Autark leben im Wohnmobil – so läuft’s

Autark leben im Wohnmobil – so läuft’s

Sind tatsächlich erst sechs Wochen vergangen, seit wir aufgebrochen sind?

  • Sechs Wochen, in denen ich eine Unmenge neuer Eindrücke gesammelt habe.
  • Sechs Wochen, in denen wir im Wohnmobil leben und arbeiten.

Und so läuft es bisher.

Autark leben im Wohnmobil

Die Eingewöhnung war einfach, denn Horst ist ja schon seit über einem Jahr eine Art Familienmitglied.

Ein neuer Pluspunkt:

  • Die umständliche Ein-und Ausräumerei hat endlich ein Ende.
    Wir haben alles dabei, was wir benötigen und vermissen nichts.

Nicht zu vermissen bedeutet aber auch, dass wir am Anfang einige Zeit mit Suchen verbracht haben.

  • Wo sind denn bloß die kleinen Kopfhörer hingekommen?
  • Hast du das Ladekabel für das Handy gesehen?
  • Vorhin hatte ich das Hundegeschirr doch noch in der Hand?

Horst hat einiges an Stauraum zu bieten und uns so manche Suchaktion beschert.
Inzwischen haben alle Dinge eine festen Platz und das ist gut so.

So ein Chaos haben wir nur noch selten

So ein Chaos haben wir nur noch selten

Wie sieht es denn mit dem Wasser aus?

Im Gegensatz zum Leben in einer Wohnung haben wir nur einen begrenzten Wasservorrat – 120 Liter, um genau zu sein. Damit kommen wir ungefähr fünf Tage hin.

Spülen, waschen, Zähneputzen, kochen, duschen – wir verwenden insgesamt deutlich weniger Wasser und gehen bewusster damit um.

Wenn sich der Vorrat dem Ende nähert, heißt es nämlich: Wasser Marsch!

  • Entweder tanken wir an einem Stellplatz auf, wie zum Beispiel an diesen hier.
  • Oder wir füllen den Tank an einem Brunnen mit Kanistern und ’nem Trichter.
    Hört sich kompliziert an, funktioniert aber super!

Das Duschen ist übrigens eine kleine Herausforderung.
In unserer Wohnung habe ich gerne täglich geduscht, jetzt nicht mehr.

Wir haben eine Außendusche mit kaltem Wasser, das beschleunigt den Duschvorgang ungemein!

Manchmal gönnen wir uns auch den Luxus einer Solar-Dusche, wenn wir doch lieber warmes Wasser haben wollen.
Wäre da nicht der frische Wind, der selbst dieses Vergnügen deutlich abkürzt.

Das große Glück liegt in den kleinen Dingen

Vorgestern haben wir in einem öffentlichen Schwimmbad gefragt, ob wir die Duschen nutzen dürfen – natürlich gegen Bezahlung!
Der nette Mann an der Kasse hat uns tatsächlich zu den Umkleiden gebracht und wir waren im Duschhimmel: Warmes Wasser und kein kalter Wind!

Bezahlen mussten wir übrigens keinen Cent.

Vielleicht lag es daran, dass ich kurz vorher versehentlich eine falsche Türe geöffnet und damit den Alarm ausgelöst habe?
Der Kassierer fand es jedenfalls sehr lustig und hat die schrille Sirene mit einem breiten Grinsen wieder abgestellt.

Watt macht denn der Strom?

Ebenfalls neu ist, dass wir nun eigenen Strom durch die Solarpanels haben
Die genaue technische Ausstattung habe ich ja bereits in diesem Artikel beschrieben.

Obwohl es auch bedeckte Tage gibt, herrscht bisher keine Stromknappheit.
Kühlschrank läuft, wir können mit den Laptops arbeiten – super!

Steve hat in die gesamte Technik richtig viel Zeit und Arbeit investiert. Beides macht sich jetzt bezahlt und schenkt uns Freiheit.

Volle Solarkraft voraus

Volle Solarkraft voraus

Arbeiten von unterwegs

Während Steve sich im Moment erst einmal eine  Auszeit gönnt, arbeite ich an meinen Projekten weiter.
Eines davon ist der Onlineshop für Klettergeschenke, der Anfang November startet.

Ohne Internet geht da nix. 

Auch hier hat Steve akribisch recherhiert und sich am Ende für Tooway von Satinternet.com entschieden.

Der Aufbau dauert eine Weile

Der Aufbau dauert eine Weile

Damit sind wir mehr als zufrieden!
Sogar skypen funktioniert klasse, womit wir nicht gerechnet hätten.
Und somit kann ich auch mein zweites Projekt endlich starten: Kickass Coaching!

Einzige Einschränkung:
Wir haben keine Sat-Schüssel, die sich automatisch ausrichtet, also muss Steve das Zeug bei Bedarf auf- und wieder abbauen.
Mal spontan ins Internet zu gehen, fällt wegen des Aufwands flach. Aber alle paar Tage bin ich online und kann in Ruhe arbeiten.

Insgesamt verbringe ich jetzt weniger Zeit vor dem Rechner und arbeite effektiver.

Arbeitstag!

