Draußen Bouldern – so geht`s!

Draußen Bouldern – so geht`s!

Bouldern entwickelt sich immer mehr zu einer Trendsportart. In fast jeden größeren Stadt findet man Kletterhallen mit Boulderbereich oder reine Boulderhallen.
In dem Artikel Bouldern – was ist das? erkläre ich, was Bouldern bedeutet und was das Besondere an diesem Sport ist.

Bouldern in der Halle

Viele Leute gehen am liebsten in der Halle bouldern und diese Gründe sprechen dafür:

  • Dicke Matten verringern das Verletzungsrisiko.
  • Angenehme Temperaturen, wetterunabhängig.
  • Große Auswahl an Routen und Griffen.
  • Sichere Ausstiegs- oder Absprungmöglichkeiten.
  • Gute Erreichbarkeit und praktisch für Berufstätige durch lange Öffnungszeiten.

Die Beliebtheit des Sports führt mancherorts zu recht hohen Eintrittspreisen von bis zu 14€.
Eine positive Ausnahme ist aus meiner Sicht die Halle Active Garden in Korb bei Stuttgart, in der ich meine ersten Indoor-Bouldererfahrungen gesammelt habe.

  • Die Auswahl an Bouldern ist groß und anspruchsvoll.
  • Das Publikum ist sehr nett, hilfsbereit und aufgeschlossen – leider nicht in jeder Halle selbstverständlich.
  • Nach dem Bouldern kann man sich, gegen einen kleinen Aufpreis, noch in der Sauna entspannen.
    Im Winter eine super Sache!

Wir gehen im Winter auch in der Halle bouldern, damit wir im Training bleiben. Sobald aber das Wetter wärmer und die Tage länger werden, zieht es uns raus an den Fels.

Ein scheinbar unsichtbarer Tritt

Ein scheinbar unsichtbarer Tritt

Draußen Bouldern ist kein Ponyhof – oder doch?

Während man fast in jeder Stadt bouldern kann, sieht es mit den Outdoor-Möglichkeiten schon anders aus. Hier ist Ortskenntnis gefragt, um zu wissen, wo man draußen bouldern kann.
Teilweise stehen also längere Anfahrten auf dem Programm, bevor man sich am Fels austoben kann.

Vorher heißt es aber noch, sein ganzes Zubehör an den Fels zu verfrachten. Was man alles zum Bouldern benötigt, steht in meiner Boulder-Packliste.

In der Halle ist der Boden mit weichen Matten gepolstert, sodass man gut Fallen oder Abspringen kann.
Draußen sieht das anders aus.

Im Idealfall ist das Gelände um einen Boulder herum halbwegs eben, ohne Steine oder Wurzeln. Dann kann man die Bouldermatten gut hinlegen und den Absprungbereich sichern.

Die Natur richtet sich aber selten nach unseren Idealvorstellungen. Hier steht ein Baum direkt am Boulder, dort liegen dicke Steine herum oder der Platz zwischen den Felsen ist beengt.

  • Draußen zu bouldern bedeutet, sich den Gegebenheiten der Natur anzupassen und den Respekt vor ihr zu wahren.
  • Abgesehen von den örtlichen Bedingungen hast du es draußen auch mit Insekten zu tun. In manchen Gebieten gibt es einige Zecken und man sollte sich hier gut schützen.

Auch wenn man das Absprunggelände mit Chrashpads sichert, ist die Verletzungsgefahr draußen höher als in der Halle. Dieses Risiko gehört einfach dazu.
Wenn man draußen joggt statt auf einem Laufband, besteht ja auch eine höhere Gefahr, dass man umknickt – trotzdem ist Joggen an der frischen Luft viel schöner!

Umso wichtiger ist das Spotten.
Die Aufgabe der Spotter ist es, den Boulderer bei einem Sturz auf die Bouldermatte zu befördern und dafür zu sorgen, dass er nicht unkontrolliert auf dem Boden aufschlägt.

