Achtung: Lesen verboten!

Achtung: Lesen verboten!

Das Lesen dieses Artikels erfolgt auf eigene Gefahr! Es ist ein Thema, mit dem ich mich bestimmt in einige Nesseln setzen werde. Aber das Risiko nehme ich auf mich und ziehe mich warm an für den möglichen Sturm der Entrüstung.

Here we go:

Deutschland gegen Spanien – mein Ländervergleich.

Objektivität? Hier und heute nicht!
Ich verrate dir meine ganz persönliche Meinung zum Leben in beiden Ländern und nehme es in Kauf, dass ich damit Leuten auf den Schlips trete. Ich habe nämlich die Schnauze voll, ständig aufzupassen, dass ich ja keine Fehler mache. Und ich habe auch keine Lust, es allen Recht zu machen, weil es doch immer jemanden gibt, der was zum Meckern hat.

Und damit sind wir schon beim ersten Punkt: Verbote!
Deutschland ist für mich ein Land der Besserwisser und Querulanten, einer ätzenden Kombination. Ich habe das Gefühl, dass 80% aller Deutschen mit einem Gesetzbuch unter dem Kopfkissen schlafen, um dich in den absurdesten Momenten darauf hinzuweisen, dass etwas verboten ist. Und verboten ist so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann.

  • Einen Spielplatz betreten, wenn du älter als 12 Jahre bist? Verboten!
  • Deine Fahrradreifen an der Tankstelle mit Luft aufpumpen? Verboten!
  • Mit deinem Hund an einen See zum Schwimmen gehen? Verboten!

Die Deutschen lieben Verbote!

Im Zweifelsfall ist es verboten, ganz einfach.

Im Zweifelsfall ist es verboten, ganz einfach.

Und die Deutschen lieben Tierschutz
Ich kann es bald nicht mehr zählen, wie oft ich im letzten Jahr Ärger wegen meiner beiden Hunde hatte.
Ich laufe inzwischen schon mit dem Kackbeutel winkend durch die Gegend, um jedem zu signalisieren: „Ich räume hinter den beiden auf, kein Grund zur Aufregung“.
Obwohl Deutschland ein Land der Tierschützer ist, bekomme ich von Tierfreundlichkeit im Alltag wenig mit. Hast du einen Hund, darfst du dich überall und jederzeit beschimpfen lassen.

„Die Spanier sind doch alle Tierquäler“
Mir braucht keiner erzählen, dass es in Spanien noch Stierkämpfe gibt.
Ich weiß auch, dass Galgos in Spanien teilweise erhängt werden. Und ja, einige Tierheime sind brechend voll. Das ist aber nicht Spanien und so sind nicht alle Spanier!

In den 1,5 Jahre, die ich dort gelebt habe, habe ich tatsächlich keine einzige schlechte Erfahrung mit meinen Hunden gemacht – weder in der Stadt, noch auf dem Land.
Im Gegenteil: Luna wurde ganz oft von fremden Leuten angefasst mit den Worten „oh, wie weich“.

Um zu wissen, wie die Spanier selber zu diesem Thema stehen, habe ich neulich ein Interview mit der Organisation Senderismo con mi perro geführt.

Die weiche Luna

Die weiche Luna

„Aber Deutschland hat auch schöne Seiten“

Na klar, ich habe auch ganz tolle deutsche Freunde und kenne nette Deutsche.
Natürlich gibt es hier auch schöne Orte, leckeres Essen und andere positive Dinge. Trotzdem fühle ich mich in diesem Land nicht so wohl wie in Spanien, denn was mir im Alltag fehlt, ist zwischenmenschliche Wärme und Herzlichkeit. Abgesehen von der Sonne, die ich zum Wohlfühlen brauche.

Das fängt schon mit der Kommunikation an.
Hier sind wir auf Distanz bedacht, möchten den anderen erstmal auf Abstand halten. Von jemanden das „Du“ angeboten zu bekommen, kann in einen Staatsakt ausarten. In Spanien sagt man nur in ganz seltenen Fällen „Sie“, ansonsten gilt auch im geschäftlichen Alltag das „Du“. Absolut entspannt und entspannend!

„Hallo Hübsche“

Wer würde es in Deutschland wagen, eine Frau so anzusprechen? Ganz ehrlich, die meisten Mädels wären – höflich umschrieben – irritiert.
So eine Begrüßung ist maximal unter guten Freunden o.k., aber nicht im alltäglichen Leben. Was hier fast unvorstellbar ist, ist in Spanien der normale Umgangston.

„Hola guapa“ (oder guapo für die Männer) ist dort eine weit verbreitete Art sich zu begrüßen. Unter Freunden, aber auch sonst. Diese Anrede ist nicht an ein Alter oder das Aussehen gebunden. Sie ist eine reine Sympathiebekundung und frei von jeglicher Anmache.

Ich liebe dieses „Hola guapa“.
Zwei simple Worte, die bei mir ein gutes Gefühl erzeugen und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und von guten Gefühlen können wir doch alle nicht genug bekommen, oder?

Ein kleiner SmallTalk an der Supermarktkasse?
Wird hier schnell von genervten Blicken der anderen Wartenden quittiert.
In Deutschland muss immer alles schnell gehen und effektiv sein! In Spanien kann es passieren, dass sich die anderen in der Kassenschlange mit in das Gespräch einschalten und es munter her geht. Einkaufen dauert dann zwar ein wenig länger, macht dafür aber mehr Spaß!