Arbeitstag!

So ein Hundeleben …

Auch Luna und Jule blühen als Nomadenhunde richtig auf.

Unser Ömchen Luna entwickelt gerade unbekannte Qualitäten als Bergziege und überrascht uns mit neuer Sportlichkeit.
Mit ihren fast 12 Jahren macht sie alle Touren mit und grinst dabei über das ganze Gesicht.

Erst baden, jetzt ein Dorfbesuch

Erst baden, jetzt ein Dorfbesuch

Jule liebt es, wie eine Wahnsinnige Berge runter und mich über den Haufen zu rennen, ganz toll!

Achtung: Foto!

Achtung: Foto!

Sie sind rund um die Uhr mit uns zusammen – was kann es Schöneres für einen Hund geben?

Bei allen Unternehmungen sind sie dabei.

Bei allen Unternehmungen sind sie dabei.

Und so lange können wir autark stehen

Wenn der Kühlschrank gefüllt, der Wassertank voll und ausreichend Gas vorhanden ist, können wir uns mindestens fünf Tage in die Einsamkeit zurückziehen.
Wahrscheinlich geht es auch noch etwas länger, aber meistens brauche ich dann wieder ein paar frische Vorräte.

In diesen fünf Tagen fehlt es an nichts.
Wir backen unser eigenes Brot in einem Omnia Backofen* und kochen täglich mit frischen Zutaten. Wir können uns duschen und Strom war bisher auch kein Problem.
Was braucht man mehr?

Hmm, frischer Marmorkuchen.

Hmm, frischer Marmorkuchen.

Im Moment stehen wir in El Cogul, einem Bouldergebiet.
Außer dem Geräusch von Fliegen und alle paar Stunden mal ein Auto haben wir hier Ruhe, Ruhe, Ruhe.

Die Natur und ... Horst.

Die Natur und … Horst.

Sechs Wochen leben wir nun im Horst und es gibt keine Sekunde, in der ich diesen Schritt bereue.

Ich.Bin.Glücklich.

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14 Kommentare

  1. Hallo Nima!

    Da ist noch jede Menge Luft nach oben.

    Wir leben seit 2009 im Wohnmobil und haben also schon etwas mehr Übung. Wir können 3 bis 4 Wochen autark (also ohne Nachschub zu holen) leben.

    Auch unser Wassertank fasst 120 Liter. Wir haben 2 11kg Gasflaschen dabei und eine Solaranlage auf dem Dach.

    Im Winter in Deutschland brauchen wir alle 2 Wochen Gasnachschub für die Heizung. Im Süden, wo man nicht heizenuss reicht so ne Gasflasche ewig. Strom ist im Sommer und im Süden auch unendlich vorhanden. Im Winter in D ergänzen wir mit Generator.
    Fürs Internet haben wir einen mobilen Router. Da ist jederzeit Surfen möglich. Nur in der Altmark (Sachsen Anhalt) gab es bisher Schwierigkeiten mit dem Netz. In Spanien oder Portugal holen wir uns eine nationale SIM Karte.

    Einkaufen für 3 bis 4 Wochen mussten wir erst üben. Klappt mittlerweile aber auch ganz gut. Wobei das so oft aber auch nicht vorkommt. Wir haben ja auch Fahrräder oder das Motorrad dabei und fahren dann mal einkaufen.

    Viel Spaß noch
    Steffi

    • Hey Steffi,
      3-4 Wochen ist lang, wow.
      Das mit dem Einkaufen haben wir auch schon besser raus, aber ein paar frische Sachen wie Obst und Gemüse mag ich nach einer Woche wieder frisch kaufen. Fünf bis sechs Tage autakr zu stehen, reicht uns im Moment schon aus, aber mal siehen – vielleicht wird es noch länger:-)
      Liebe Grüße
      Nima

  2. Hi Nima,

    wow! Ich verfolge ja wirklich gespannt Euer Leben in Horst. Leider habe ich ja (noch) keinen Führerschein, also ist das für mich erstmal nicht realisierbar. Trotzdem finde ich es total spannend, das alles zu verfolgen! Wenn ich mir was wünschen darf, dann noch mehr Bilder vom Innenleben und so! 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Corinna | Aussteigen Bitte

    • Hola liebe Corinna,
      wenn du den Führerschein machst, dann am besten direkt einen bis 7,5 Tonnen 😉
      Danke für dein Feedback was die Fotos betrifft. Da mache ich mich die nächsten Tage doch direkt mal dran, ein paar Eindrücke im Innenraum zu knipsen!
      Aufgeräumt ist hier ja zum Glück schnell 🙂
      Liebe Grüße
      Nima

  3. Hi, wir sind auch seit gut 5 Wochen in Andalusien unterwegs, meist in Küsten Nähe. Wie sieht das bei euch mit der Guardia Civil aus, wurde ihr bereits ermahnt oder aufgeschrieben aufgrund des frei stehens?

