike-Check an.
Ein paar Punkte sind dabei:

  • die Bremsen zu prüfen
  • den Lenker zu kontrollieren
  • die Schrauben und Schnellspanner zu checken
  • die Reifen zu kontrollieren

Dirk sagt uns, worauf es ankommt und wir machen uns mit unseren Bikes beim Prüfen vertraut.
Ein gründlicher Bike-Check sollte übrigens vor jeder Tour auf dem Programm stehen, denn schließlich geht es um die eigene Sicherheit.
Nachlässigkeit kann beim Biken wirklich sehr unangenehmen Folgen haben …

So, alle mal das Bike checken

So, alle mal das Bike checken

Wahnsinn, wie schnell das geht

Endlich geht es los.
Ich bin etwas aufgeregt, denn ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.
Wir fahren ca. 1,5 km zu einem kleinen ebenen Platz im Wald und beginnen mit den ersten Übungen.

  • Wie verteile ich mein Gewicht richtig, wenn ich auf dem Bike stehe?
  • Wie müssen die Füße auf den Pedalen stehen?
  • Wie sieht die richtige Armhaltung aus?
  • Wie wirken sich unterschiedliche Körperhaltungen aus?

Dirk erklärt jede Übung ganz genau und macht sie uns vor. Danach sind wir gefragt und üben das, was bei Dirk so einfach aussieht.
Im Stand auf dem Bike stehen? Das schaffe ich niemals …

Am Platz angekommen, gleich geht es los.

Am Platz angekommen, gleich geht es los.

Aber schon nach wenigen Wiederholungen merke ich, wie sich das Gefühl für das Bike durch das spielerische Ausprobieren verändert. Ich komme zwar nicht komplett zum Stehen, bin aber schon kurz davor.

Heute morgen wäre ich noch wie ein Sack Reis umgekippt, also ein erster Erfolg!

Die Zeit verfliegt und ehe ich mich versehe, ist die erste Hälfte des Tages vorbei – Mittagspause.

Rennradfahrer, Einsteiger und Genuss-Biker

Unsere Gruppe ist bunt gemischt, vom absoluten Einsteiger über ein Pärchen, das normalerweise Rennrad fährt bis hin zu zwei Bikern, die schon länger auf Trails unterwegs sind.
Auch sie wollen sich heute noch einmal intensiv mit den Grundlagen vertraut machen und sind überrascht, wie viel Neues sie noch lernen.

Nach der Pause schwingen wir uns mit mehr oder wenigen vollen Bäuchen wieder auf unsere Räder und nun geht es ab auf einen Trail!

Vom Rennrad aufs Mountainbike ist ein Umstieg

Vom Rennrad aufs Mountainbike ist ein Umstieg

Rauf, runter, rauf, runter

Dirk hat sich im Waldgebiet von Esslingen/Stuttgart einen sehr schönen leichten Trail ausgesucht, der jetzt unser nächstes Übungsobjekt ist.
Die Wetterbedingungen sind ideal, der Trail knapp 500m lang und absolut flowig.

Jetzt heißt es für uns, uns zum Affen zu machen!
Die Ellenbogen ganz nach außen bzw. vorne gerichtet, fahren wir den Trail herunter, jeder in seinem Tempo.
Dirk filmt uns und ruft uns zu, worauf wir achten sollen:

  • aufrechter stehen
  • Gewicht mehr nach unten über den Sattel
  • Und immer wieder: Die Ellenbogen nach vorne!

500m den Trail runter-, dann wieder 500m den Trail hochfahren.
Ich komme ganz schön ins Schwitzen, aber es macht riesigen Spaß.

Dirk gibt jedem von uns immer wieder Rückmeldung zu dem, was gut läuft und zu dem, was wir verbessern können.
Ganz schön anstrengend für die Konzentration: Stehe ich endlich mal richtig aufrecht, vergesse ich die Ellenbogen und umgekehrt.

