Mit Hunden nach Spanien – Teil 2

Mit Hunden nach Spanien – Teil 2

Ist Spanien ein Abenteuer, wenn man mit Hunden reist?

In Spanien mit einem Hund zu reisen, ist genauso abenteuerlich – oder auch nicht – wie in Deutschland.
Die Anreise nach Spanien zieht sich mit dem Auto natürlich in die Länge. Wir sind ca. 10 Stunden unterwegs, manchmal auch länger. Das ist nicht jederhunds Sache, aber Luna und Jule sind zum Glück geborene Reisehunde: ins Auto springen, hinlegen, schlafen! Im Abstand von 3-4 Stunden machen wir an Raststätten Pausen, in denen wir uns alle die Füße und Pfoten vertreten – alles ganz entspannt möglich.

Muss ich mir um meinen Vierbeiner in Spanien Sorgen machen?

Nein, musst du nicht. Auch nicht in Bezug auf die medizinische Versorgung. Es gibt in größeren Städten moderne Tierarztpraxen und Kliniken und auch kleine Städte sind medizinisch gut versorgt. Hilfreich ist es allerdings, wenn du Spanisch sprichst oder dir für den Notfall ein Wörterbuch zulegst. In den Touristenregionen an der Costa Brava findest du auch deutschsprachige Tierärzte.

  • In Roses z.B. die Tierarztpraxis Dr. Gomis, bei der Luna einen Backenzahn gezogen bekommen hat. Ich fand die Mitarbeiter sehr kompetent und freundlich, Luna hingegen findet jeden Tierarztbesuch doof….
  • Alternativ empfehle ich dir die deutsche Tierärztin Frau Jahnke, die dort eine mobile Praxis betreibt. Auch sie kenne ich persönlich und war sehr zufrieden.
Café-Pause in Madrid

Café-Pause in Madrid

Aus Spanien hört man doch immer wieder, dass Hunde misshandelt werden?

Misshandlungen von Tieren kommen überall auf der Welt vor, auch in Deutschland und in Spanien.Allerdings ist das dort nicht, wie teilweise durch die Medien dargestellt, an der Tagesordnung. Viele Spanier gehen genauso liebevoll mit ihren Hunde um wie wir Deutschen auch. Natürlich haben sie dort eine andere Einstellung zu manchen Dingen. Je weiter südlich du in Spanien bist, umso “ursprünglicher” gehen die Menschen mit ihren Tieren um. Freuílaufende Hunde kann man zum Beispiel in Andalusien noch sehen, in Katalonien so gut wie nicht mehr. Und Stierkampf ist in Katalonien seit dem Jahr 2010 verboten. Wenn man in Spanien etwas im Bereich Tierschutz ändern möchte, geht das jedenfalls nur mit Fingerspitzengefühl und Diplomatie.

Wie gefällt es Luna und Jule in Spanien?

Die beiden ziehen es natürlich vor, auf dem Land unterwegs zu sein und ihre Freiheit zu genießen. Aber sie waren auch schon in Granada, Sevilla und Madrid. Wir achten darauf, immer wieder raus aus dem Trubel zu kommen und ihnen Entspannung von den vielen Eindrücken zu gönnen. Für Hunde ist ein Stadtbesuch wirklich Stress! Ich kenne die beiden inzwischen in- und auswendig und weiß, wie viel ich ihnen zumuten kann. Nach einem aufregenden Stadtbesuch steht am nächsten Tag jedenfalls entspannen auf dem Programm – für alle Beteiligten.