    Viele Grüße aus Tarife

    Andi & Ela

    • Hola Andi,
      wir stehen eigentlich immer im Innenland, komplett abseits der Küste. Probleme mit der Guardia Civil hatten wir noch nie. Neulich haben wir eine Woche an einem Fleck gestanden, das hat keinen Menschen interessiert.
      Ich denke, dass es in Küstennähe bestimmt etwas kritischer gesehen wird.
      Liebe Grüße an euch 🙂
      Nima

  4. Hallo, toll wie und was ihr da macht. So soll es bei uns auch mal laufen.
    1 Woche schaffen wir ach schon autark. Waschen ziehe ich dem duschen vor und dann alle Woche mal ins Schwimmbad =D war auch unsere Lösung. Nach 2 Wochen mal ein CP mit Waschmaschine und Trockenr. Aber ich habe eine Frage, was für eine Toilette habt ihr an Bord? Oder geht ihr alles überwiegend verbuddeln?
    Dafür habe ich noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.
    LG
    Alex

    • Hola Alex,
      eine Woche ist echt schon super!
      Wir haben ein Vakuum-Klo, das ohne jegliche Chemie funktioniert. So können wir es in der freien Natur entsorgen bzw. verbuddeln.
      Liebe Grüße
      Nima

  5. Hi Nima,
    schön zu hören, daß es bei euch mit dem „Nomadenleben“ auf Anhieb so gut klappt.

    Wir haben gerade angefangen, unsere „Endlösung“ für den Umzug ins mobile Leben zu bauen, nachdem uns unser Bus vom Zuschnitt und seiner Größe nicht Ideal erscheint 🙂

    Übrigens kann man Fäkal- bzw. Schwarzwassertanks neben Wohnmobil-Entsorgungsstationen, auch in Spanien, an jeder Kläranlage in der Regel kostenlos entsorgen, sofern keine Chemie zugesetzt ist. Das wäre die umweltbewusstere Alternative zum ablassen in freier Natur.

    Ich bin sehr gespannt, wie es bei euch weitergeht.

    Viel Erfolg wünsche ich euch und immer eine Handbreit Diesel im Tank 🙂

    Liebe Grüße

    Christian http://www.hetz-mich-nicht.net

    • Hey Christian,
      na, dann habt ihr ja bestimmt noch ein wenig zu tun, oder?
      Danke für den Tip mit den Kläranlagen. Wenn wir in der Nähe eines Stellplatzes sind, entsorgen wir das WC eh dort. Wenn wir aber eine Woche autark stehen, bleibt nur die Naturlösung, sonst müssten wir alle zwei Tage zum WC-Leeren wegfahren …

      Viel Spaß beim Bau eurer Endlösung 🙂
      Hasta luego
      Nima

  6. Hi Nima,

    Respekt! 120l Wasser für 5 Tage ist wirklich sparsam. Unser Wasserverbrauch lag im Schnitt bei 40-50l pro Tag, dafür allerdings mit warmer Dusche und allem Komfort. Auf den Komfort wollten wir nicht wirklich verzichten (leichter Anflug von Weicheiismus…)
    Das meiste Wasser hat übrigens das Geschirrspülen gebraucht, da sind am Tag locker auch mal 30l durchgelaufen. Habt ihr da einen Trick dafür?

    Wir haben jetzt knapp 1,5 Jahre in einem Standard-Womo gelebt, und waren 7 Tage autark. Wenn wir viel auf Tour waren, dann durchaus auch länger 🙂 Begrenzend waren vor allem das Wasser (350l) und „Klovolumen“ (40l). Nur das immer wieder leere Naranja-Lager hat uns manchmal dazu gebracht, zwischendurch einzukaufen…

    Um ins Internet zu kommen, gibt’s bei uns in jedem Land eine neue SIM-Karte. Das haben wir bereits perfektioniert 😉 Mit einem guten mobilen Hotspot gibt es auch in ländlicheren Gebieten meist sehr guten Empfang. So klappt es auch mit dem spontanen Online-Zugang. Das war uns wichtig, um den Aufwand gering zu halten, wenn wir einen neuen Stellplatz gefunden haben.

    Deine drei letzen Worte kann ich absolut nachvollziehen. das Leben im Wohnmobil ist einfach genial!

    Liebe Grüße (aktuell aus dem Allgäu)
    Michi | http://freiheitstauglich.com

    • Hey Michi,
      30l Wasser fürs Spülen? Das ist ’ne Menge … was macht ihr denn damit?
      Wir spülen immer direkt nach dem Essen, so dass das Zeug gar nicht erst eintrocknet. Und dann mache ich wirklich nur ganz wenig Wasser ins Spülbecken, reinige das Zeug und lasse nochmal ganz wenig klares Wasser drüberlaufen.
      Ich schätze mal, dass ich pro Spülgang zwischen einem und drei Litern Wasser brauche. Sauber ist unser Geschirr trotzdem 🙂

      Mit den Sim-Karten sind wir bisher überhaupt nicht klargekommen. Der Empfang war einfach nicht zuverlässig, um damit arbeiten zu können – vor allem nicht in den total entlegenen Bergregionen.
      Das SAT ist zwar ein wenig umständlich zum Aufbauen, aber dann läuft’s.

      Euch weiterhin viel Spaß in eurem WoMo
      Nima

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