Auf Heidis Spuren: Wandern in Kantabrien

Auf Heidis Spuren: Wandern in Kantabrien

Heidi, Heidi, deine Welt sind die Berge.
Schroffe Felsen, sattgrüne blühende Wiesen und urige Dörfer, das ist die richtige Kulisse für einen Heidi-Film!

Was würde sich dafür besser anbieten als die Schweiz, dem eigentlichen Heidi-Land?

Vielleicht ahnt ihr, worauf ich hinaus möchte.
Und vielleicht schaut ihr genauso ungläubig aus der Wäsche wie ich es getan habe, als ich davon erfahren habe: Teile der neuen Heidi-Verfilmung wurden in Kantabrien gedreht.

Das neue Heidi--Land

Das neue Heidi–Land

Wandern in Kantabrien- rund um die Picos de Europa

Wieso das absolut Sinn macht, zeigt euch diese Wanderung: „Bajo los Picos“ bei Mogrovejo.
Schon als wir in das historische Dorf reinfahren, fühle ich mich wie in eine andere Zeit versetzt.

Hier steht die Zeit still

Hier steht die Zeit still

Hier scheinen die Uhren ganz besonders gemächlich zu ticken.
Auf dem winzigen Dorfplatz sitzt eine ältere Frau und schält Kartoffeln. Neben ihr rennen ein paar Hunde rum und spielen miteinander. Dorfidylle wie aus einem (Heidi-) Film.

Das Zentrum des Dorfes

Das Zentrum des Dorfes, heute mit Horst

Diese 9 Kilometer lange Rundwanderung hat mir Laura vom Campingplatz „La Viorna“ empfohlen.

Das Wetter ist ideal, um Kantabrien zu Fuß zu entdecken: Knapp über 20 Grad, ein leichter Wind und strahlend blauer Himmel. Jetzt muss nur noch die Wanderung schön sein, dann wäre es perfekt.

Am Ortsende geht es für uns zuerst über einen breiten Weg nach oben, bevor wir in einen Laubwald kommen.
Nicht nur heute, sondern vor Allem im Sommer sind die die Temperaturen hier bestimmt sehr angenehm.

Zwischendurch ist der Weg durch den Regen der vorherigen Tage ein wenig matschig, aber insgesamt lässt er sich super laufen.

Hier lässt es sich aushalten

Hier lässt es sich aushalten

Nach ein paar Kilometern wird er schmaler, führt leicht bergab und noch etwas später sogar durch einen Bach.

Während Steve die wilde Flussüberquerung bravourös auf zwei Beinen meistert, muss ich meine Hände zur Hilfe nehmen. Elegant sieht anders aus, aber zumindest haben wir etwas zu lachen.

Und für Luna und Jule ist der Bach eine willkomme Erfrischung für ihre warmgelaufenen Pfoten.

Ein paar Minuten später passieren wir ein Gatter und sind ein wenig versunsichert. In welche Richtung müssen wir jetzt gehen: Links bergauf oder rechts bergab?

Die Wanderkarte, die wir im Touristenzentrum in Potes bekommen haben, liegt natürlich im Horst. Da liegt sie gut …
Wir entscheiden uns richtig und gehen bergab. Kurz darauf sehen wir auch wieder die Wegmarkierung.

Teil des Wanderweges

Mein Blick wird immer wieder von den Picos de Europa in den Bann gezogen. Vor ihnen liegen die Wiesen in all ihrer Frühlingspracht. Der Juni ist eine tolle Zeit, um hier wandern zu gehen.

Nach ungefähr der Hälfte der Route führt die Wanderung durch verschiedene kleine Ortschaften, die oft nur aus wenigen Häusern bestehen. Die Zahl der Hofhunde, Kühe und Schafe scheint die der Bewohner zu übertreffen.

Ab und zu rennt uns ein Hund kläffend hinterher, aber Probleme mit Luna und Jule gibt es keine.

Wir kommen sogar an Las Vegas vorbei, aber das hatte ich mir irgendwie pompöser vorgestellt?

Las Vegas ist nur eine Illusion

Las Vegas ist nur eine Illusion

Kurz danach geht es wieder in den Wald. Wir werden begleitet vom Zwitschern der Vögel, sonst ist kein Mucks zu hören.

Noch einmal passieren wir in kleines Dorf, bevor wir kurz darauf wieder in Mogrovejo ankommen.