Hilfsbereitschaft
In absolut gebrochenem Katalanisch haben wir einmal an einer Tankstelle nach einem Weg gefragt. Nach wenigen Minuten waren alle Mitarbeiter versammelt (inklusive Chef) und haben uns eine Straßenkarte gemalt. Danach sind sie mit uns vor die Tankstelle gegangen und haben den Weg noch einmal erklärt. Als wir trotzdem noch eine Straßenkarte kaufen wollten, fanden sie das total unnötig – wir hatten ja die selbst gemalte! Und diese hat uns absolut richtig zu unserem Ziel geführt.

Im Stuttgarter Raum habe ich einmal in perfektem Deutsch (schließlich komme ich aus dem Rheinland) nach dem Weg gefragt, da ich mich verfahren hatte.
Das Ergebnis? Ein genervter Blick vom Angestellten, schweigende Kunden und am Ende keine Auskunft.
Was, wenn ein Ausländer gefragt hätte? Hätte man ihm hier eine Karte gemalt?

Stadtbummel durch Sevilla

Stadtbummel durch Sevilla

Gastfreundschaft

Mein Freund und ich waren in einem kleinen andalusischen Dorf abends etwas essen.
Wir saßen vor einer Bar, am Nebentisch waren zwei alte Herren. Nach dem Essen haben wir uns zwei Drinks bestellt. Als wir diese ausgetrunken hatten, haben die beiden Männer Nachschub für uns bestellt und uns zu sich an den Tisch eingeladen. Wir konnten kein Spanisch und sie – na klar – kein Deutsch oder Englisch. War aber völlig egal, denn irgendwie haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt und hatten einen netten Abend.
Und dann gibt es auch noch die Geschichte mit der geschenkten Wassermelone – hier weiterlesen.

Sich frei fühlen
Durch das gute Wetter kannst du dich in Spanien natürlich viel draußen aufhalten. Die Leute bummeln durch die Straßen oder treffen sich in Cafés. In Deutschland spielt sich das Leben überwiegend drinnen ab und wahrscheinlich sind wir Deutschen daher auch „verschlossener“.  Hier werden Verabredungen minutiös mit Hilfe von Kalendern geplant, dort trifft man sich spontan. In Spanien ist es außerdem unüblich, jemanden zu sich nach Hause einzuladen, stattdessen trifft man sich in einer Bar.

Spanien ist außerdem ein Land mit viel unbewohnter Fläche. Du kannst dich komplett in die Natur zurückziehen und hast deine Ruhe.

Berge Andalusien

Ich weiß, dass alles eine Frage der Sichtweise ist. Und ich habe direkt zu Beginn angekündigt, dass ich hier keinen politisch korrekten Artikel schreiben werde.
Seit 2 Jahren lebe ich nun wieder in Deutschland und natürlich ist es ein Teil von mir. Wenn die Spanier abends um 22.00 Uhr zu Abend essen, falle ich längst todmüde ins Bett …

Ich kenne einige Spanier, die zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind. Gute Bezahlung, klasse Konditionen. Nach wenigen Monaten haben sie den Job geschmissen und sind zurückgegangen, weil sie mit dem Menschen hier nicht warm geworden sind. Deutschland war ihnen zu kalt – wetterbedingt und zwischenmenschlich.

Hola Spanien

Ob ich mich dieses Mal wieder so wohl fühlen werde wie damals, als ich zum ersten Mal nach Spanien gezogen bin?
Das wird sich herausstellen, wenn es ab September heißt: Adiós Deutschland Hola Spanien!

Und jetzt bin ich auf deine Kommentare gespannt!

46 Kommentare

  1. Hi Nima,

    Wow, da hast du ja einen rausgelassen! Ich liebe politisch unkorrekte Artikel, bei denen man auch mal Menschen auf den Schlips treten muss. Mit viel spanischem Feuer und sehr schön geschrieben. Danke!

    Ich könnte statt Spanien da noch ein paar andere Länder einfügen. Das ist für mich auch eine der prägendsten Erfahrungen meiner Reise: Warum geht es bei uns nur um Leistung, Perfektion, Geschwindigkeit, etc? Warum so selten um Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft, Spontanität? Das sind die Dinge, bei denen ich mit meinem Vaterland hadere. Ich bin auch sehr gespannt, wie gut ich es nach meiner langen Tour wieder in Deutschland aushalte. Aber alles in allem kann ich unser Land trotzdem ganz gut leiden. Ich brauche dafür halt ein bisschen mehr Humor und Gelassenheit als woanders 🙂

    Liebe GRüße

    Mischa

    • Hi Mischa,
      das Veröffentlichen dieses Artikels hat schon ein wenig Mut gekostet, aber ich stehe hinter jedem einzelnen Wort 😉
      Es gibt da einen Spruch: „Freundlichkeit ist so selten geworden, dass sie oft mit Flirten verwechselt wird“. Den finde ich in Deutschland sehr zutreffend. Wobei Flirten auch nichts Schlimmes ist…
      Also, halten wir die gute Laune Stange oben!
      Liebe Grüße
      Nima

      • Josué Lopéz Rodriguèz

        Hey total genial fühl mich super identifiziert mit deinen aussagen was das leben in beiden laender angeht. Ich hab auch in deutschland gelebt und bin froh jetzt hier in barcelona zu bleiben.
        Gracias guapa;-)

        • Hola Josué,
          muchas gracias für deinen Kommentar 🙂
          In Barcelona selber war ich leider noch nicht, aber das steht auf meiner Wunschliste!