Tierische Erlebnisse

Wenn du mit einem Hund lebst oder reist, nimmst du viele Dinge aus einer anderen Perspektive wahr. Wir vier sind inzwischen ein eingespieltes Team, was das Campen betrifft. Bei unserer letzten Reise im Juni wurde es uns dann aber doch einmal ziemlich mulmig….
Unser Auto war voll beladen, sodass wir ausnahmsweise im Zelt geschlafen haben und die Hunde im Auto. Der Kofferraum war ein wenig geöffnet, damit Luna und Jule sich die frische Luft um die Hundenase wehen lassen können. Alles ist perfekt, wir schlafen wie die Babys. Bis ich auf einmal direkt neben meinem Kopf ein Grunzen höre, das mich unsanft aus dem  Schlaf reißt. Ach du Scheiße, Wildschweine….direkt neben dem Zelt! Dem Grunzen nach zu urteilen, sind sie so groß wie Elefanten – mindestens! Steve, mein Freund, liegt stocksteif neben mir und wirkt reichlich angesapnnt. Um uns herum grunzt es weiter, ganz toll. Jetzt wäre es eine super Sache, wenn die Hunde laut bellen und die Schweine vertreiben würden. Luna und Jule sind immerhin direkt neben uns im Auto uns müssen die Schweinerei doch mitbekommen haben? Jule ist sich doch sonst auch nicht zu schade, um alles mögliche anzukläffen, aber nein, ausgerechnet jetzt ist sie mucksmäuschenstill. Unsichtbar. Sozusagen gar nicht anwesend. Von Luna dagegen ertönt auf einmal ein Bellen, das alles andere als furchteinflößend ist. Es geht eher in die Richtung: “Hallo? Würde uns bitte mal jemand helfen??? Da sind überall Schweine!”

Klasse gemacht, Mädels. Auf euch ist Verlass….
Den Wildschweinen hat Lunas schrilles Bellen natürlich überhaupt nicht imponiert und sie sind erst nach einer gefühlten Ewigkeit wieder abgezogen. Wir dann übrigens auch, denn an Schlafen war danach nicht mehr zu denken. Nachts um 2.00 Uhr haben wir das Zelt abgebaut und sind 50km weiter an den See von Darnius gefahren. Hier wurden wir zwar fast vom berüchtigten Tramuntana-Wind weggefegt, aber der war uns allemal lieber.
Noch mehr Eindrücke vom Reisen mit Hund in Spanien bekommst du in Teil 1.

Fazit:

  • Wildschweine sind in Spanien keine Seltenheit und halten sich nachts oft auch in direkter Nähe von einem Dorf auf. Pass also gut auf dich und deinen Hund auf und räume jegliche Essensreste komplett weg.
  • Ab Ende September beginnt die Jagdsaison. Da ist Vorsicht geboten, aber eher wegen der Jäger als wegen der Schweine.
  • Spanien mit Hunden ist eine entspannte Sache, weil die Spanier insgesamt entspannter drauf sind. Es scheint, dass freilaufende Hunde normaler sind und es regt sich keiner darüber auf.

Das brauchst du für die Reise mit Hund nach Spanien

  • den blauen Heimtierausweis
  • dein Hund muss gechipt sein
  • eine gültige Impfung
  • einen Maulkorb, falls ihr öffentliche Verkehrsmittel benutzen möchtet

Mehr Informationen zu den Einreisebestimmungen findest du auch hier

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9 Kommentare

  1. Hallo Nima,
    sehr interessante Informationen! Bis nach Spanien sind wir mit Hund noch nicht gekommen, aber was Du schreibst, klingt auf jeden Fall besser als gedacht. Ich kann mich noch von früheren Urlauben an die vielen Straßenhunde erinnern. Sind denn in öffentlichen Verkehrsmitteln Hunde erlaubt? Von Barcelona habe ich mal gelesen, dass man Hunde nicht mitnehmen darf.
    Was die Wildschweine angeht: da hätte mein Hund wohl auch eher auf meine Hilfe gewartet ;-).
    Ich habe auch gerade über Horst gelesen, sehr interessant, was Ihr vorhabt. So einen Bus kannte ich bisher auch nicht. Ich bin gespannt auf Eure Erlebnisse!
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Hey Miriam,
      Spanien ist, was Hunde betrifft, tatsächlich ein entspanntes Land. Straßenhunde siehst du in Katalonien im Grunde gar keine mehr, eher schon mal in Andalusien.
      Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind wir zwar noch nie gefahren, aber ich weiß, dass in Barcelona seit diesem Jahr Hunde mit in die U-Bahn dürfen.
      Wir earen jetzt erst wieder mit Luna & Jule in Figueres und haben nur positive Erfahrungen gemacht! Dazu gibt es demnächst auch wieder einen Artikel ;-)

      Liebe Grüße
      Nima

      • Also wir waren im Dezember in Barcelona . sind mit Hund U-Bahn gefahren . Ohne Problem . Das einzige was negativ ist , das der Hund in keine Gaststätte darf .