Um die neuen Abläufe zu verinnerlichen, ist in der nächsten Zeit konsequentes Üben angesagt!

Tipp:
Wer mit dem Biken beginnen möchte, sollte direkt an so einem Kurs teilnehmen.
Schleichen sich erst einmal falsche Bewegungsmuster ein, bekommt man die nur schwer wieder raus.

Dirk bespricht seine Aufnahmen mit uns

Dirk bespricht seine Aufnahmen mit uns

Wo muss ich denn jetzt lang?

Ein weiterer Programmpunkt ist nun der Richtungswechsel.
Zuerst üben wir den Richtungswechsel auf dem Asphalt, dann legt Dirk kleine Hütchen auf dem Trail aus.

Vor lauter Konzentration bekomme ich gar nicht mit, dass wir durch die Hütchen durchfahren sollen und brause stattdessen daran vorbei.
Ist aber nicht schlimm, denn links und rechts bin ich dabei auch gefahren!

Hütchenspiele mit Dirk

Hütchenspiele mit Dirk

Wo ist nur die Zeit geblieben?

Wir üben noch das Bremsen, fahren einige Male den Flow-Trail und schwups sind es 17.00 Uhr – der Kurs ist zu Ende.

Todmüde, aber rundum zufrieden, bewältige ich die letzten drei Kilometer bis zum Horst, um Steve mit meinen Fahrerlebnissen zu überschütten.

Mein Fazit:

Ein absolut gelungener Kurs, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Die Grundlagen, die hier vermittelt werden, sind wirklich hilfreich und machen das Biken wesentlich sicherer.
Dazu ist natürlich fleißiges Üben notwendig, um Routine zu bekommen und die Abläufe zu verinnerlichen.

"Kommt da etwa ein Auto?"

„Kommt da etwa ein Auto?“

Und wie war der Trainer?
Von Dirks Sorte sollte es mehr Trainer geben.
Er liefert keine One-Man-Show ab, sondern überzeugt durch Ruhe und Kompetenz. Obwohl ich zu Beginn etwas nervös war, hat sich das ganz schnell gelegt und Dirk wusste, wie er mit meiner ängstlichen Bike-Natur umgehen muss.

Sein Fokus liegt ganz eindeutig darauf, den Teilnehmern die Technik zu vermitteln und das ist ihm gelungen.

In so einer angenehmen Atmosphäre mache ich mich gerne zum Affen!

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5 Kommentare

  1. Echt Toll von euch dass Ihr so ein Kurs gemeister habt.

    Das Bike sieht gerade triggi aus,macht bestimmt viel Spass einen Flowtrail damit zu fahren.
    Bin gespannt wenn Teil 2folgt.
    Springen über Tables ,Wurzeln?
    Sportliche Gruesse Uwe

    • Hallo Uwe,
      ja, Spaß macht es 🙂
      Das Bike hat mich nicht bisher nicht nur Flowtrails, sondern auch schon schicke Wurzeltrails runtergebracht. Zukünftig dann mit mehr Technik der Fahrerin 😉
      Die Tables lasse ich wohl noch eine Weile aus…
      Liebe Grüße
      Nima

  2. Danke für den tollen Beitrag! Ich liebäugle ja schon lange, selbst mal richtig biken zu gehen. Bei uns im Saarland und in Frankreich gibt es einige Trails. An einem Kurs teilzunehmen, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Das ist sicher das Beste, denn ich hätte nie gedacht, dass man dann doch so viel Fahrtechnik benötigt. Bin schon gespannt, über welche Bikestrecken Du in Spanien berichten wirst 😉

    • Je nach Strecke darf Steve berichten und ich schreibe 😉
      Fahrtechnik ist wirklich wichtig beim Mountainbiken. Der Sport birgt eh schon ein hohes Verletzungsrisiko, da macht es absolut Sinn, sich bestmöglich mit dem Bike vertraut zu machen.
      Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

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