          Liebe Grüße
          Nima

  2. Hallo Nima,
    wunderschön geschrieben! Ich kann Deine Empfindungen Spanien gegenüber sehr gut nachfühlen, weil es mir mit Kreta ja ganz ähnlich ergeht. Auch dort herrscht eine andere sprichwörtliche Gastfreundschaft, gegenseitige Hilfe, das Unperfekte, dafür Spontane. Die Menschen haben einfach Freude am Zusammensein („parea“) und sogar für den Ausdruck Hola guapa gibt es etwas Vergleichbares auf Kreta: gute Freunde bezeichnen sich gegenseitig gerne mit „ta pedia“ = „die Kinder“. Die ist nicht abwertend gemeint, sondern so, wie man sich echten Freunden mit Liebe, aber auch Verantwortung begegnet.
    Für mich ist Kreta auch aus diesen genannten Gründen ein wichtiger und nicht mehr wegzudenkender Teil meines Lebens geworden, so wie für Dich Spanien. Ich wünsche Dir für 2016, das Dein Traum Spanien in Erfüllung geht! Bleib dran!
    Ich für mich denke übrigens nicht ans Auswandern. Mein Traum ist es, einen 2-Welten-Lifestyle aufzubauen, mit dem ich die Vorteile beider Länder kombinieren kann. Und ein Schritt dorthin ist nun der Bau eines eigenen Hauses auf Kreta.
    Alles Gute weiterhin, sto kalo,
    Matthias

    • Hallo Matthias,
      tja, die Südeuropäer haben es nicht nur wärmer, sondern sie verhalten sich auch so 🙂 Ein sehr schönes Beispiel hast du mit „ta pedia“ genannt!
      Das Unperfekte ist für viele Deutsche schwer auszuhalten, noch schwieriger ist es mit Langsamkeit. Die Griechen lassen es ja auch gerne ruhig angehen, was ich genial finde!
      Auch für euer Projekt weiterhin alles Liebe und lasst es euch gut gehen
      Nima

  3. Hola chica,

    ja, das mit der Freundlichkeit ist so eine Sache. Ich denke, es hat was mit der Sonne zu tun und bei dem miesen Wetter im Moment kann ich es keinem verdenken, muffig zu sein 😉

    Aber im Ernst, es gibt hier auch nette Momente, wo ich in Bayern in einem Biergarten (oder auch tatsächlich mal mittags auf der Wies´n) sitze, mit dem Gegenüber ins Gespräch komme und mich wirklich nett unterhalte. Oder wenn mal morgens um kurz vor 8 ein locker-flockiger Spruch in der U.Bahn kommt und sich alle angrinsen.
    Wenn mal echt Not am Mann/an der Frau ist, dann sind unsere Sozialsysteme auch nicht die Schlechtesten.
    Was ich sagen will, es ist nicht alles mau hier, aber auch nicht alles super im sonnigen Süden. Ich denke mal, etwas mehr Relaxtheit würde in Deutschland sicher nicht schaden, aber wir haben hier sicher auch ein paar Seiten, die andere gern hätten.

    Und so unter uns, ich träume auch von einem Leben im Süden 😉 Schau ´mer mal…

    Liebe Grüße
    Ivana

    • Hola Ivana,
      ja klar hat beides Vor-und Nachteile und jeder darf für sich abwägen, was ihm besonders wichtig ist. Wenn ich persönlich schaue, wie oft ich in Spanien schöne Momente im Alltag habe im Vergleich zu hier, dann zieht Deutschland einfach den Kürzeren….
      Liebe Grüße 🙂
      Nima

  4. Liebe Nima,

    ja, da hast du ein Thema aufgetan. Ich glaube, in jedem Land gibt es freundliche, bemerkenswerte, liebevolle Menschen. Wenn ich an meine fast 10 Jahre in Spanien zurückdenke, muss ich sagen, dass die Masse an netten, empathischen Leuten wohl doch die Zahl hier in Deutschland überwiegt. Ich habe das Glück hier in einem kleinen Ort zu wohnen, wo jeder jeden kennt, und es ist doch nicht so wie in Spanien . Die meisten ziehen sich doch sehr in ihre eigenen vier Wände zurück, und die Kommunikation zwischen den Nachbarn ist nicht das, wie man sich das vorstellt.
    Die Aufgeschlossenheit zu dem Fremden ist in Spanien und auch in anderen Ländern oft sehr viel größer als in unserem Land.
    Einerseits mag wohl die Mentalität, Verbundenheit mit der Natur und das gute Klima , da eine Rolle spielen, dass die Menschen besser drauf sind. Sie interessieren sich einfach mehr für den anderen und sind unvoreingenommen neugierig, was wohl der Fremde an Lebensweisheiten und Erfahrungen zu bieten hat. Man muss sich aber auch auf dieses Interesse auch einlassen. Sich nicht verschließen, dann sind intensive Freundschaften sehr schnell möglich, schneller als hierzulande.
    Die Menschen in südlichen Ländern haben vielfach noch eine andere Struktur , viel Familie, teils Großfamilie, Tradition und Weitergabe vieler Werte , man trifft sich am Wochenende gerne mit der ganzen Familie, Verwandtschaft auf dem Land.
    Ich habe dort ungeheuer interessante und liebenswerte, offene Menschen gefunden und hab mich im Dorf nie als Ausländer gefühlt!! (Da muss ich oft an Deutschland denken, wie es den ausländischen Einwanderer gehen mag, die doch in vielen Fällen einen sehr aggressiven Wind abbekommen und es nicht leicht haben.)
    Aber auch die vielen Nichteinheimischen aus ganz Europa dort waren eine Bereicherung und so hatten wir viele gute Freunde auch aus anderen Ländern. In der Fremde geht man gerne aufeinander zu und ist aufgeschlossen, da man dort viel mehr sucht als die Einheimischen hier.
    Ich habe dort eine andere Infrastruktur erlebt und war begeistert, In jedem kleinen Ort alles vorzufinden, was man zum Leben braucht, Läden, Doc , Apotheke usw, davon kann man in Deutschland auf dem Land nur träumen. Da gab es aus dem Grund auch schon jede Menge Kommunikation, hier läuft man doch nur geschäftig im Supermarkt und sucht anonym seine sieben Sachen zusammen.
    Ich denke, wir können uns von der Lebensart anderer Länder sehr viel abschauen und man sollte aber nicht ruhen, Freundlichkeit zu leben, Ignoranz übersehen und auf die Menschen zugehen, um die interessanten Kontakte und Menschen, um die es sich lohnt raus zu filtern und so ein besseres Leben zu haben.