Am liebsten würde ich den Weg gleich nochmal gehen und auch Steve ist begeistert.
Luna und Jule dagegen freuen sich, ihre müden Pfoten auf ihrer Decke ausstrecken zu können und kippen erschöpft um.

Wanderung Bajo los Picos

Dass diese Landschaft als Kulisse für den Heid-Film gediehnt hat, erstaunt mich nicht. Kaum etwas erinnert an das typische Spanien, das einem sonst zuerst in den Sinn kommt.

Möchte man Kantabrien von seiner ursprünglichen Seite kennenlernen, dann ist diese Wanderung dazu bestens geeignet.

Informationen zur Wanderung:

  • Beginn des Weges in Mogrovejo
  • Entfernung zu Potes ca. 18 km
  • 310 Höhenmeter
  • Länge: 9km
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
    größtenteils einfach zu gehende Wege, zwischendurch mal Trampelpfade

Ausblick Picos de Europa

Wanderung in Potes

Am nächsten Tag sind die Beine zwar ein wenig müde, aber das hält uns nicht von einer weiteren Wanderung ab.
Heute steht eine Route auf dem Plan, die direkt in Potes beginnt. Sie ist 10 km lang, das sollte zu schaffen sein.

Potes ist sehenswert

Potes ist sehenswert

Das Wetter ist schon wieder bombig, wenn auch etwas wärmer als am Vortag.
Wir parken direkt im Ortszentrum von Potes, wo sich auch die Touristeninformation befindet.

Das Zentrum von Potes

Das Zentrum von Potes

Dort erklärt man uns, wie wir zum Beginn des Wanderweges kommen. Fünf Minuten durchs Dorf und schon sind wir da.

Am Anfang ist der Weg noch nicht besonders schön, einfach eine asfaltierte Seitenstraße.
Es geht stetig bergauf, bis es endlich grüner wird. Wir laufen entlang des Waldrandes, hinter uns die Picos de Europa.

Immer schön nach oben

Immer schön nach oben

Die Ausschilderung auf dieser Wanderung ist manchmal nicht ganz eindeutig, da hier auch noch eine MTB Strecke entlang führt. Größtenteils verlaufen beide Strecken aber identisch.

Hat uns die gestrige Wanderung mega gut gefallen, warten wir heute auf einen ähnlichen Wow-Effekt, aber irgendwie will sich dieser nicht einstellen.
Die Aussicht ist zwar an einigen Stellen genial, aber der Weg selber macht bei Weitem nicht so viel her wie der vom Vortag.

Ausblick vom Wanderweg Potes

Es bleibt bei einem breiten Schotterpfad, der an manchen Stellen jedoch recht steil bergauf bzw. bergab führt.

Wir kommen auf jeden Fall ins Schnaufen und ich bin froh über meine bequemen Schuhe*, mit denen ich auch auf diesen Abschnitten noch guten Halt habe.

Ungefähr auf der Hälfte der Strecke liegt eine Kirche auf einem Plateau.
Leider haben wir schon vorher eine Essenspause eingelegt, hier wäre es wesentlich schöner gewesen.

Ideal für eine Pause

Ideal für eine Pause

Dafür gibt es einen kleinen Brunnen, in dem Luna sofort ein Kneipp-Bad nimmt.

Die Pfoten glühen

Die Pfoten glühen

Der eigentliche Wanderweg scheint vor der Kirche bergab zu führen, aber wir haben die Markierungen übersehen (oder gab es keine?).

Alles klar, oder?

Alles klar, oder?

Jedenfalls folgen wir nun der Bikestrecke, was echt kein Spaß ist.
Es geht so steil bergauf, dass selbst Steve sich fragt, wie man das mit einem Bike schaffen soll.

Irgendwann sind wir nur noch im Laufmodus und haben als einziges Ziel, endlich anzukommen. Mit einem Kilometer Umweg erreichen wir nachmittags wieder Potes.

Dieses Mal sind nicht nur die Hunde, sondern auch wir im Eimer.

Auf dem Weg zum Horst nehmen wir uns noch ein Glas regionalen Honigs mit, dann ist für heute der Akku leer.