        • Ja, das ist in Spanien tatsächlich anders als hier. Für die Spanier, die nach Deutschland kommen, ist es dagegen befremdlich, dass wir Hunde (fast) überall mit hinnehmen.
          Schön, dass das U-Bahnfahren so gut geklappt hat!

  2. Hi Nima,
    alles klar, dann hat sich doch einiges geändert. Super, dass Hunde neuerdings in Barcelona mit in die U-Bahn dürfen, gut zu wissen. Freue mich auf Deinen Artikel!
    Liebe Grüße
    Miriam

  3. Hallo Nima,
    sehr gute Infos die du hier gibst. Ich habe vor im nächsten Jahr von Deutschland aus bis nach Lissabon zu laufen, dass alles zusammen mit meinem Irish Terrier Mädchen Luzie. Immer wieder wurde ich gewarnt das, gerade in Spanien, Hunde in keinster Weise erwünscht sind, egal wo man mit denen auch auftaucht.
    Vielen Dank für die guten Infos, dein Blog haben mich noch einmal bestärkt auch unser Abenteuer anzugehen.

    Lg Chris mit Luzie

    • Hola Chris, hola Luzie,
      das hört sich nach einem tollen Abenteuer an und wird bestimmt für euch beide eine spannende Erfahrung.
      Was Hunde in Spanien betrifft, kann ich nur sagen: Wir fühlen uns weiterhin mit Luna & Jule hier sauwohl! Aktuell sind wir ja in einem Klettergebiet und hier wimmelt es vor Hunden. Fast alle Kletterer – und das sind zu 90% Spanier – haben Hunde dabei und gehen mit ihnen total liebevoll um.
      In Städten hatten wir auch keine Probleme, aber die wirst du bei so einer Wanderung vermutlich eh nicht aufsuchen.

      Das einzige, wo man etwas aufpassen sollte, sind die Jagdgebiete. Da passe ich aber nicht nur auf meine Hunde, sondern auch auf mich selber auf ;-)
      Wenn du noch Infos brauchst oder Fragen hast, sag mir gerne jederzeit Bescheid!
      Alles Liebe für euch beide
      Nima

      • Silvia Gallmeister

        Hallo Nima,
        Ich bin gerade auf deine Seite gestoßen, weil ich so viel über gefährliche Infektionskrankheiten für Hunde in Spanien recherchiert habe. wir wollen Ende März mit unserem Labrador und unserem alten Peugeot Boxer nach Spanien und Portugal.
        Nach deinen Berichten und den anderen Kommentaren bin ich nun nicht mehr ängstlic h. Darf man in Spanien allgemein frei campen.?
        Viele Grüße
        Silvia

        • Hallo liebe Silvia,
          ängstlich brauchst du wirklich nicht sein. Unsere Hunde können sich schließlich auch in Deutschland mit Krankheiten wie zum Beispiel Borreliose infizieren. Deshalb ist es umso wichtiger, die Vierbeiner gut mit einem Zecken-bzw. Mückenschutz auszustatten. Wir nehmen immer die Scalibor-Halsbändern.

          Freistehen darf mal in Spanien bedingt. Ich habe dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben mit unseren Tipps und Infos:
          http://abenteuer-unterwegs.de/wildcampen-in-spanien-tipps-und-infos/

          Ich wünsche euch für eure Reise ganz viel Spaß! Solltest du noch Fragen haben, melde dich gerne :-)
          Liebe Grüße
          Nima

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