    Herzlichen Dank , liebe Nima, für das Thema, aber von meiner Seite muss ich dich enttäuschen, das es entgegen deiner Erwartung nicht zu einer Kritik gekommen ist. Ich wünsche dir , das du deine Ziele bald erreichst, aber lass nicht einfach die Menschen hier zurück, denn es gibt jede Menge, die auf unserer Welle sind.

    Ich freue mich immer auf Deine Blogartikel.

    Liebe Grüße
    Wolfgang ( Natürlich…der Johannes“)

    • Hallo lieber Wolfgang,
      „Ich denke, wir können uns von der Lebensart anderer Länder sehr viel abschauen und man sollte aber nicht ruhen, Freundlichkeit zu leben, Ignoranz übersehen und auf die Menschen zugehen, um die interessanten Kontakte und Menschen, um die es sich lohnt raus zu filtern und so ein besseres Leben zu haben“.
      Dieser Satz gefällt mir sehr gut und ich stimme dir uneingeschränkt zu.
      Ich achte auch immer wieder darauf, mich nicht von der deutschen Eile anstecken zu lassen. Wenn mir die Kassiererin im Supermarkt im Höllentempo die Sachen in den Wagen wirft, schalte ich oft bewusst einen Gang runter und sehe es als Übungsaufgabe für mehr innere Ruhe 😉
      Ganz liebe Grüße

      ps. Vielen Dank, dass du so ausführliche Kommentare schreibst, das freut mich sehr!

  5. Hallo,
    dein Eindruck täuscht nicht. Wir Hundehalter werden sehr genau beobachtet. Seit zwei Jahren lebt Charly, ein Jack-Russel-Mischling in unser Familie. Leider mussten wir immer wieder erfahren, dass Hunde nicht immer erwünscht sind. In unserem Umkreis gibt es zum Beispiel keinen einzigen Badesee, wo Hunde erlaubt sind. Das finde ich sehr schade.
    Viele Grüße

  6. Hallo Nima,
    ich finde deinen Artikel gar nicht so brutal, sondern eher mal nötig. Manchmal lebt man schon so sehr in dieser deutschen Welt, dass einem das ein oder andere gar nicht mehr auffällt. Danke dafür.

    Kürzlich habe ich ein Buch von einem Paar gelesen, das mit dem Bus von Memmingen nach Australien gereist ist und sich auf der Strecke, nachdem sie in verschiedenen Ländern Gastfreundschaft erfahren haben, gefragt haben ob wir in Deutschland auch einfach einen Ausländer zu uns nach Hause zum essen einladen würden. Das hat mich schon etwas zum nachdenken gebracht. Seitdem versuche ich zumindest etwas offener den Leuten zu begegenen (im Rahmen meiner Wohlfühlzone 🙂 )

    • Hey Hanna,
      das ist ein tolles Beispiel, genau um solche „Kleinigkeiten“ geht es! Ich achte auch viel bewusster darauf, wie ich mit Menschen umgehe, seit ich in Spanien gelebt habe. Es ist im Grunde sehr einfach, hilfsbereit oder freundlich zu sein und schafft so ein gutes Gefühl!
      Liebe Grüße
      Nima

  7. Liebe Nima, sehr cooler Titel und interessanter Post. Öfters ist es so, dass wir vom Charakter her uns mehr mit einer oder anderer Kultur identifizieren. Gibt es etwas, was du besonders in Spainien von Deutschland vermisst und umgekehrt, in Deutschland von Spanien? Z.B. eine kulturelle Eigenschaft?