Endlich wieder in Potes

Endlich wieder in Potes

Unser Fazit:

Diese Wanderung ist nicht mit der „Bajo de Picos“ zu vergleichen. Der Weg an sich ist ein breiter, schottriger Forstweg mit recht steilen Abschnitten. Zwar ist der Ausblick zwischendurch sehr schön, aber landschaftlich reizvoller und abwechslungsreicher ist der Weg vom Vortag.

Informationen zur Wanderung:

  • Start ist am Ortsrand von Potes
  • 350 Höhenmeter
  • Länge  10,7 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
    Aus unserer Sicht erfordert dieser Weg aber Kondition wegen seiner Steigungen.
  • Breite, schottrige Forstwege. Am Schluss ca. 1,5 Kilometer asfaltierte Straße entlang des Ortsrandes von Potes.
  • Im Ortszentrum von Potes gibt es an verschiedenen Stellen freies WiFi, auch am zentralen Parkplatz.

Falls du schon mal in der Gegend warst, würde ich mich sehr über deine Eindrücke freuen – rein damit in die Kommentare!

 

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6 Kommentare

  1. Hallo Nima,

    wiedermal ein super informativer Beitrag von dir! Wir werden in 2 Wochen wohl auch endlich die Costa Brava verlassen (wenn unser Van seinen Service durchsteht :D ) und dann geht´s in den Nordosten/Norden Spaniens. Eine Frage hierzu: wie sieht es denn in der Region mit Wildcampen aus? An der Ostküste ist das ja, milde ausgedrückt, eher kein Vergnügen.

    Liebe Grüße und mach weiter so!

    • Hey, hallo Sabrina,
      wir hatten mit dem Wildcampen bisher keine Probleme und haben sogar ein paar Tage direkt an der Küste auf einer Klippe gestanden – komplett offroad. An einem Tag kam die Polizei vorbei und wir dachten schon, dass wir jetzt zusammenpacken müssen. Aber nein, sie haben sich überhaupt nicht für uns interessiert und nix ist passiert ;-)
      Allerdings haben ja die Ferien in Spanien begonnen und ich weiß nicht, wie es in der nächsten Zeit sein wird.
      Es ist hier durch den Nationalpark und die vielen Naturparks bestimmt schwerer, aber nicht unmöglich.

      Liebe Grüße und Danke für dein Lob :-)
      Nima

  2. Hella-Maria Schier

    Hallo Nima,

    die erste der beiden Wanderungen von Potés und den Campingplatz La Viorna habe ich mir gleich notiert, als Ziele meiner Riese im August. Dummerweise kann ich nicht vermeiden in die spanischen Ferien zu geraten und hoffe, dass für ein Zweierzelt trotzdem immer noch Platz ist. Mit dem Wohnbus sind wir diesmal nicht unterwegs, da er nicht fahrtüchtig ist. Eine Kombination aus Alsa-Bussen und Leihwagen muss ihn ersetzen.
    dazu meine Frage: kann man einen Wagen vor dem Campingplatz abstellen oder muss er mit darauf, wodurch es natürlich teurer würde? Gibt es ansonsten Bushaltestellen dort?

    Es wäre ja schade, wenn das nun das Ende der Spanien-Erkundung wäre. Es gibt in Nord und Süd noch so viele andere aufregende Gegenden in diesem rel. großen Land. Im Norden Asturien und Galicien, Baskenland und Navarra (wo es u.a. einen großen Buchenwald und eine sehr malerische Halbwüste gibt), auch die Extremadura gilt noch als Geheimtip. Vielleicht ein andermal?
    Danke für die vielen Eindrücke und alles Gute für deine nächste Reise!

    • Hola Hella,
      ich denke schon, dass auf dem Platz ein Fleckchen für ein 2er Zelt übrig wäre. Sie haben einen (kleinen) Bereich extra für Zelte, aber die überwiegende Zahl der Besucher scheinen WoMo Fahrer zu sein.
      Draußen kann man leider nicht parken. Wie weit eine Bushaltestelle entfernt ist, weiß ich nicht genau, aber ich glaube, dass eine in der Nähe war.
      Frag am besten direkt mal auf dem Platz nach. Laura ist wirklich sehr hilfsbereit und spricht super Englisch.

      Liebe Grüße und euch eine tolle Reise
      Nima

  3. Kein Zweifel, die Picos de Europa in Kantabrien ist eines der schönsten Plätze zum Wandern. Ein weiterer sehr malerisch und vielleicht ein wenig seltsam Ort zum Wandern ist Mallorca

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