Der Spotter muss konzentriert sein - auch wenn es heiß ist

Der Spotter muss konzentriert sein – auch wenn es heiß ist

Wo wir gerade beim Thema Verletzungen sind: Draußen zu bouldern, beansprucht die Haut!

  • Jede Felsart erfordert eine andere Herangehensweise.
    An Granit bouldert man anders als an Sandstein. Nach einem intensiven Bouldertag sehen die Finger abends nicht mehr so aus wie noch am Morgen. Wenn die Fingerkuppen nicht bereits „durch“ sind und blutende Stelle aufweisen, ist zumindest die Haut um einige Schichten dünner geworden.
    Zur Regeneration setzt jeder Boulderer auf andere Hilfsmittel, von normaler Handcreme über Zinksalbe bis hin zu speziellen Klettercremes.
Da werden die Finger ganz schön beansprucht

Da werden die Finger ganz schön beansprucht

Auswahl an Bouldern und Schwierigkeitsgraden

Während man in der Halle aus einer Vielzahl an Routen und Schwierigkeitsgraden wählen kann, ist das Bouldern draußen kein Wunschkonzert.

  • Bouldern in der Natur ist schwieriger und anspruchsvoller, aber auch spannender!
    Obwohl jeder für sich alleine bouldert, geht es darum, gemeinsam mit anderen für Boulderprobleme eine Lösung zu finden.
    Kommunikation, Kreativität und Teamgeist machen das Bouldern draußen zu einem gemeinsamen Erlebnis.
  • Griffe und Tritte können wegbrechen und schon sieht der Boulder ganz anders aus.
  • Beim Bouldern in der Natur wird man dreckig – das gehört dazu! Manikürte Fingernägel haben hier keine Überlebenschance…

Wie in allen Lebensbereichen, so gibt es leider auch beim Bouldern Personen, die sich draußen rücksichtslos verhalten.
So findet man inzwischen in vielen Hallen das Plakat „Draußen ist keine Boulderhalle“

Genau wie beim Wildcampen ist es wichtig, dass sich Boulderer rücksichts- und respektvoll verhalten, der Natur und anderen Menschen gegenüber.
Ich wundere mich zwar immer wieder, dass man auf solch grundlegende Dinge hinweisen muss, aber leider scheint vernünftiges Benehmen keine Selbstverständlichkeit zu sein.

  • Bitte haltet euch an örtliche Regelungen (Privatgrundstücke nicht betreten, Regelungen für Naturschutzgebiete, etc.)
    Vor Kurzem wurden in Spaniens beliebtesten Bouldergebiet Albarracín die Vorschriften verschärft, da sich die Probleme gehäuft haben.
  • Benutzt nur sparsam Chalk und verkleidet nicht die ganzen Felsen mit Magnesium. Bürstet eure Chalkreste am Ende einfach wieder weg.
  • Nehmt Rücksicht auf andere und verhaltet euch freundlich.
  • Bitte lasst den Fels so, wie er ist und manipuliert ihn nicht. Wem die Gegebenheiten draußen nicht gefallen, der kann in der Halle bouldern.
    Sich mit Hammer und Meißel Griffe und Tritte zu basteln, ist ein absolutes NoGo.
  • Die Standardregel: Räumt euren Müll weg, inklusive Zigarettenkippen, Toilettenpapier und sonstigen Hinterlassenschaften.
Viele Leute - viel Gepäck. Am Ende kommt alles wieder weg.

Viele Leute – viel Gepäck.
Am Ende kommt alles wieder weg.

3 Kommentare

  1. Hallo ein interessanter Blog. Bin eigentlich nur Hallen Boulderer, zum Ausgleich im Winter, macht aber so viel Spaß ich glaub ich muss mal nach draußen. Dieser Betrag macht erst recht Lust darauf.

    • Ja, probier das unbedingt mal aus. Draußen zu bouldern ist wirklich etwas Besonderes 🙂
      Freut mich, dass dir der Artikel gefällt!

      Liebe Grüße
      Nima

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