    • Hola liebe Elen,
      eine interessante Frage, die du mir stellst. Ich fahre ja regelmäig nach Spanien und habe dort bisher noch nichts aus Deutschland vermisst. In den 1,5 Jahren, die ich dort gelebt habe, hatte ich noch nicht einmal Heimweh, kein einziges Mal. Im Gegenteil: Als ich in Deutschland zu Besuch war, habe ich mich wie eine Fremde gefühlt und konnte mich mit der Mentalität nicht mehr identifizieren.
      Was ich in Deutschland von Spanien vermisse, ist der wesentlich freundlichere Umgangston und die Art, sich zu begrüßen: Küsschen links und rechts statt Händedruck mit Mindestabstand 😉
      Liebe Grüße
      Nima

  8. Super Artikel, Nima. Ich stimme dir voll und ganz zu. Meinen bisher krassesten Kulturschock hatte ich, als ich 1999 nach zwei Jahren Brasilien nach Deutschland zurückkehrte. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich zu meinen Nachbarn gelaufen bin und fragen wollte, ob jemand mir mit dem Aufbau eines Schranks helfen könnte. Die Tür wurde einen Spalt aufgemacht, ich brachte mein Anliegen vor und die Frau meinte, nein, sie hätten keine Zeit und außerdem hätte ihr Mann Rückenprobleme. In Brasilien dagegen hatte ich ganz viel Hilfsbereitschaft erfahren, die Menschen dort haben auch nicht so viel für sich gelebt. Natürlich kann man das alles nicht pauschalisieren (was du ja auch nichts tust), aber insgesamt bin ich ebenfalls jemand, der sich in Deutschland eher nicht wohl fühlt. Und das, obwohl ich viel Zeit für mich alleine brauche 🙂 …. Vielleicht treffen wir uns 2016 mal in Spanien?

    • Hallo liebe Nuria,
      das mit dem Pauschalisieren stimmt vollkommen. Natürlich gibt es hier auch sehr nette, freundliche und hilfsbereite Menschen! Wir haben erst am Wochenende wieder spannende neue Kontakte geknüpft, über die ich mich sehr freue – alles Reisejunkies 😉

      Für dein Projekt wünsche ich dir alles Gute und dass wir uns 2016 in Spanien treffen, ist durchaus möglich 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

  9. Hola Guapa!

    Nach meinem Radreisetrip 2008 (www.tibetblume.com) fühle ich mich in Deutschland ähnlich wie Du es beschreibst… nur hören will das keiner… Statements wie „so schlimm ist es doch gar nicht“ …“klar sind wir gastfreundlich“ bis „dann geh doch“…ja, früher oder später habe ich das genau aus diesem Grunde vor… Glückwunsch an Euch: ihr ward definitiv schneller …Alles Gute!

    Liebe Grüße

    Dirk

    • Wow, das hört sich ja nach einem ganz besonderen Abenteuer an, das du gemacht hast!

      Die Schwierigkeit an diesem Thema ist natürlich, dass sich Menschen kritisiert fühlen, die sich hier wohlfühlen und Deutschland mögen. Entsprechend fallen die Reaktionen aus. Ob es hier „schlimm“ ist oder nicht, darum geht es eigentlich nicht, sondern nur darum, ob sich die Lebensweise mit dem eigenen Lebensgefühl deckt. Wenn das nicht der Fall ist, dann heißt es weiterziehen 🙂

      Bin sehr gespannt, deinen Weg weiter zu verfolgen.
      Liebe Grüße
      Nima

  10. Hallo Nima,

    da ich als Deutscher mit spanischer Novia beide Welten gut kenne, kann ich viel in deinem Artikel wiederfinden und auch nachvollziehen. Ich kann dir aber auch sagen, dass es das Paradies nirgendwo gibt, weder in Deutschland noch in Spanien, und dass das Leben in Spanien genau so seine Sonnen- und Schattenseiten hat, wie das Leben in Deutschland.

    Beide Länder haben ihre eigene Kultur, ihre Art, miteinander umzugehen, aber auch ihre Art, Dinge zu regeln und Geschäfte zu machen. In beiden Länder läuft die Integration über die Sprache, wobei Spanien da gefühlt sogar noch härter ist. Wer kein Spanisch spricht, steht in der Gesellschaft genauso außerhalb, wie einer, der in Deutschland kein Deutsch spricht. Nur das Ausländer in Deutschland noch oft mit Englisch weiterkommen. Wer an den üblichen Treffpunkten nicht erscheint, gehört in beiden Ländern nicht dazu. In Spanien ist das die Bar, in Deutschland vor allem in ländlichen Gegenden die örtliche Feuerwehr. Man kann zu beiden gerne seine Meinung haben. Ich sag dazu nur, dass es Leute gibt, denen regelmäßige Feuerwehrtreffen genau so wenig behagen, wie es andere nicht lieben, dass das eigentlich Wohnzimmer praktisch die Bar nebenan ist.

    Leider gibt es genauso unfreundliche Spanier, wie es unfreundliche Deutsche gibt. Beide Gruppen sind in der Minderheit.

    Zu den Umgangsformen kann ich dir nur sagen, dass es die früher in Deutschland auch einmal gab. Dinge wie „Hola guapa“ gibt es schon alleine deswegen nicht mehr, weil der Mann dann befürchten muss, hinterher wegen Sexismus einige Probleme zu bekommen. Die Tür aufhalten oder aus der Jacke helfen wird von der hiesigen Damenwelt ja gerne als Schwäche interpretiert. Nicht selten von denselben Damen, die im nächsten Atemzug von der Art der Südländer schwärmen.

    • Hola und vielen Dank, dass du dir die Zeit für so einen ausführlichen Kommentar genommen hast!
      Dein Beispiel mit der Bar und der Feuerwehr ist sehr anschaulich und zutreffend. Jedes Land hat schöne und weniger schöne Seiten, natürlich auch Spanien.
      Mit deinem Hinweis auf den Sexismus weiß ich genau, was du meinst. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Höflichkeit ist heutzutage so selten geworden, dass es oft mit Flirten verwechselt wird“

      Wünsche dir eine gute Zeit
      Liebe Grüße
      Nima

  11. Hallo liebe Nima,

    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele!

    Sicher gibt es auch in Deutschland angenehme Menschen, doch irgendwie vermisse ich bei dem Deutschen einfach diese Herzlichkeit, diese Unkompliziertheit und ebenso die Offenheit. Dafür und viele weitere Punkte und Erlebnisse liebe ich die Katalanen und fühle ich mich in diesem Land mehr beheimatet als jemals in Deutschland zuvor.
    Es mag sich kitschig anhören, doch habe ich bisher kein Land und keine Menschen kennen gelernt, welche mich derart emotional berühren und denen ich mich derartig zugehörig fühle, wie hier in Katalonien.

    Ich finde es gut, dass Du mal dieses Thema so offen aussprichst. In anderen Foren verbrennt man sich immer so schön den Mund, wenn man sich kritisch über Deutschland oder vergleichend äußert.

    Dir und Deinen lieben noch ein paar schöne Feiertage und liebe Grüße – Tassja

    • Hey Tassja,
      es ist schade, dass man dieses Thema nicht so offen ansprechen kann. Ich verteufele auch nicht die Deutschen, sondern fühle mich lediglich stärker zur spanischen Mentalität hingezogen.
      Wenn jemand sagt, er lebt lieber in München als in Hamburg, weil er die Hamburger als unterkühlter empfindet, nimmt ihm das keiner krumm. Geht es aber um Ländervergleiche, fühlen sich viele direkt auf den Schlips getreten…

      Liebe Grüße
      Nima

  12. Liebe Nima! Mit dem Artikel hast du mir aus der Seele gesprochen! Das sind genau die genannten Gründe, die mich (uns) dazu bewegt haben Deutschland den Rücken zu kehren. Ich fühle mich hier in Spanien (Katalonien) mehr zuhause als ich es in Deutschland je tat.
    Ja in der Tat gibt es auch A**löcher und Korinthenkacker in Spanien…nur verdammt viel weniger als in D.
    Das schönste ist aber: Ich kann mich umgeben mit wem ich will und leben wie ich will ohne dass es meinen Nachbarn interessiert. Ja es ist nicht alles besser hier, aber aus meiner Sicht ist schon einiges besser, was ich am Leben schätze!
    Toller Bericht!!!! Danke 🙂

    • Hallo Carlos,
      ganz ohne Korinthenkacker wäre die Welt wahrscheinlich auch langweilig, aber unter der Sonne Spaniens bin ich auf jeden Fall gelassener, um mit ihnen umgehen zu können.
      Außerdem bietet Spanien so viele Rückzugsmöglichkeiten, dass ich ihnen seltener begegne 🙂

      Liebe Grüße
      Nima

  13. Hallo Nima,

    toller Artikel! Ich finde Du hast in den meisten Punkten recht! Was mich ganz ehrlich am meisten schockiert hat, als ich damals nach Hause kam, war wie unfreundlich alle sind. Deutsche sind echt MEGA UNFREUNDLICH! Was ich aber, jetzt wo ich wieder etwas länger da bin, noch viel, viel, viel schlimmer finde… Ich lasse mich mitreißen. Ich versuche, sobald ich das erkenne, gegenzusteuern, aber diese allgemeine Unzufriedenheit, die hier so herscht, reißt einen mit. Gerade wenn man sich in dem Land dann nicht mehr wirklich wohl fühlt und weg will, um wieder zu reisen, dann schwimmt man schonmal mit, in diesem Strom der Frustration.

    • Hey Corinna,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich versuche schon, die spanische Freundlichkeit mit nach Deutschland zu bringen, aber das ist nicht immer möglich. Wenn ich einen Bekannten zur Begrüßung umarmene möchte – wie in Spanien üblich – kommt das hier weniger gut an. Hier ist ein Händedruck schon das Maximum an Nähe.
      Zum Glück habe ich in der Zeit, in der ich jetzt wieder hier lebe, viele herzliche, aufgeschlossene Menschen kennengelernt – auch über das Bloggen. Trotzdem freue ich mich, wenn ich bald wieder in den Süden ziehen darf 😉
      Liebe Grüße
      Nima

  14. Hi Nima!

    Also, wenn du die Spanier schon toll findest, dann warst du wohl noch nicht in Portugal, oder?

    Wir erleben nach jedem Winter back in Germany einen krassen Kulurschock. Diese ganze verrückte Hektik hier. Der Stress. Alle haben es eilig. Immer. Alle rennen, keine geht mal in einem normalen Tempo. Komme ich nicht schnell genug über die Straße, hupen die Autofahrer und ich wurde sogar schon beschimpft. An der Supermarktkasse schweigt man sich an, im Fahrstuhl auch. Kaum einer lächelt mal, einfach so. Und irgendwie sehen auch alle krank aus. Ja, krank. Blass, erschöpft und ausgelaugt.

    Ein paar Winter waren wir in Spanien. Ich empfand „die Spanier“ allerdings immer als etwas zu cool und zu wortkarg.

    Dann sind wir nach Portugal gefahren… selten habe ich freundlichere Menschen getroffen und noch seltener ein so schönes Land. Mit viel Zeit. Viel Ruhe. Viel Natur. Viel Platz.

    🙂

    • Hi Steffi,
      wir waren bisher nur einmal in Portugal (Lissabon und Sintra), aber da waren wir schon total von den Leuten angetan!
      Sobald wir uns auf den Weg machen, wollen wir auf jeden Fall auch längere Zeit in Portugal bleiben. Infos dazu hole ich mir dann – wie praktisch – einfach von dir 😉

      Liebe Grüße
      Nima

  15. Ich freu mich schon drauf 🙂

  16. …seit Februar 1988 in Barcelona ansaessig, dem Artikel ist nichts hinzuzufuegen 🙂
    Hat Spass gemacht, ihn zu lesen
    Gruss!

  17. Hallo Nima !
    Deinen Bericht unterschreibe ich voll und ganz !
    Die Freundlichkeit und Offenheit der Spanier ist mit den Deutschen nicht zu vergleichen. Grade wenn man wirklich niemanden kennt und etwas fragen will, egal ob es der guenstigste Preis fuer leña ist oder wo man das beste Fleisch kauft, der Spanier gibt immer ehrliche Auskunft und freut sich, auch wenn man nur ein bisschen spanisch kann. Wenn ich einen Nachbarn frage wie man richtige Tortilla macht , dann steht der spaetestens nach 10 Minuten in meiner Kueche und kocht. Und wenn ich was zu transportieren habe findet sich sehr schnell einer der einen kleinen Transporter oder Lastwagen hat und mir hilft. Dafuer gibts dann ein Flaeschchen Bier oder am Wochenende bringe ich ein bisschen selbstgebackenen Kuchen hin. Darueber freuen die sich so sehr, weil das einfach ein Zeichen der Anerkennung ist. Und das kann dann auch in ein Gelage ausarten. Also ich geh nicht mehr zurueck nach Deutschland. Die Lebensqualitaet ist hier hoeher, oder sagen wir mal, entspricht mehr meinem Naturell.
    Ich hoffe wir sehen uns demnaechst in Prado del Rey.
    Liebe Gruesse von Hacienda la Molina

    • Hola 🙂
      einen Spanier, der mir eine Tortilla kocht, hätte ich auch gerne in unserer Bus-Küche 😉
      Du beschreibst es wunderbar, wie ich es auch erlebt habe. Während hier oft Vorsicht und Zurückhaltung herrschen, sind die Spanier offener und hilfsbereiter. Und mangelnde Sprachkenntnisse werden einfach ignoriert. Ein Automechaniker hat mal 20 Minuten mit Steve während der Probefahrt gequatscht, obwohl Steve nicht ein Wort Spanisch spricht 😉

      Wir freuen uns darauf, dich/euch vor Ort zu treffen!
      Liebe Grüße
      Nima

  18. Hi Nima,

    volle Zustimmung in allen Punkten. Und du hast Recht, hau es raus, du, bzw. wir müssen es nicht allen Recht machen.

    Und dein Vergleich trifft nicht nur auf Spanien zu, auch in Frankreich ist es zum Beispiel völlig normal an der Kasse zu plauschen, da regt sich keiner auf und schreit nach einer zweiten Kasse. Auch in den Niederlanden fühlen wir uns wohler.

    Gruß
    Andreas

    • Schön, dass es nicht nur mir so geht 🙂
      In Andalusien hat mich neulich eine Verkäuferin auf meine Tätowierung angesprochen (und das bei meinem noch so schlechtem Spanisch …) und sich total nett mit mir unterhalten.
      Von Stress und Hektik keine Spur!
      Liebe Grüße
      Nima

  19. Hallo Nima,

    Dein Bericht spricht mir aus der Seele. Bin seit 3 April 15 nach Spanien (Benidorm) gezogen und lebe und arbeite (selbstständig) jetzt hier. Ich kann Alle Deine Aussagen nur bestätigen. Ich war seit 7 Jahren jedes Jahr mind. 1 Monat in Spanien und habe es immer genossen. Die Ruhe, kein Stress mit Behörden, Polizisten sind super nett, Bevölkerung immer freundlich und hilfsbereit. Bin froh Deutschland verlassen zu haben und vermisse diese Hektik und Kälte auch nicht.

    LG Tom

    • Hola Tom,
      zu netten Polizisten in Katalonien kann ich dir auch ‚ ne Geschichte erzählen 🙂
      Finde ich toll, dass du den Schritt gemacht hast und wünsche dir weiterhin eine stressfreie Zeit in der Wärme!

      Liebe Grüße
      Nima

  20. Stefan Pizarra

    Hallo Nima,

    ich habe 7 Jahre in Adalusien gelebt. Dein Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.
    Allerdings sind auch wir Mitteleuropäer nicht für ein dauerhaftes Leben in Spanien gedacht.
    Mir z.b. fehlten zuletzt die 4 Jahreszeiten. In Adalusien war es entweder heiß ( teilweise 45 grad von Mitte Mai – Ende August, oder oft sehr Naßkalt von Oktober – März.

    • Es gibt vier Jahreszeiten? Ich kenne aktuell nur den Unterschied zwischen warmem und kaltem Regen 😉
      Es stimmt auf jeden Fall, dass das Klima – gerade in Andalusien – ein anderes ist. Aber dann habe ich es doch lieber ein paar Monate im Jahr richtig heiß und den Rest des Jahres oft sonnig, als dieses ewige Regen-Einerlei…
      Dank dir für deinen Kommentar und sonnige Grüße
      Nima

  21. Hola Nima,
    ich habe interessiert deinen Artikel gelesen.
    Ich habe ein Jahr in Spanien gewohnt – allerdings im Norden und muss sagen, dass die Menschen dort ganz anders sind als in Andalusien (das ich aus mehreren Urlauben und work&travel kenne).
    Höflich und zuvorkommend sind sie ja, aber Offenheit ist dort ein ebenso großes Fremdwort wie auch in Deutschland. Man ist offen dem Neuen zu begegnen, aber sich dem dann auch zu öffnen, das habe ich leider nicht erlebt.
    Ich hatte ein schönes Jahr in Nordspanien, war aber ehrlich froh wieder in meiner Heimat zu sein – auch weil die spanische Bürokratie sogar die Deutsche richtig alt aussehen lässt. Auch Spanien hat eben viele Regionen und die Menschen sind so unterschiedlich wie in Deutschland.
    Allerdings muss ich sagen, dass ich das Wetter wirklich vermisse, denn sogar im „regenreichen“ Norden hat es gefühlt höchstens halb so viel geregnet wie in Deutschland.
    Liebe Grüße, Tina

    • Hola Tina,
      das mit der Bürokratie stimmt, das ist wirklich teilweise zum Brüllen. Da steht hinter einer Sachbearbeiterin auf der Behörde ein Kopierer, aber sie schickt einen in den nächsten Copyshop, damit man sich danach wieder in die Schlange einreiht …
      Zwischen Andalusien und Katalonien ist wirklich ein großer Unterschied. Den gibt es zwischen den Nord- und den Süddeutschen ja auch. Interessant, dass du es ganz anders erlebt hast als ich – so unterschiedlich sind wir Menschen 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

  22. Hola guapa, ich kann deinen Bericht sehr gut nachvollziehen. Ich selbst habe 15 Jahren in Catalunya gelebt. Von 1989 bis 2004. Eine anstrengende, aufregende, traurige, herzliche, fröhliche und „echte“ Zeit. Ich habe dort das Reiten gelernt. Bin mit Hund dort angekommen, habe ihn auch dort begraben und die tollsten und tierliebsten Menschen kennengelernt. Habe einen neuen Hund gefunden und das Reiten gelernt. Ich könnte jetzt Romane schreiben. Als ich 2004 wieder nach Deutschland zurückging, war ich der festen Überzeugung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Lange hab ich mich nicht getraut, meine „alte Heimat“ zu besuchen. Aber als ich dann 2011 !!!! das erste Mal wieder nach Spanien kam, war ich gleich wieder wie zu Hause. Seitdem komme ich regelmäßig jedes Jahr und habe viel mehr Regionen kennengelernt. Von Catalunya, Andalucia, Tenerife bis Murcia. Ich weiß, dass mich dieses Land wohl nicht mehr loslässt….

    Saludos, Antje

    • Hola Antja,
      zu deinem Kommentar kann ich gar nicht mehr viel sagen als: Du sprichst mir zu 100% aus der Seele! Letzte Woche war ich für 4 Tage in Katalonien und aufgeregt wie ein kleines Kind, weil ich endlich wieder Zuhause war. Dieses Gefühl lässt sich nicht beschreiben …
      Ganz liebe Grüße an dich
      Nima

  23. Hallo, liebe Nima,

    habe deinen Blog erst vor ein paar Tagen kennengelernt und habe mich gleich festgelesen. Du schreibst wunderbar, denkst viel über dich und die Welt nach, das gefällt mir.

    Zum Thema „Spanien“ möchte ich auch noch gern meine Meinung beisteuern. Meine ehemalige Schwägerin wohnt in Calpe, dort habe ich sie oft besucht und habe auch zweimal komplett in Spanien überwintert, teils bei ihr, teils unterwegs mit dem Womo.

    Ganz politisch unkorrekt muss ich sagen, dass ich mich in Spanien nie sonderlich wohlgefühlt habe. Klar, es gibt das (meistens) gute Wetter, und für einen zwei- oder dreiwöchigen Sommerurlaub ist Spanien sicher ok, aber dort leben oder das Land ausgiebig bereisen, das möchte ich nicht.

    Warum? Ganz einfach, mir behagt die Mentalität der Spanier nicht. Ich empfinde sie häufig als arrogant, laut, wenig rücksichtsvoll, unzuverlässig, schlampig und und und… und dann erst das nur rudimentär vorhandene Umweltbewusstsein! Angefangen bei den mit Betonburgen verschandelten Stränden über überall achtlos hingeworfenen Müll bis hin zu ganzen Landstrichen, die unter Plastikplanen verschwinden, nee, eine solche Einstellung zur Natur ist nichts für mich.

    Meine Schwägerin hatte immer wieder tolle Geschichten parat über die Unzuverlässigkeit und Schludrigkeit der spanischen Handwerker…

    Habe deinen Bericht über Griechenland gelesen und kann mir sehr gut vorstellen, dass ich mich dort wesentlich wohler fühlen würde als in Spanien. Jedem das Seine!

    Roland

    • Hey Roland,
      Danke, dass du dir die Zeit für deinen ausführlichen Kommentar genommen hast. Es ist interessant, wie unterschiedlich wir alle die Welt wahrnehmen, oder? 🙂
      Wenn du eine Reise nach Griechenland machst, berichte hier gerne mal über deine Eindrücke. Würde mich interessieren, wie es dir dort gefällt.
      Liebe Grüße und alles Gute für dich
      Nima

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